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EISHOCKEY: Kreis muss Saisonende abwarten

Die Saison des Umbaus beim EV Zug kommt besser voran, als viele erwartet haben. Sicher auch ein Verdienst von Trainer Harold Kreis – aber (noch) kein Grund, den Vertrag mit ihm zu verlängern.
Andreas Ineichen
Will die Massnahme des EVZ nicht kommentieren: Trainer Harold Kreis.Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 11. Oktober 2016)

Will die Massnahme des EVZ nicht kommentieren: Trainer Harold Kreis.Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 11. Oktober 2016)

Vor ein paar Tagen hat ihn die sportliche Leitung der Zuger wissen lassen, dass die Zusammenarbeit mit ihm in der personellen Planung keine Priorität geniesst. «Zug will das Saisonende abwarten, bevor man mit mir über einen neuen Vertrag verhandeln wird», sagt Harold Kreis, Trainer des aktuellen Zweiten der NLA.

Der 57-jährige Deutschkanadier, seit Beginn der Saison 2014/15 in Diensten der Zuger, lässt sich nicht anmerken, was er von dieser Massnahme hält. Eine Wertschätzung für seine aktuelle Arbeit ist es jedenfalls nicht. Zur Erinnerung: Vor Beginn der letzten Saison ist der Vertrag mit ihm demonstrativ um ein weiteres Jahr verlängert worden, bevor der erste Match 2015/16 überhaupt begonnen hatte. Und als diese Saison in der Playoff-Blamage gegen Lugano geendet hatte, ist Kreis in seinem Job bestätigt worden, bevor die Einzelgespräche mit den Spielern aufgenommen wurden. Der Trainer hat in der jüngeren Zeit der Zusammenarbeit also schon verheissungsvollere Bekenntnisse vom EVZ erhalten – nun sagt er: «Ich arbeite gerne hier, und ich will mit dieser Mannschaft noch etwas auf die Beine stellen. Darauf fokussiere ich mich.»

Zweifel am zweifachen Meistertrainer

Kreis weiss nur zu genau, dass seine Arbeit im kritischen Umfeld des Klubs umstritten ist. Das zweifache Ausscheiden in den letzten beiden Viertelfinals hat Zweifel daran, dass er die Mannschaft weiter entwickeln und zum Erfolg führen kann, geschürt. Auch wenn er die Meistertitel mit Lugano 2006 und den ZSC Lions 2008 auf seiner Visitenkarte aufführen kann. Und dieser Herbst zeigt, dass Kreis eine weniger spektakuläre, aber physisch stärkere Mannschaft überraschend problemlos auf Playoff-Kurs hält. Aber eben: Die Qualifikation fürs Playoff war auch in den beiden Saisons davor nie eine echte Herausforderung. Erst das nächste Playoff (ab 4. März 2017) wird über den Wert der Arbeit und die Zukunft von Harold Kreis beim EV Zug richten.

Wenn überhaupt: Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die sportliche Führung des EVZ schon früher für einen anderen, einen neuen Trainer entscheiden wird. Weil das Thema ein ziemlich heikles ist, verkroch sich Sportchef Reto Kläy vor kurzem noch in den Nebel der Unverbindlichkeit: «Wenn wir in der Trainerfrage etwas zu kommunizieren haben, werden Sie es schon erfahren», wimmelte er Fragen zum Trainer der nächsten Saison ab.

Sportchef stellt neues Team zusammen

Sicher ist: Der Übungsleiter des EV Zug, wie der nächste Saison auch immer heissen wird, wird ein Team coachen, auf dessen Zusammenstellung er kaum Einfluss haben wird. Diese Arbeit – nach den Vertragsverlängerungen mit Dominik Schlumpf und Fabian Schnyder laufen noch 12 Spielerverträge aus – liegt in der Verantwortung von Reto Kläy. Und der befand schon vor Saisonbeginn, dass er für die Bestellung des neuen Teams nicht auf die Meinung des Trainers angewiesen sei.

Es ist aber genauso gut möglich, dass Kreis nicht bis ins nächste Frühjahr warten möchte, um seine berufliche Zukunft zu klären. Trainer nordamerikanischer Prägung sind in dieser Thematik bekannt für hohe Sensibilität und wenig Geduld. «Wenn Sie mich heute, am 20. Oktober, danach fragen, ob ich mich nach einem neuen Arbeitgeber umsehe, dann kann ich Ihnen versichern, dass ich nicht so denke. Das letzte Spiel gegen die ZSC Lions hat mir sehr gefallen, weil es auch aufgezeigt hat, in welchen Bereichen wir noch besser werden können.»

Sicher ist, dass das Trainer-Karussell noch nicht in Schwung geraten ist. Dafür ist es noch zu früh. Kreis weiss das natürlich. Darum bleiben ihm noch ein paar Wochen Zeit dafür, um sich klar darüber zu werden, ob er von sich aus die Zusammenarbeit mit dem EV Zug beenden wird – indem er das Angebot eines anderen Arbeitgebers annimmt.

Andreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.ch

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