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EISHOCKEY: Ist Järvinen eine Verstärkung?

Beim Einstand des Finnen Matti Järvinen (27) verhält es sich so wie bei der Rückkehr des EV Zug zum Siegen: Man weiss beim besten Willen nicht so richtig, wie man die aktuelle Situation beim NLA-Dritten einschätzen soll.
Andreas Ineichen
Gab eine Torvorlage in den ersten beiden Spielen für den EV Zug: Matti Järvinen. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Lausanne, 17. Februar 2017))

Gab eine Torvorlage in den ersten beiden Spielen für den EV Zug: Matti Järvinen. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Lausanne, 17. Februar 2017))

Andreas Ineichen

andreas.ineichen@luzernerzeitung.ch

Es ist ganz gewiss nicht angebracht, sich ein abschliessendes Urteil über das Leistungsvermögen der Zuger Playoff-Verstärkung zu bilden. Schliesslich gibt es beschwingtere Momente, als bei einem Team sein Debüt anstelle des Captains zu geben, das zuvor dreimal in Folge verloren hat. In Lausanne kam in absentia des spürbar gealterten Josh Holdens (38) eine weitere Niederlage (0:3) dazu. Aber am Samstag war Matti Järvinen ein Teil jener Mannschaft, die gegen Fribourg für einen Umschwung gesorgt hatte. Beim 4:1 gegen Fribourg war der finnische Center zweiter Vorlagengeber des letzten Zuger Tores durch Sven Senteler (40.). Immerhin. In seinen ersten beiden Spielen für Zug steht Järvinen bei einer Plus-Minus-0-Bilanz.

Seine auffälligste Szene hatte er, als Rafael Diaz auf der rechten Seite zwei Gegenspieler austanzte und jenen Querpass spielte, der eigentlich zum 3:1 hätte führen müssen. Doch Järvinen scheiterte an dem in dieser Saison unzuverlässigen Fribourg-Goalie Benjamin Conz. Nachdem Zug-Trainer Harold Kreis die Neuverpflichtung erst mal dafür lobte, dass er ein grosses Spielverständnis habe und sich sofort ins System seines Teams eingefügt habe, bedauerte er doch: «Vielleicht hätte Jarkko Immonen die Chancen mit seinen Händen genutzt.» Man möchte zur korrekten Einschätzung des Sachverhalts doch anfügen: Vielleicht wäre der 34-jährige Finne, den Järvinen in diesem Spiel ersetzt hatte, gar nie in die Abschlussposition gekommen, weil ihm mittlerweile die dafür notwendigen Stundenkilometer fehlen. Seit 16 Spielen oder dem 10. Dezember 2016 (5:2 in Fribourg) hat Immonen nicht mehr getroffen. Mit zwölf Toren und gleich vielen Assists in 46 Qualifikationsspielen belegt der Zuger Altstar mittlerweile bloss Rang 61 der NLA-Topskorerliste.

Kreis hält an bewährtem EVZ-Konzept fest

Trotzdem ist Kreis schon unmittelbar nach dem 4:1 gegen Fribourg und dem ersten Sieg nach vier «Nullern» zum Schluss gekommen, dass er im nächsten Auswärtsspiel gegen den Titelverteidiger und sich abzeichnenden Qualifikationssieger Bern auf das bisherige EVZ-Quartett setzen wird. Das bedeutet: David McIntyre, Josh Holden, Carl Klingberg und Jarkko Immonen. Der Beste, McIntyre, liegt als Zweiwegstürmer mit alarmierend hoher Turnaround-Quote auf Rang 9 der NLA-Hitliste (16 Tore und 27 Assists in 45 Spielen). Das EVZ-Spektrum der skorenden Ausländer zwischen Rang 9 und 61 ist wohl kaum als Kompliment für Matti Järvinen zu verstehen, um es mal zurückhaltend auszudrücken.

Dabei ist Järvinen in den Augen des bis zum nächsten Wochenende in den nordamerikanischen Arbeitsferien weilenden EVZ-Sportchefs Reto Kläy durchaus als «Wunschtransfer» zu verstehen: Der Klubverantwortliche in der sportlichen Leitung geht davon aus, dass Järvinen über die aktuelle Saison hinaus eine bestimmende Rolle im EV Zug übernehmen könnte (unsere Zeitung berichtete).

Die EVZ-Academy erhöht die Ausländeransprüche

Trotzdem schleckt keine Geiss weg: Wenn der EV Zug in den nächsten Jahren dauerhaft zur NLA-Elite gehören will, dann braucht es mehr als vereinsinterne Verbundenheit und Opportunismus der zweiten Garde. Der EVZ braucht wegen der eigenen Academy zwei aussergewöhnlich talentierte und bezahlbare Ausländer in der NLA. Diesem Anspruch wird Järvinen kaum gerecht werden können.

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