Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EVZ-Trainer Dan Tangnes: «Die Zuger Strategie hat mich beeindruckt»

Der neue Trainer des EV Zug heisst Dan Tangnes. Der 39-jährige Norweger ist in der Schweiz noch ein unbeschriebenes Blatt. Aber die EVZ-Verantwortlichen sind überzeugt, dass er perfekt ins Profil des Klubs passt.
Sven Aregger
Der neue EVZ-Headcoach Dan Tangnes wurde am Mittwoch in Zug vorgestellt. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 25. April 2018) (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Der neue EVZ-Headcoach Dan Tangnes wurde am Mittwoch in Zug vorgestellt. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 25. April 2018) (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Jim Koleff und Sean Simpson, Doug Shedden und Harold Kreis: Seit Mitte der 1990er-Jahre standen in Zug vor allem Kanadier an der Bande. Sie trugen wesentlich bei zur nordamerikanischen Prägung der Organisation. Jetzt schlägt der EVZ mit der Wahl des Trainers eine neue Richtung ein. Dan Tangnes, ein erst 39-jähriger Norweger, wird Nachfolger von Kreis, von dem sich der Klub ein Jahr vor Vertragsende getrennt hat. Der EVZ wählt damit nicht – wie vielerorts kolportiert – eine bequeme, naheliegende Lösung. Kein Hans Kossmann, kein Lars Leuenberger, kein Kevin Schläpfer. Stattdessen setzt er ein Zeichen mit einem jungen Trainer, der in der Schweiz noch ein unbeschriebenes Blatt ist.

Doch die Verpflichtung von Tangnes, so unkonventionell sie für Zuger Verhältnisse auf den ersten Blick sein mag, kommt nicht wirklich überraschend. Nach der Trennung von Kreis deuteten die Klubverantwortlichen an, dass sie über den Tellerrand schauen werden. Der EVZ will zur besten Ausbildungsstätte für junge Spieler in der Schweiz werden, die Nachwuchsstrategie hat oberste Priorität. Es erstaunt daher nicht, dass die Verantwortlichen auf ihrer Trainersuche im hohen europäischen Norden fündig geworden sind. Die Schweden sind vielleicht die besten Hockey-Ausbildner der Welt. Im Verhältnis zur Zahl an lizenzierten Spielern stellen sie die meisten Spieler in der nordamerikanischen NHL. Tangnes betreute in den letzten drei Jahren als Headcoach in Linköping eines der jüngsten Teams in der höchsten schwedischen Liga, mit dem er dreimal in den Playoff-Viertelfinals ausschied. Zuvor hatte der ehemalige Stürmer, der nach Rückenproblemen seine Trainerkarriere bereits mit 26 begann, lange im Nachwuchsbereich des schwedischen Vereins Rögle gearbeitet, wo er später Headcoach wurde.

Sportchef Kläy spricht von «Lucky-Punch»

EVZ-Sportchef Reto Kläy kennt Tangnes schon länger. Nachdem Zug und Kreis vor zehn Tagen ihre Zusammenarbeit beendet hatten, kontaktierte er Tangnes. Der Norweger hatte sich entschieden, in Linköping aus dem noch laufenden Vertrag auszusteigen – weil er eine neue Herausforderung suchte und weil seine Frau und seine siebenjährige Tochter weit entfernt in Südschweden lebten. Dann ging alles schnell: Am Dienstabend unterschrieb Tangnes in Zug einen Zweijahresvertrag, gestern wurde er offiziell vorgestellt. «Die Zuger Strategie hat mich beeindruckt. Die Organisation und ich haben die gleichen Vorstellungen», sagt Tangnes, der auf eigenen Wunsch zwei Assistenztrainer erhält. «Ich habe oft mit jungen Spielern gearbeitet und gebe ihnen Verantwortung, wenn sie sie sich verdienen. Sie sollen sich entwickeln können.»
Dies ist ganz im Sinne des EV Zug. Kläy spricht denn auch von einem «Lucky-Punch». Natürlich weiss auch er, dass gerade in Schweden grosser Wert auf die Ausbildung gelegt wird. Er betont aber, dass die Herkunft des Trainers keine Rolle gespielt habe. «Egal ob er aus Norwegen, Kanada oder der Schweiz kommt – ausschlaggebend ist, welche Eigenschaften er mitbringt. Und Dan Tangnes passt perfekt in unser Profil. Solche Trainer gibt es nicht wie Sand am Meer.»

Auch dem Umstand, dass nun ein skandinavischer statt wie gewohnt ein nordamerikanischer Headcoach an der Zuger Bande stehen wird, misst Kläy wenig Bedeutung bei. «Heute wird Eishockey vielerorts ähnlich gespielt, es bestehen keine riesigen Differenzen mehr zwischen den Nationen.» Tangnes will in Zug ein intensives, läuferisch anspruchsvolles Hockey spielen lassen. Dem Gegner soll wenig Zeit und Raum gewährt werden. Er sagt, er habe schon ein ziemlich gutes Bild vom Schweizer Eishockey. Er kennt die Teams von der Champions League und von Testspielen her. Zudem steht er mit skandinavischen Spielern in Kontakt, die in der National League ihr Geld verdienen. Auch mit Garrett Roe hat er während dieser Saison über die Schweizer Gepflogenheiten gesprochen. Der Center spielte unter Tangnes von 2015 bis 2017 in Linköping, bevor er zum EVZ wechselte. «Er hat mir viel Gutes berichtet», sagt Tangnes.

Ein Abenteuer mit kniffligen Aufgaben

Tangnes musste in seiner Familie denn auch keine grosse Überzeugungsarbeit leisten, um sie zu einem Umzug in die Schweiz zu bewegen. Innerhalb von Schweden hätten Frau und Tochter nicht zügeln wollen. «Aber jetzt freuen sie sich auf ein Abenteuer in einem anderen Land.»

Das Abenteuer hält für Dan Tangnes knifflige Aufgaben bereit. Er soll nicht nur die klubeigene Philosophie der Nachwuchsförderung umsetzen, sondern auch sportlich erfolgreich sein. Ebenfalls soll er die gestandenen Profis besser machen. Der Zuger CEO Patrick Lengwiler sagt: «Dan Tangnes wird frischen Wind in die Kabine bringen. Jeder Spieler muss sich neu beweisen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.