EISHOCKEY: Mickrige Leistung, grosser Lohn

Der EV Zug gewinnt auch dann Spiele, wenn die Leistung dafür nicht ausreichen dürfte. Er profitiert von einem starken Goalie und von den Unzulänglichkeiten des Gegners Ambri.

Andreas Ineichen/Ambri
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Torschütze Santeri Alatalo (Mitte) feiert mit seinen Teamkollegen den Zuger Treffer zum 1:0. (Bild: Samuel Golay/Keystone (Ambri, 27. Januar 2017))

Torschütze Santeri Alatalo (Mitte) feiert mit seinen Teamkollegen den Zuger Treffer zum 1:0. (Bild: Samuel Golay/Keystone (Ambri, 27. Januar 2017))

Andreas Ineichen/Ambri

andreas.ineichen@luzernerzeitung.ch

Es ist ja nicht alltäglich, dass sich zwei Mannschaften, die sich auf dem Weg zu unterschiedlichen Spielorten befinden, auf ein und demselben Parkplatz treffen. Doch gestern warteten der Teamcar des EV Zug und jener des SC Bern im Werkhof Göschenen auf die Weiterfahrt durch den Gotthardtunnel. In diesem Nadelöhr hatte sich in den Nachmittagsstunden ein Unfall ereignet, weshalb sich auf der Autobahn ein bis zu 5 Kilometer langer Stau gebildet hatte.

Die beiden Teamcars bekamen nach Aufhebung der Sperre zwar die Vorfahrt durch den Tunnel, aber der EVZ erreichte Ambri erst gegen 18.50 Uhr, was eine Verschiebung des Spielbeginns um eine Viertelstunde nötig machte. Der SCB musste noch ein Stück weiter nach Lugano, dieser Match wurde gar erst um 21 Uhr angepfiffen.

Ambri-Fans machen ihrem Unmut Luft

Als sich das Startdrittel in der Valascia bereits dem ersten Sirenenton näherte, bemühten sich draussen vor dem Stadion noch Besucher um ein Ticket. Verpasst hatten sie die Führung der Zuger im Zuge eines Powerplays durch Santeri Alatalo. Die Gäste hätten zur ersten Pause gar noch höher führen können, doch liessen Jarkko Immonen und Sven Senteler beste Möglichkeiten aus.

Zug profitierte davon, dass Ambri erst mal mit sich selber zu kämpfen hatte. Sein Spiel war unpräzise, es harzte der Spielaufbau, sodass kaum je Torgefahr vor Zug-Goalie Tobias Stephan aufkam. Das hat natürlich nicht zur Hebung der Stimmung in der Valascia gedient. Die leidenschaftlichen Ambri-Fans, die in auffällig geringer Zahl kamen und neben dem Stau vor dem Gotthard ihren Teil zum Saisonminusrekord (3627 Zuschauer) beitrugen, schwiegen zu Spiel­beginn und rollten immer wieder Spruchbänder aus, um ihrem Unmut über den Kriechgang des Tabellenletzten Luft zu verschaffen.

Ambri hätte es im weiteren Spielverlauf auf dem Stock gehabt, die fünfte Niederlage in Folge zu verhindern. Dass es nicht gelang, lag an mangelnder Kaltblütigkeit, an einem starken Stephan und auch an Pech, das vorab Mannschaften eigen ist, denen es ohnehin nicht läuft.

Lukas Lhotak hätte in der 22. Minute ausgleichen können, doch sein Penaltyversuch war nicht gut genug, um Stephan überwinden zu können. Auch Oliver Kamber scheiterte später aus guter Position. Als Ambri nach je einem Powerplay-Treffer für beide Teams auf das 2:2 drückte, übersahen die Spielleiter einen hohen Stock ins Gesicht von Pesonen. Das hätte eine Strafe gegen Zug geben müssen.

Dennoch boten sich Monnet und Emmerton ausgezeichnete Chancen, um eine Verlängerung zu erzwingen. Aber der eine fand seinen Meister in Stephan, der andere brachte eine hüpfende Scheibe nicht über die Torlinie. So war der Lohn, den Zug für eine bescheidene Leistung bekam, auch nicht alltäglich.

Ambri-Piotta - EV Zug 1:2 (0:1, 0:0, 1:1)

3627 Zuschauer. – SR Eichmann/Koch, Bürgi/Stuber.

Tore: 7. Alatalo (Klingberg, Senteler/Ausschluss Mäenpää) 0:1. 44. Martschini (Holden/Ausschluss Zgraggen) 0:2. 48. Mäenpää (Janne Pesonen/Ausschlüsse Morant, Alatalo; Hall) 1:2. – Strafen: je 6-mal 2 Minuten.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Zgraggen, Mäenpää; Fora, Gautschi; Ngoy, Jelovac; Sven Berger, Collenberg; Monnet, Emmerton, Janne Pesonen; Kostner, Hall, Lauper; Lhotak, Oliver Kamber, Bastl; Guggisberg, Fuchs, Duca.

Zug: Stephan; Schlumpf, Alatalo; Diaz, Morant; Simon Lüthi, Erni; Fohrler; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Nolan Diem, Schnyder.

Bemerkungen: Zug ohne Helbling und Grossmann (beide verletzt). – Lhotak scheitert mit Penalty an Stephan (22.). – Lattenschuss Monnet (23.).