EISHOCKEY: Josh Holdens Einbürgerung verzögert sich

Josh Holden (36) hoffte, dass er im Jahr 2015 den Schweizer Pass erhalten würde. Nun ist aber klar: Der Mittelstürmer des EV Zug wird frühestens 2016 eingebürgert.

Nicola Berger
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Josh Holden jubelt nach einem Treffer. (Bild: Keystone)

Josh Holden jubelt nach einem Treffer. (Bild: Keystone)

Im Oktober 2013 verlängerte der EV Zug mit Josh Holden (36) vorzeitig um zwei Jahre bis 2016. Treibende Kraft hinter der erstaunlichen Transaktion war CEO Patrick Lengwiler. Der Manager musste für die umstrittene Vertragsverlängerung einiges an Kritik einstecken, es war ein Vertrauensbeweis ohne Not für einen Spieler, der gerade zum siebten Mal in der NLA gesperrt worden war für acht Spiele und der auf dem Markt keinerlei Begehrlichkeiten anderer Teams geweckt hatte.

Einer der Gründe für den langfristigen Kontrakt: Der EVZ hatte sich ausgemalt, dass der Kanadier das Ausländerkontingent ab 2015 nicht mehr belasten würde. Holden steht in seiner zehnten Saison in der Schweiz; 2008 war er nach je zwei Spielzeiten in Fribourg und Langnau zum EVZ gestossen. Zehn Winter in der Schweiz: Das würde ja genügen, um den roten Pass zu beantragen. Nur: Holden kann nicht jedes Jahr anrechnen lassen, weil die Sommer im Eishockey lang sind und er teilweise mehrere Monate in Nordamerika verbrachte.

Produktives Wochenende

Reto Kläy, der Zuger Sportchef, bestätigt nun: «Holden wird frühestens 2016 Schweizer sein.» Dann ist er 38, und es gibt keine Garantien, dass der Körper dann noch mitspielt bei seiner kräfteraubenden Spielweise. Aber klar: Sobald sein Ausländerstatus wegfällt, steigen die Chancen, dass er seine Laufbahn um ein paar Jahre verlängern kann, markant. Zumal Holden in diesen Tagen so etwas wie seinen zweiten Frühling erlebt. Kläy sagt: «Josh spielt momentan richtig stark.» Holden harmoniert derzeit glänzend mit seinen Linienkollegen Suri und Martschini; die Linie war noch von Doug Shedden zusammengestellt worden.

Aus diesem Trio zeigt Holden bisher die konstantesten Leistungen, mit einer Bilanz von plus 9 führt er gemeinsam mit Verteidiger Tim Ramholt die interne Plus/Minus-Wertung an (siehe Box). Und am Wochenende, gegen Kloten und Lugano, manifestierte sich die blendende Verfassung in hoher Produktivität: Der Mittelstürmer brillierte mit je zwei Toren und Assists; in der internen Skorerwertung hat er mit vier Treffern und sieben Zuspielen aus neun Partien bis auf zwei Punkte zu Goldhelm Pierre-Marc Bouchard aufgeschlossen.

Bald Bewegung bei Bouchard?

Apropos Bouchard: Der Frankokanadier hatte am Wochenende ja Gesprächsbereitschaft signalisiert (siehe Ausgabe vom Samstag), was eine Verlängerung seines im Frühjahr endenden Vertrags betrifft. Nun könnte Bewegung in die Sache kommen. Manager Kläy sagte: «Wir haben zwar noch keine Gespräche geführt. Aber es wäre wahrscheinlich nicht das Dümmste, ihn bald zu binden.»