Eishockey
Mehrere Klubs werben um Stürmer Bachofner – bleibt er trotzdem beim EV Zug?

Der Vertrag von Jérôme Bachofner läuft Ende Saison aus. Demnächst wird über seine Zukunft entschieden.

Philipp Zurfluh
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Beim EV Zug im Aufwind: Stürmer Jérôme Bachofner.

Beim EV Zug im Aufwind: Stürmer Jérôme Bachofner.

Bild: Estelle Vagne / Freshfocus (Lausanne, 26. Oktober 2021)

«Den Torriecher habe ich noch nicht gefunden. Die Abschlussqualität war oft ungenügend. Das muss besser werden.» Die selbstkritische Aussage von Jérôme Bachofner stammt vom 8. Oktober. Mit drei Assists aus den ersten zwölf Spielen konnte der 25-Jährige sein Potenzial noch nicht ausschöpfen, er hatte viel Luft nach oben. Doch in den vergangenen Wochen ist viel gegangen, der Wind hat gedreht. Trainer Dan Tangnes gewährte ihm – auch aufgrund diverser abwesenden Stürmern - mehr Eiszeit. Der Flügel dankte es mit fünf Toren und vier Assists in den letzten neun Spielen zurück. Bachofner hatte mehr Zug zum Tor und erledigte die Defensivaufgaben zur Zufriedenheit des Trainers. Der gebürtige Dübendorfer betrieb Werbung in eigener Sache, sein Vertrag läuft Ende Saison aus.

Aus seinem Umfeld ist zu hören, dass in den letzten Wochen immer mehr Klubs ihr Interesse am Stürmer deponiert haben. «Es spricht für ihn, dass er diverse Offerten vorliegen hat», sagt Sportchef Reto Kläy dazu. Bachofner, der im Sommer 2019 von den ZSC Lions in die Zentralschweiz wechselte, sagte vor ein paar Wochen: «Ich bin sehr glücklich hier in Zug und würde gerne bleiben.»

Junge Spieler sitzen Bachofner im Nacken

Bachofner ist nicht primär wegen der Tore und Assists ein wichtiger Faktor im Zuger Kollektiv. Tangnes bezeichnet ihn als «pflegeleicht». Gegen Bachofner spielt niemand gern, er provoziert, holt Strafen heraus. Kläy sagte kürzlich: «Er ist ein Unruhestifter. Ein Element, das es grundsätzlich braucht.» Grundsätzlich? Der Sportchef will nicht näher präzisieren und verweist auf Gespräche, die in dieser Woche folgen.

Es ist aber sehr gut möglich, dass Bachofners Platz ab nächster Saison ein talentierter Stürmer aus dem eigenen Nachwuchs einnehmen wird. Spieler wie Dario Allenspach, Valentin Hofer oder Luca Andrea De Nisco, der schon in der ersten Linie an der Seite von Jan Kovar und Dario Simion zum Zug kam, haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie sich auf diesem Niveau nicht verstecken müssen.

Klar ist: Für den Sportchef gestaltet sich der letzte Feinschliff der Kaderplanung alles andere als einfach. «Stimmt die Leistung, also verlängern wir, so einfach ist die Rechnung nicht», erklärt Kläy. «Eigentlich kann ich mich glücklich schätzen. Ich habe eine grosse Auswahl an Kandidaten, aber das macht es umso schwieriger», fügt er an. Mit den eben erwähnten Nachwuchskräften wurde eine Standortbestimmung durchgeführt. Entweder kommen sie im National-League-Kader des EV Zug unter oder wechseln zu einem Liga-Konkurrenten oder einem Swiss-League-Klub. Auch die Zukunft von Stürmer Marco Müller ist in der Schwebe. Dass beide, Bachofner und Müller, über die Saison hinaus beim EVZ beschäftigt werden, gilt als unwahrscheinlich. Kläys Planspiele werden dadurch nicht einfacher, weil er erst im Frühling abschätzen kann, ob das Abenteuer von Grégory Hofmann und Tobias Geisser in Nordamerika länger dauern wird. «Es ist sozusagen ein Pokerspiel», so Kläy.

Cadonau oder ein Jungspund?

Auch was die Defensive anbelangt, stehen die letzten Gespräche an. Sieben Verteidiger (Niklas Hansson, Christian Djoos, Livio Stadler, Dominik Schlumpf, Samuel Kreis, Nico Gross und Dario Wüthrich) sind über die Saison hinaus an den EV Zug gebunden. Für den Sportchef geht es darum, die Position Nummer acht zu besetzen. Setzt er auf bewährte Routine (Claudio Cadonau) oder auf wilde Unbekümmertheit wie beispielsweise Arno Nussbaumer und Dario Sidler? Bis Ende November werden die Beteiligten Gewissheit haben.

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