EISHOCKEY: In Kreis’ Plan sitzt der Neue auf der Tribüne

Noch sechs Spiele bis zum Playoff-Start: Der um den Qualifikationssieg kämpfende EV Zug spielt heute in Biel, gegen einen möglichen Viertelfinal-Gegner. Vor allem zwei Fragen beschäftigen Zugs Trainer Harold Kreis.

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«Matti Järvinen soll uns erst mal in aller Ruhe zuschauen, wie wir spielen», so der EVZ-Trainer Harold Kreis (Bild). (Symbolbild Keystone)

«Matti Järvinen soll uns erst mal in aller Ruhe zuschauen, wie wir spielen», so der EVZ-Trainer Harold Kreis (Bild). (Symbolbild Keystone)

Gestern gegen Mittag in der Zuger Bossard-Arena: Matti Järvinen, der Finne, den sie als fünften ausländischen Feldspieler geholt haben, um sich im Hinblick auf die Playoffs zu verstärken, übt auf dem rechten Flügel und an der Seite seines Landsmannes Jarkko Immonen (34)schnell vorgetragene Gegenstösse nach eigenem Scheibengewinn. Der 27-Jährige fällt auf, durch seine Grösse (1,90 m) und Schnelligkeit.

Eigentlich ist das die Position von Carl Klingberg, der während der Nationalmannschaftspause drei Spiele mit Schweden in ­Göteborg bestritten hat (1 Tor). Kommt Järvinen, der seit Freitag mit den Zugern trainiert, also gleich bei erstbester Gelegenheit zum Einsatz?

Eher nicht. Klingberg nahm gestern nicht am Training teil, weil es sein Rückreisetag ist. «Wenn Carl fit ist, wird er gegen Biel dabei sein. Matti Järvinen soll uns erst mal in aller Ruhe zuschauen, wie wir spielen», sagt Zugs Trainer Harold Kreis und bemerkt: «Er ist ein intelligenter und schneller Spieler.»

Rückbesinnung auf eine schöne Serie

Vielleicht noch mehr als sein Aufgebot, in dem nach wie vor die drei Internationalen Timo Helbling, Robin Grossmann und Dominik Schlumpf in der Verteidigung fehlen, beschäftigt Kreis das punktelose Wochenende vor der Nationalmannschaftspause. Das war eine aussergewöhnliche Erfahrung, Zug lag jeweils gegen Davos (3:5) und Lugano (3:5) mit mindestens zwei Toren im Rückstand. «Wir haben erst dann Betriebstemperatur erreicht, als wir hinten lagen», sagt Kreis und ergänzt: «Ich will wieder das Bewusstsein im Team installieren, dass wir auf der Jagd und nicht die Gejagten sind.»

Dabei hat er sich daran erinnert, dass seine Mannschaft schon mal zehn Qualifikationsspiele lang keinen Gegentreffer im Startdrittel zugelassen und in dieser Zeit 20 Punkte ergattert hat. Das spielte sich zwischen dem 15. Oktober und dem 18. November 2016 ab.

Aber wie funktioniert sie, die Rückbesinnung auf alte Stärken? «Zuletzt haben beide Gegner mit einem Forechecking starken Druck auf uns ausgeübt», sagt Teamleader Rafael Diaz. «Dabei ist genau das unser Spiel. Jetzt sind wir richtig ‹giggerig› darauf, es besser zu machen.» Der spielstarke Verteidiger weiss nur zu genau, dass im Playoff die Defensivarbeit entscheidet. «Wir müssen unseren Rhythmus finden und vor dem Tor aufräumen.»

 

Andreas Ineichen

andreas.ineichen@luzernerzeitung.ch