EISHOCKEY: EVZ vertreibt bösen Geist

Mit einer überzeugenden Leistung hat der EV Zug den Frust nach der Niederlage gegen Bern aus den Kleidern geschüttelt: Der 4:0-Auswärtssieg gegen Fribourg tut dem eigenen Selbstvertrauen gut.

Andreas Ineichen/Freiburg
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Er trifft endlich wieder: Jarkko Immonen (links), hier im Duell mit Fribourgs Marc Abplanalp. (Bild: Christian Pfander/freshfocus)

Er trifft endlich wieder: Jarkko Immonen (links), hier im Duell mit Fribourgs Marc Abplanalp. (Bild: Christian Pfander/freshfocus)

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die Rede ist vom 3:0 für die Zuger in der 47. Minute. Es war nicht das spielentscheidende Tor, aber ein spezielles. Zum einen, weil es Jarkko Immonen schoss. Der 34-jährige Finne, einer von vier ausländischen Stürmern beim EV Zug, traf endlich wieder – nach zehn Spielen Unterbruch. Seinen letzten Treffer konnte er am 1. Oktober bejubeln, beim 4:2-Heimsieg gegen eben den gleichen Gegner.

Zum andern bedeutete Immonens 3:0 so etwas wie das Vertreiben eines bösen Geistes. In den sechs Spielen davor brachten die Zuger im besten Fall zwei Tore pro Match zu Stande. Am Tag nach dem frustrierenden 0:3 gegen Titelverteidiger Bern haben die Zuger ihr Selbstvertrauen wieder aufgebaut. Es geht doch noch mit dem Toreschiessen. «Die vier Tore kommen bei uns einem Ausatmen gleich, weil es ja auch schön herausgespielte Tore waren», sagte Zug-Trainer Harold Kreis hinterher.

Zug spielt clever und kompakt

Der letztlich deutlich ausgefallene Sieg basierte auf einer defensiv wie gewohnt kompakten, disziplinierten und cleveren Spielweise. «Ich ziehe vor meinem Team den Hut, das war wirklich eine sehr gute Teamleistung», hielt Kreis fest. Seit nunmehr acht Partien haben die Zuger keinem Gegner mehr einen Gegentreffer während des ersten Drittels zugestanden. In Fribourg war es ein ziemlich ereignisarmer Abschnitt, der Gastgeber hatte zwei, der EVZ eine gute Chance zur Führung.

Den ersten groben Schnitzer in der gegnerischen Verteidigung durch Yannick Rathgeb nutzten die Zuger zum 1:0. Klasse, wie Josh Holden den besser postierten Lino Martschini bediente. In der Folge entwickelte sich ein offeneres Spiel, doch für Fribourg war spätestens bei Tobias Stephan Endstation. Der Zuger Goalie parierte alle 22 Schüsse (3. Shutout der laufenden Saison), was der gegnerische Trainer, Larry Huras, natürlich bedauerte: «Wir hätten in den ersten 40 Minuten zwei Tore schiessen müssen. Danach haben wir den Kopf und den Fokus verloren.»

Der Ausraster von Sprunger

Vor allem Julien Sprunger, möchte man präzisieren. Es war eine geradezu hinterhältige Aktion, die sich Fribourgs Topskorer unmittelbar vor der zweiten Pause leistete. Während einer Keilerei zwischen Spielern holte er mit seinem Stock aus und schlug ihn Zug-Verteidiger Timo Helbling von hinten in die rechte Kniekehle. «Immer, wenn es mich betrifft, sehen die Schiedsrichter nichts», sagte Helbling, als er nach dem vierten Auswärtssieg der Saison mit einem Eisbeutel am rechten Knie Auskunft gab. «Wenn das Adrenalin weg ist, tut es schon weh», sagte er. Mit einem Ausfall rechnet er aber nicht. Es sei nur eine Prellung. Kreis deutete an, dass der EVZ die Unsportlichkeit Sprungers mit einem Video an den Einzelrichter quittieren will.

Zwischen der 45. und 48. Minute klärte der EV Zug mit drei weiteren Toren die Frage nach dem Sieger. Helbling: «In der Rückwärtsbewegung spielen wir schon Playoff-Hockey, im Abschluss haben wir nun einen Neuanfang gemacht.»

Andreas Ineichen/Freiburg