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EISHOCKEY: Josh Holden stört die Zuger Ruhe

Just als der EV Zug auf Kurs wirkte, kommt von irgendwo ein vernichtender Schlag her. Ein Stockschlag von Josh Holden, um genau zu sein. Ein Verfahren läuft.
Zug-Stürmer Josh Holden (rechts, hier am Samstag gegen Klotens Jim Vandermeer) muss mit einer längeren Sperre rechnen. (Bild: Freshfocus / Patrick Staub)

Zug-Stürmer Josh Holden (rechts, hier am Samstag gegen Klotens Jim Vandermeer) muss mit einer längeren Sperre rechnen. (Bild: Freshfocus / Patrick Staub)

Nicola Berger

32 Punkte hat der EV Zug in den letzten 15 Partien gesammelt und dabei drei der meistgenannten Titelfavoriten bezwungen (Davos, Bern, Lugano) sowie den aktuellen Meister Zürich an den Rand einer Niederlage gebracht.

Rosarot schien der EVZ-Horizont zu schimmern, aber jetzt, nach der 3:4- Niederlage gegen Kloten vom Samstag ist der Frieden im Klub gefährdet. Der Störenfried heisst Josh Holden (37), wieder einmal, muss man sagen.

Armbruch bei Tommi Santala

In der 63. Minute attackierte der Kanadier in doppelter Unterzahl den Klotener Mittelstürmer Tommi Santala mit einem Stockschlag, der so unzimperlich war, dass der Finne jetzt sechs bis acht Wochen ausfällt, mit gebrochenem Arm.

Das ist happig und mit dem gleichen Adjektiv dürften sich auch die bevorstehenden Konsequenzen für Holden und den EVZ apostrophieren lassen. Der Kanadier ist ja bekannt für seine eher kurze Zündschnur, seit dem Beginn seiner NLA-Karriere von 2006 ist er sieben Mal gesperrt worden. Der Center, das ist das Verblüffende, hat sich selbst indes mehr als Opfer denn Täter gesehen, in den letzten Jahren; mit Medienschaffenden redet er schon länger nicht mehr, weil er sich ungerecht behandelt fühlt.

Das ist sein gutes Recht, natürlich, und seit ihm im Oktober 2013 acht Spielsperren für einen Check gegen Julien Vauclair aufgebrummt worden sind, liess er sich nichts mehr zuschulden kommen.

Das neueste Vergehen jedoch kommt zur Unzeit. Liga-Einzelrichter Reto Steinmann hat ein Verfahren eröffnet und ohne seinem Urteil vorgreifen zu wollen – es würde überraschen, könnte Holden das Playoff beginnen. Zumal Holdens langes Sündenregister ins Strafmass einfliessen wird.

Damit bringt der Kanadier seinen Klub ordentlich in die Bredouille. Reto Kläy, der Sportchef, fahndet ja seit längerem nach einem zusätzlichen Ausländer, doch bislang hatte die Suche wenig Dringlichkeit. Nun hat sich die Situation fundamental verändert, mit einem Stockschlag, das Gelingen der ganzen Saison steht auf dem Spiel. Es würde die Erfolgsaussichten merklich schmälern, müsste der EVZ mit drei Ausländern ins Playoff-Abenteuer starten. Und ein Aus im Viertelfinal wäre eine empfindliche Enttäuschung im ersten Jahr der Ära von Trainer Harold Kreis.

Simek zieht Lugano dem EVZ vor

Manager Kläy steht so vor einer diffizilen Aufgabe. Zuletzt hatte er gesagt: «Ich habe noch nie erlebt, dass der Ausländermarkt so ausgetrocknet ist wie jetzt.» Und wie um diese Einschätzung noch zu unterstreichen, hatte er unter der Woche an einer Alternativstrategie gefeilt und am Samstag versucht, Juraj Simek (28, Turku) nach Zug zu locken. Der Schweizer Nationalstürmer schloss sich freilich dem HC Lugano an, wo er auf seinen alten Kumpel Damien Brunner trifft. Hätte der EVZ um die drohende Sperre gegen Holden gewusst, wäre er im Poker wohl aggressiver vorgegangen, auch wenn Simek ein Flügelstürmer und Holden ein Center ist.

So aber beschränkte Kläy sich darauf, einige Spieler mit B-Lizenzen auszustatten. Die Namen will er erst dann kommunizieren, wenn die Saison für die betroffenen Akteure in der NLB zu Ende ist und sie tatsächlich zum Team stossen.

Dem EVZ stehen derweil stürmische Tage ins Haus. Weniger für die Spieler, die bis Donnerstag ein paar trainingsfreie Tage geniessen und die erst am 13. Februar gegen Lausanne wieder im Einsatz stehen. Vielmehr für die sportliche Führung, die a) einen valablen ausländischen Center ausfindig machen und b) darüber befinden muss, ob Holden intern diszipliniert wird und, wenn ja, wie. Nach dem Foul an Vau­clair hatte die Chefetage auf Sanktionen verzichtet. Die Frage ist, ob die Entscheidungsträger den Kanadier auch dieses Mal so sanft anfassen.

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