EISHOCKEY: Keine Spengler-Cup-Bereitschaft

In einem Monat beginnt der traditionelle Spengler-Cup. Vom EV Zug dürfte einzig Pierre-Marc Bouchard in Davos auflaufen.

Nicola Berger
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Will sich eine Spengler-Cup-Teilnahme überlegen: EVZ-Kanadier Pierre-Marc Bouchard (rechts). (Bild: Keystone/Patrick B. Kraemer)

Will sich eine Spengler-Cup-Teilnahme überlegen: EVZ-Kanadier Pierre-Marc Bouchard (rechts). (Bild: Keystone/Patrick B. Kraemer)

Gerade als der EV Zug in Bern den nicht einkalkulierten 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen beging, schlich sich auf leisen Sohlen eine Persönlichkeit der internationalen Eishockeyprominenz in den Kabinentrakt: Steve Tambellini (56, Bild), langjähriger General Manager der Edmonton Oilers und zweifacher Stanley-Cup-Sieger, machte dem EVZ die Aufwartung.

Der Vater von Fribourg-Angreifer Jeff Tambellini plauderte kurz mit dem Zuger Trainer Harold Kreis, auch er ist ja kanadischer Provenienz, und wartete dann geduldig auf Pierre-Marc Bouchard (30). Was den Topskorer des EVZ angeht, war Tambellini in offizieller Mission unterwegs – für den kanadischen Verband stellt er in diesen Tagen das Kader des Teams Canada für den Spengler-Cup zusammen. Als Trainergespann hat Tambellini den Berner Coach Guy Boucher (43) sowie Ambris Serge Pelletier (48) gewonnen. Und für den Torhüterposten hätte er nur zu gerne die derzeit vertragslose NHL-Legende Martin Brodeur (42) verpflichtet.

Brodeur jedoch lehnte dankend ab, er hofft noch immer auf ein NHL-Engagement und sagte: «Es ist nicht mein Ziel, während der Weihnachtszeit in der Schweiz zu spielen.»

Auch Shedden am Spengler-Cup

Mit Absagen hatte bei der Spieler­selektion im Vorjahr auch schon Doug Shedden (53) zu kämpfen, der damals als Coach des Teams Canada firmierte. Der ehemalige EVZ-Trainer wird in diesem Winter abermals in Davos sein, dieses Mal mit seinem neuen Klub Medvescak Zagreb (KHL), wo er eine Armada ehemaliger NLA-Profis betreut: Andrew Hutchinson (ex EVZ), Krys Kolanos (EVZ/Langnau), Geoff Kinrade (SCB/Ambri), Pascal Pelletier (Langnau), Dario Kostovic (Ambri/Lugano) und Mark Popovic (Langnau) stehen allesamt unter seinen Fittichen.

Freigabe nur für die Kanadier

Möglich, dass sich Shedden für den Spengler-Cup an ehemalige Schützlinge aus Zug erinnert hätte, die Turnierteilnehmer engagieren ja traditionell diverse Verstärkungsspieler.

Im EVZ jedoch gibt es keine Bereitschaft, Akteure zur Verfügung zu stellen. Manager Reto Kläy sagt: «Bei den Kanadiern besteht Abstellungspflicht. Ansonsten erhält von uns niemand eine Freigabe.»

Holden schon 2013 nicht dabei

Die Politik ist nachvollziehbar, angesichts der hohen Belastung in dieser Spielzeit mit drei Wettbewerben. Selbst bei den Kanadiern Josh Holden (36) und eben Bouchard gibt es keine Garantie, dass sie die Einladung annehmen. Holden schlug schon im Vorjahr ein Aufgebot aus, obwohl damals sein Kumpel Shedden an der Bande stand. Und Bouchard sagte gestern: «Ich habe gehört, dass es ein tolles Erlebnis sei. Aber ich will den richtigen Entscheid treffen. Und dafür brauche ich noch ein paar Tage.»

Denkbar ist, dass es zu einem Kuhhandel zwischen Bouchard und Tambellini kommt: Der Angreifer spielt das Turnier, kommt aber nicht in jeder Partie zum Einsatz.

Sondell in der Nationalmannschaft

Ehre für EVZ-Verteidiger Daniel Sondell (30): Der mit 23 Skorerpunkten (5 Tore/18 Assists) bisher produktivste Abwehrspieler der NLA ist vom schwedischen Nationaltrainer Pär Marts für den Channel-One-Cup in Prag und Sotschi von Mitte Dezember aufgeboten worden. Bislang hat Sondell für den WM-Gruppengegner der Schweiz erst drei Länderspiele bestritten: 2009/10, als er noch für MoDo aktiv war.