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EISHOCKEY: Neue Rolle für Bürgler

Nach einem schwachen Saisonstart ist der Hoffnungsträger Dario Bürgler im EV Zug in die vierte Linie relegiert worden. Der Coach Harold Kreis hofft auf eine Trotzreaktion.
Dario Bürgler (rechts) wird vom Davoser Claude-Curdin Paschoud in die Knie gezwungen. Der Flügelstürmer agiert in dieser Saison bislang unglücklich. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

Dario Bürgler (rechts) wird vom Davoser Claude-Curdin Paschoud in die Knie gezwungen. Der Flügelstürmer agiert in dieser Saison bislang unglücklich. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

Nicola Berger

Am Dienstagabend gelang dem EV Zug ein 4:3-Sieg gegen den Tabellenletzten Kloten. Das Ergebnis war zufriedenstellend aus Zuger Optik, drei Punkte, nicht aber die Stilnote. Bis auf den 37-Jährigen Rückkehrer Josh Holden (2 Tore/1 Assist) erreichte kaum ein Akteur Normalform. Besonders unglücklich agierte der Flügelstürmer Dario Bürgler (27), der sich viele Scheibenverluste leistete und deshalb in der Schlussphase nicht mehr eingesetzt wurde. Seinen Platz in der Paradelinie neben Zuzug Jarkko Immonen und dem letztjährigen EVZ-Topskorer Pierre-Marc Bouchard nahm Dominic Lammer (22) ein. Man dachte, es sei ein Weckruf des Trainers Harold Kreis an die Adresse Bürglers, eine temporäre Sache. Schliesslich hatte die Rückkehr Bürglers vor Jahresfrist als Zuger Transfercoup gegolten, nach sieben Wintern im Davoser Exil.

Als Hoffnungsträger verpflichtet

Doch Lammer erhält heute beim Auswärtsspiel in Bern eine weitere Bewährungschance, während Bürgler in die vierte Linie relegiert worden ist. Kreis sagt: «Dario muss sein Spiel erst wiederfinden. Ich kann ihm punkto Einsatz keine Vorwürfe machen, aber er war zuletzt nicht in Form. Vielleicht hilft es ihm, wenn er eine andere Rolle ausfüllen kann.» Was Kreis nicht sagt: Auf Dauer wird sich der EVZ einen Viertlinienspieler Bürgler nicht leisten können, beziehungsweise wollen. Denn der 24-fache Nationalspieler gehört zu den Grossverdienern im Kader, und schon 2014/15 korrespondierten die Leistungen nicht immer mit der Erwartungshaltung, was aber vorab mit zwei Oberschenkelblessuren zu erklären war. Bürgler sagt: «Es war ein frustrierendes Jahr, ich musste das erst verarbeiten.»

In der neuen Saison soll sich das ändern; Bürgler ist der Erste, der das offen anspricht. Er steht vor der Eingangstür der Trainingshalle neben der Bossard-Arena und sagt: «Es ist mir klar, dass alle Erwartungen an mich haben: die Fans, die Journalisten, die Trainer. Es wäre ja traurig, wenn es anders wäre, das würde nicht für meine Qualitäten sprechen.» Bürgler sagt offen, dass seine Darbietung gegen Kloten ungenügend war – die Versetzung in die vierte Linie will er aber nicht negativ gewertet sehen. Er sagt: «Es ist doch eine gute Sache, wenn unser Angriff ausbalanciert ist. Dominic Lammer ist ein ausgezeichneter Spieler, er hat diese Chance verdient. Und ich freue mich, neben Nolan Diem aufzulaufen. Er ist ein Top-Center, der problemlos zwischen zwei Ausländern spielen könnte.»

Bürgler sieht die Angelegenheit auch darum so entspannt, weil er schon beim HC Davos zwischenzeitlich in der nominell vierten Linie zum Einsatz gekommen ist. Er sagt: «Ich bin mir das gewohnt.» Der Unterschied indes ist: Der Davoser Coach Arno del Curto erteilt seinen hinteren Reihen ungleich mehr Auslauf als Harold Kreis in Zug. Entsprechend hofft Kreis, dass die Verbannung nicht von Dauer ist, und Bürgler mit einer Trotzreaktion eine Beförderung nötig macht. Kreis sagt: «Ich werde die Situation von Spiel zu Spiel neu analysieren.» Auch der Trainer weiss: Es ist nicht die Frage, ob dem Schwyzer eine Leistungssteigerung gelingt, sondern nur wann.

Noch nie in Frühform

Denn Bürgler sagt: «Mit dem Saisonstart habe ich mich in meiner Karriere fast immer schwergetan.» Und tatsächlich: Sogar 2012/13 in Davos, seiner mit 41 Punkten bislang produktivsten Saison, waren ihm in den ersten 14 Partien nur fünf Skorerpunkte gelungen. Er sagt: «Solange mir in der zweiten Saisonhälfte ein paar Tore mehr gelingen, ist es für mich in Ordnung.»

Diese Sichtweise erfordert Geduld, bei Bürgler, den Fans, dem Trainer. Es ist eine rare Tugend im Profisport, genährt wird sie ausschliesslich durch Siege – selbst solche, bei denen die Stilnote zu wünschen übrig lässt.

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