EISHOCKEY: Für Garrett Roe beginnt das Abenteuer EVZ

Nach einem Kurzaufenthalt in Genf und einem Abstecher nach Schweden kehrt der Amerikaner Garrett Roe in die Schweiz zurück. Der neue EVZ-Center ist ein fleissiger Skorer – aber nicht nur das.

Sven Aregger
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Garrett Roe im Hertiquartier: Der Amerikaner ist dem guten Ruf des EV Zug gefolgt.

Garrett Roe im Hertiquartier: Der Amerikaner ist dem guten Ruf des EV Zug gefolgt.

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Garrett Roes erstes Engagement in der Schweiz war ein grosses Missverständnis. Dank einer vertraglich festgelegten Ausstiegsklausel für die Schweizer Nationalliga wechselte der US-Amerikaner im Sommer 2015 vom EHC München zu Genève-Servette. Doch in Genf sollte er kein einziges Spiel bestreiten. Stattdessen unterschrieb er kurz darauf einen Vertrag beim schwedischen Klub Linköping, der sich schon länger um die Dienste des Stürmers bemüht hatte.

Der Verdacht kam auf, dass Roe die Münchner durch die Vertragsklausel ausgetrickst hatte, um den Klub verlassen zu können. Roe klärt auf: «Genf wollte einen fünften Ausländer verpflichten und dann rochieren. Ich aber wollte in jeder Partie spielen. Daher habe ich mit dem Klub vereinbart, dass ich Genf verlassen kann. Es war für beide Seiten die beste Lösung.»

Jetzt nimmt Roe einen zweiten Anlauf in der Schweiz. Der 29-Jährige hat in Zug einen Zweijahresvertrag unterzeichnet. Roe war ein Wunschtransfer von Sportchef Reto Kläy, der den Center schon bei der Verpflichtung in den höchsten Tönen lobte: «Er ist der perfekte Spieler.»

Linköping liess ihn nicht gerne ziehen

Beobachter attestieren Roe einen guten Hockey-Instinkt und eine überdurchschnittliche Schnelligkeit. Zudem gilt er trotz seiner bescheidenen Grösse (1,73 m) als physisch starker Spieler im Forechecking. Aber was Roe vor allem auch interessant macht: Er ist ein echter Punktesammler. Der Amerikaner, der aus dem Bundesstaat Virginia stammt und in der AHL 129 Spiele absolviert hat, war bei seinen ersten europäischen Stationen Salzburg und München jeweils Topskorer – mit durchschnittlich einem Punkt pro Spiel. Und auch in Schweden agierte er erfolgreich. Die Fans liessen ihn nicht gerne ziehen. «Er war in den letzten zwei Saisons einer unserer Leader», sagte beispielsweise Niclas Wilhelmson, Präsident des Lingköper Fanclubs White Lions LKPG.

Eishockey-Beilage «Bully»

Am Mittwoch erscheint unser Eishockey-Magazin «Bully» als Beilage der Zuger Zeitung. Das Magazin kann am LZ Corner an der Pilatusstrasse in Luzern sowie bei unseren Redaktionen in Zug, Stans, Sarnen und Altdorf gratis bezogen werden. Abonnenten können das «Bully» auch per E-Mail bestellen: redaktion@luzernerzeitung.ch. Das Magazin wird ab Mittwoch auch online verfügbar sein.

Roe kommt also mit reichlich Vorschlusslorbeeren nach Zug. Er sagt: «Natürlich wird ein ausländischer Stürmer in erster Linie an den Punkten gemessen. Ich versuche aber, offensiv wie defensiv zu überzeugen und scheue mich auch nicht davor, Verantwortung zu übernehmen und hart zur Sache zu gehen.» Mit Linköping hat er in der Champions Hockey League zweimal gegen Schweizer Teams gespielt – in der Saison 2015/16 gegen den SC Bern und 2016/17 gegen den HC Davos. «Die Schweiz bringt immer mehr Talente hervor, das hat auch der Nummer-1-Draft von Nico Hischier gezeigt. Es ist gerade eine sehr interessante Zeit für das Schweizer Eishockey.» Er spricht auch vom guten Ruf der EVZ-Organisation und davon, wie «great» die Region mit dem See und den Bergen sei.

Nervös vor dem Saisonstart

Garrett Roe, der mit seiner Ehefrau eine Wohnung im Zuger Stadtzentrum bezogen hat, kann den Saisonstart kaum mehr erwarten. «Excited» und «nervous» sei er. «Der EV Zug bietet mir die Chance auf ein neues Abenteuer in meiner Karriere», sagt er.

Das Abenteuer EVZ kann jetzt also so richtig beginnen – und anders als bei Genève-Servette will Garrett Roe diesmal einen bleibenden Eindruck hinterlassen.