EISHOCKEY: Mehr Emotionen, viele Fehler

Zug verliert auch die zweite Partie in der Champions League zu Hause gegen Djurgarden. Immerhin gibt es für die Zentral­schweizer einen Lichtblick.

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Der Zuger Verteidiger Johan Morant (rechts) hat schon früh im Spiel eine Schlägerei angezettelt, die Emotionen ins Spiel gegen jurgarden Stockholm gebracht hat. (Bild: Marc Schumacher / EQ Images)

Der Zuger Verteidiger Johan Morant (rechts) hat schon früh im Spiel eine Schlägerei angezettelt, die Emotionen ins Spiel gegen jurgarden Stockholm gebracht hat. (Bild: Marc Schumacher / EQ Images)

Marco Morosoli

Aus einem Wellental zu kommen, ist immer ein sehr schwieriges Unterfangen. In ein solches ist der EV Zug mit dem 0:7 gegen Tampere (Finnland) am vorletzten Samstag beim Auftaktspiel zur Champions Hockey League zweifellos geraten. Eine Erkenntnis aus dieser deftigen Klatsche: Ohne Emotionen wie gegen die Finnen geht es nicht. Und in dieser Hinsicht hat sich der EV Zug gestern Abend gegen Djurgarden Stockholm merklich gebessert. Den Weckruf besorgt hat wenig überraschend EVZ-Verteidiger Johan Morant, der sich bereits in der 6. Minute mit dem Djurgarden-Stürmer Tomi Sallinen ein Duell Mann gegen Mann liefert. Es ist der Startschuss für eine Partie, die wie es ein Zuschauer auf der Tribune wohl treffend ausdrückt, «eine gehörige Portion Zunder» in sich hat. Das sagen die 56 Strafminuten klar (Zug 34 Minuten/Djurgarden 22 Minuten). Und es hätten noch mehr sein können.

Zug hatte gestern auch wieder mehr Zug vor das gegnerische Tor. Doch noch immer passt bei den Zentralschweizern in offensiver Hinsicht nicht viel zusammen. Das Bemühen ist gross, in der Offensive Akzente zu setzen. Doch in Sachen Präzision hat das Team von Headcoach Harold Kreis weiterhin grosse Defizite. Zu viele Zuspiele sind ungenau, finden den angedachten Adressaten nicht oder sind der Kategorie «Hochrisiko» zuzurechnen.

Das ärgerliche 0:1 der Gäste

Da haben die Schweden, in der vergangenen Saison in der Meisterschaft nur gerade auf dem 9. Platz gelandet, eindeutige Vorteile. Ein Beispiel: Als Zug in der 17. Minute zum zweiten Mal im Powerplay spielen kann, verirrt sich ein Zuger Zuspiel. Djurgarden-Topzuzug Tomi Sallinen geht dazwischen und gibt die Scheibe an Henrik Eriksson weiter. Dieser lässt auch noch Tobias Stephan aussteigen und markiert das 1:0 für die Gäste. Wohl hat das Kreis-Team im ersten Drittel ein positives Schussverhältnis von 12:9, aber der Gast liegt mit einem Tor in Front.

Im Mittelabschnitt kann man Zug attestieren, weiterhin gekämpft zu haben. Das ist auch notwendig. Denn die Schweden machen nun noch mehr Druck und erhöhen auch die Schusskadenz auf EVZ-Keeper Tobias Stephan (21:10 Schüsse zugunsten von Djurgarden im 2. Drittel). Der EVZ-Keeper zeigt sich im Gegensatz zur Partie gegen Tampere stark verbessert, kann aber das 0:2 in der 34. Minute Robin Alvarez nicht verhindern. Ärgerlich dabei, dass Zug just kurz vorher das 1:1 auf dem Stock hatte.

Spätestens nach dem 3:0 der Nordländer in der 45. Minute durch Alexander Fallstrom glaubt kaum noch einer in der Bossard-Arena an den EVZ. Doch im Eishockey wechseln Stimmungen schnell. Kurz nach dem ersten Zuger Champions-Hockey-League-Goal der neuen Saison durch Pierre-Marc Bouchard (48. Minute) verkürzt Reto Suri auf 2:3. Es ist wieder alles offen, doch so sehr die Zentralschweizer in der Schlussphase sich auch bemühen, zu einem weiteren Tor reichte es am gestrigen Abend nicht mehr. Damit ist für die Zuger der zweite Platz, der für ein Weiterkommen notwendig ist, noch schwieriger zu erreichen. «Es ist noch nichts verloren» sagt EVZ-Headcoach Harold Kreis. Er lobt sein Team: «Heute war mehr Kampf und Leidenschaft da.» Er ärgert sich aber über «dumme Tore», welche sein Team in den ersten 40. Minuten zurückgeworfen haben und fügt an: «Mit der Leistung und dem Einsatz des Teams bin ich zufrieden.»

EV Zug – Djurgarden Stockholm 2:3 (0:1, 0:1, 2:1)

Bossard-Arena. – 3057 Zuschauer. – SR: Bruggemann (GER), Wehrli (SUI), Espinoza (SUI), Kohler (SUI).

Tore: 17. Eriksson (Sallinen, Ausschluss Anderson!) 0:1. 34. Alvarez (Press, Ausschlüsse Bürgler, Erkisson) 0:2. 45. Fallstrom (Sorensen, Ausschluss Morant) 0:3. 48. Bouchard (Immonen, Ausschluss Ahlen) 1:3. 49. Suri 2:3.

Strafen: Zug 12-mal 2 plus 10 Minuten (Holden) gegen Zug, Djurgarden Stockholm 11-mal 2 Minuten.

Zug: Stephan; Alatalo, Sondell; Ramholt, Grossmann; Morant, Erni; Stadler; Martschini, Holden, Suri; Bürgler, Immonen, Bouchard; Zangger, Diem, Schnyder; Volejnicek, Marchon, Lammer.

Bemerkungen: Zug ohne Schlumpf, Blaser, Peter, Thibaudeau (alle verletzt); Lüthi (rekonvaleszent). 7. Vejdemo (Djurgarden, Pfosten). 60. Time-Out Zug. EVZ ab 59.06 ohne Keeper.

Rangliste Gruppe B: Rangliste: 1. Tappara Tampere 3/7 (13:5). 2. Djurgarden Stockholm 3/5 (8:8). 3. Zug 2/0 (2:10). – Tappara Tampere weiter.

Zwei Teams pro Dreiergruppe erreichen die Sechzehntelfinals.