EISHOCKEY: «Habe ihn nie am Kopf berührt»

Ein brutales Foul, das hart bestraft gehört? Zug-Stürmer Reto Suri (26) stört sich daran, wie sein Check gegen Ambris Sven Berger medial beurteilt wurde.

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Er wird am Freitag zuschauen müssen – und zwar nicht von der Spielerbank, sondern von der Tribüne aus: Reto Suri verbüsst die erste Spielsperre seiner Karriere. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Er wird am Freitag zuschauen müssen – und zwar nicht von der Spielerbank, sondern von der Tribüne aus: Reto Suri verbüsst die erste Spielsperre seiner Karriere. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Andreas Ineichen

Sein Platz ist heute (19.45) beim Spitzenkampf gegen seinen Ex-Verein aus Genf auf der Tribüne der Bossard-Arena. Und zum ersten Mal überhaupt «in meiner Karriere, weil ich gesperrt bin», wie Reto Suri festhält. Er ist auch schon vorzeitig unter die Dusche geschickt worden, mit einer Fünfminuten- plus Spieldauer-Disziplinarstrafe, aber bis zum letzten Dienstag brauchte sich der Einzelrichter noch nie mit ihm zu beschäftigen. Und der 26-Jährige spielt nunmehr schon seit zehn Saisons in der NLA.

Doch der Check gegen Sven Berger hat Spuren hinterlassen, und zwar ...

  • ... am Oberkörper von Sven Berger, der, so will Suri vernommen haben, eine «Schulterverletzung» erlitten haben soll. Er werde sich noch bei seinem ehemaligen Teamkollegen (Rapperswil-Jona) melden, um «mich zu entschuldigen».

  • ... in der Befindlichkeit von Reto Suri. Der linke Flügel und Nationalspieler hat sich sehr daran gestört, dass seine Aktion in den Medien als Check gegen den Kopf gewertet wurde. Auf der Basis der Video-Konsultation versichert er: «Ich habe Berger nicht ein einziges Mal am Kopf berührt, aber als Folge des Checks hat er sich den Kopf am Plexiglas gestossen.» Und er betont auch: «Zum Zeitpunkt des ersten Körperkontakts war ich mit beiden Schlittschuhen am Boden, aber weil sich Berger just nach der Scheibe gedreht hatte, traf ich auf wenig Widerstand. Deshalb liess mich die Energie, die in der Aktion steckte, danach vom Eis abheben.»

Es liegt Suri fern, seine Körpercharge zu verharmlosen oder gar von einer sauberen Aktion zu sprechen. «Ich schloss den Check ab, obwohl sich Berger abdrehte. Da kann man schon die Frage stellen, ob ich den Check fertigmachen musste», sagt er. Und er ergänzt: «Mein Check war mit Sicherheit ein bisschen über der Grenze des Erlaubten.»

Darum hat sich Suri darauf eingestellt, dass er am Samstag in Bern sein Comeback geben wird und darf. Es wäre dies eine Bestätigung seiner Sicht einer Szene, die bei den Fans von Ambri und Zug unterschiedliche Emotionen auslöste. Und es wäre ein gutes Ende einer Geschichte, die an ihm nagte. «Das Ganze ist mir unangenehm, ich hatte und habe nie die Absicht, einen Gegenspieler zu verletzen.»

Allerdings geht es im Eishockey auch darum, das physische Element im Spiel zum Tragen zu bringen. Eine Aufgabe, die auch ein Reto Suri in Zug zu erfüllen hat. «Wir hatten eine Phase, in der die Punkteproduktion unserer Linie sank. Und zwar deshalb, weil wir unsere Checks nicht abgeschlossen hatten. Seit dieser Erkenntnis ging es mit unserer Ausbeute wieder aufwärts», erzählt Suri und erkennt: «Checken bedeutet, sich auf einem schmalen Grat zu bewegen.»

  • ... in der Aufstellung von Harold Kreis. Der Zug-Trainer muss mit Suri den teamintern drittbesten Torschützen (16) gegen das drittplatzierte Servette ersetzen. Er macht keinen Hehl daraus, dass er sich dafür entschieden hat, den Captain neben Josh Holden und Lino Martschini laufen zu lassen. «Fabian Schnyder nimmt Suris Position ein», sagt Kreis und merkt an: «Sieber, Diem und Senteler bilden die vierte Sturmreihe.»Vor den Zugern steht die Aufgabe, den sechsten Heimsieg in Serie einzufahren.