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EISHOCKEY: Grossmann verblüfft als Torjäger

Robin Grossmanns Entwicklung im EV Zug ist bemerkenswert: Kein Teamkollege hat bisher häufiger getroffen als der Verteidiger, der eigentlich nicht als Vollstrecker vom Dienst bekannt ist.
Sven Aregger
EVZ-Verteidiger Robin Grossmann erlebt derzeit oft die Glücksgefühle des Torschützen. (Bild: Freshfocus/Patrick Straub (Zug, 16. September 2017))

EVZ-Verteidiger Robin Grossmann erlebt derzeit oft die Glücksgefühle des Torschützen. (Bild: Freshfocus/Patrick Straub (Zug, 16. September 2017))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Wenn die Erfolgsserie des EV Zug ein Gesicht hat, dann ist es jenes von Robin Grossmann. Zu den letzten vier Siegen in Serie steuerte der Verteidiger jeweils ein Tor bei, gegen Langnau (3:2) und Kloten (2:1) waren es sogar die spielentscheidenden Treffer. Mit vier Goals in sechs Runden führt er gemeinsam mit dem Schweden Viktor Stalberg die klubinterne Torschützenliste an.

Das ist insofern bemerkenswert, da Grossmann in seiner bisherigen Karriere nicht als Vollstrecker vom Dienst aufgefallen ist. In seiner produktivsten Saison 2010/11 erzielte der Aargauer für den HC Davos sieben Tore, in den drei Spielzeiten für Zug waren es nie mehr als vier. Grossmann sagt: «Im Moment erhalte ich mehr Eiszeit im Powerplay und bringe viele Scheiben aufs Tor.» Mehr Schüsse: Das ist eine Vorgabe von Trainer Harold Kreis, ganz nach dem Motto von Wayne Gretzky. Die kanadische Hockey-Legende sagte einmal: «Du verfehlst 100 Prozent der Torschüsse, die du nicht machst.» Grossmann erklärt, dass er früher vielleicht einen Pass zu viel gespielt habe, statt von der blauen Linie sofort den Abschluss zu suchen. Zudem habe er in der Saisonvorbereitung seinen Fokus mehr aufs Schusstraining gelegt.

Dabei ist ihm die Offensive gar nicht so fremd. Bis zum Alter von 12 Jahren spielte er als Stürmer. Auch in Davos und in der Schweizer Nationalmannschaft schlüpfte er in diese Rolle, wenn es die Situation erforderte. «Das war nicht wegen meiner Abschlussqualitäten, sondern weil ich schnell bin und auch einen Check machen kann», sagt der 30-Jährige. Er betont aber: «In der Verteidigung fühle ich mich definitiv wohler. Und die defensive Arbeit ist nach wie vor meine Hauptaufgabe. »

Offen für den EVZ und das Nationalteam

Kritiker werfen Grossmann vor, dass er zu wenig aus seinem Talent gemacht habe. Er sei bisweilen zu nonchalant, zu genügsam. Grossmann kennt die Vorwürfe. Er weiss, dass Kritik zum Unterhaltungsgeschäft Eishockey gehört. «Ich bin einer, der auch mal lacht und Freude hat am Spiel. Die Arbeit soll ja Spass machen», sagt er und räumt mit Missverständnissen auf: «Vielleicht sieht mein Spielstil locker aus. Aber ich setze mich immer hundertprozentig für die Mannschaft ein.»

Letztlich spielt er auch um seine Zukunft. Grossmanns Vertrag beim EV Zug läuft Ende Saison aus. Er hat schon Gespräche mit den Klubverantwortlichen geführt. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, würde er gerne in Zug bleiben. Und auch fürs Nationalteam zeigt er sich offen. Zuletzt stand Grossmann, der 2013 mit der Schweiz die Silbermedaille gewonnen hatte, nicht mehr regelmässig im Aufgebot. «Ich habe schon länger nichts mehr von Nationaltrainer Patrick Fischer gehört. Aber wenn er mich anruft, können wir gerne reden.»

Fest steht: Mit seinen zuletzt auffälligen Leistungen hat Robin Grossmann gute Argumente gesammelt, um auch künftig eine tragende Rolle im Schweizer Eishockey zu spielen. Auch wenn aus ihm niemals ein echter Stürmer werden wird.

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