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EISHOCKEY: Mit Mentalcoach zum Titel?

Der EV Zug braucht heute in Bern (20.15/SRF zwei) einen Sieg, um eine realistische Chance auf den Titel zu wahren. Sportpsychologe Saul Miller glaubt nach wie vor fest an die Zentralschweizer.
Sven Aregger
Saul Miller ist optimistisch, dass in Zug in diesem Jahr der Meistertitel gefeiert werden kann. (Bild: René Ruis/Keystone (Zug, 27. Oktober 2016))

Saul Miller ist optimistisch, dass in Zug in diesem Jahr der Meistertitel gefeiert werden kann. (Bild: René Ruis/Keystone (Zug, 27. Oktober 2016))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Als der EV Zug nach einer Niederlagenserie kurz vor dem Ende der Qualifikation auch in Langnau verlor, stellte sich die Frage: Wie Playoff-tauglich ist dieses Team wirklich? Der renommierte Sportpsychologe Saul Miller, in der laufenden Saison in Diensten des EVZ, sass auf der Tribüne. Er hatte wegen eines Familienfestes bereits seinen Rückflug nach Nordamerika gebucht. Und er sagte: «Ich komme erst für den Playoff-Final wieder nach Zug.»

Miller hat sein Versprechen gehalten. Er ist zurück beim EVZ, der es tatsächlich in den Final geschafft hat. Gestern stand er auf der Tribüne der Bossard-Arena. Mit EVZ-Kapuzenpulli und mit den Händen in den Hosentaschen beobachtete er das Training. Zug liegt in der Serie gegen Bern 0:2 zurück, und Miller wird wohl dringender gebraucht denn je. Im ersten Finalspiel in Bern (0:5) habe man nicht den wahren EV Zug gesehen, sagt er. «Aber im zweiten Spiel am Samstag (2:4) hatten wir mehr Schüsse und mehr Chancen als Bern. Wir brauchen jetzt noch solch eine ähnliche Partie, dann sind wir wieder im Geschäft.»

«Status quo ist im Sport nie gut genug»

Miller verströmt Optimismus. Als Mentalcoach ist das sein Job. Und er versteht sein Handwerk. 2006 verhalf er dem HC Lugano zum Meistertitel, vergangene Saison dem SCB. Die Berner hätten eine talentierte Mannschaft mit einem hervorragenden Trainer, erzählt der Kanadier. Das gelte aber auch für Zug. Wo also liegt der Unterschied? Miller sagt: «Bern hat eine von grossen Siegen geprägte Geschichte.» Er meint damit: Der SCB weiss, wie man Titel holt. Allein seit 2004 hat er viermal die Meisterschaft gewonnen. Miller verweist auf die grossen Klubs Bern, Davos, ZSC und Lugano, die seit 1999 den Meistertitel immer unter sich ausgemacht haben. «In diesen Kreis wollen wir vorstossen. Und das können wir», sagt er.

Miller betreut in der laufenden Saison neben Zug auch den NLB-Meister Langenthal. Mit den Langenthalern, die gegen Ambri um den Aufstieg kämpfen, ist er nach wie vor in Kontakt. Zug hat aber Priorität. Er führt Gespräche mit den Spielern und Trainern, in Gruppen oder einzeln. Er arbeitet mit Botschaften und Atemtechniken. Mit aufbauenden Worten besinnt er die Spieler auf ihre Stärken. Er zeigt ihnen auf, wie sie unter Druck ihre Bestleistung abrufen können. Es gehe um den Fokus, um Emotionen und Haltung, erklärt Miller, der über Skype und Facetime auch NHL-Spieler berät. «Der Staus quo ist im Sport nie gut genug. Ziel muss es sein, immer besser zu werden.» EVZ-Trainer Harold Kreis sagt über Miller: «Er hilft den Spielern, den Fokus zu verfeinern. Er nimmt eine andere Perspektive ein als wir Trainer, aber er hat die gleiche Botschaft.»

Engagement bei der Nationalmannschaft

Millers erfolgreiche Arbeit hat sich längst herumgesprochen. Das Schweizer Nationalteam hat ihn für die bevorstehende WM verpflichtet. Was nächste Saison ist, lässt er vorderhand offen. Sein Augenmerk gilt derzeit dem EV Zug – bis zum Saisonende. Oder wie er es sagt: «Bis wir die Meisterschaft gewonnen haben.»

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