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EISHOCKEY: Paradelinie verdient diesen Namen

Nach fünf Meisterschaftsspielen steht der EV Zug auf Rang 4. Zeit für eine erste Bilanz: Was bisher rundläuft, und was noch nicht wunschgemäss funktioniert.
Sven Aregger
Beleben das Zuger Spiel: Viktor Stalberg (rechts) und Garrett Roe (Mitte) mit Lino Martschini. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus (Davos, 8. September 2017))

Beleben das Zuger Spiel: Viktor Stalberg (rechts) und Garrett Roe (Mitte) mit Lino Martschini. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus (Davos, 8. September 2017))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Die erste Cup-Hürde hat der EV Zug mühelos genommen. Das Schützenfest am Mittwoch gegen den Erstligisten Wiki-Münsingen (9:0) war das Kontrastprogramm zum rauen Liga-Alltag. Dort ist der EVZ resultatmässig im Soll: vier Siege in fünf Spielen und Rang 4. Die Auftritte waren aber nur teilweise überzeugend, oft wechseln Licht und Schatten. Natürlich hat eine Zwischenbilanz nach fünf Runden begrenzte Aussagekraft. Gewisse Tendenzen lassen sich dennoch erkennen. Eine Übersicht, was bisher rundläuft und wo es Steigerungspotenzial gibt.

Pluspunkte

  • Neue Ausländer: Der Schwede Viktor Stalberg und der US-Amerikaner Garrett Roe sind zweifellos eine Bereicherung – nicht nur für den EV Zug, sondern für die gesamte National League. Flügel Stalberg feierte mit zwei Toren am ersten Spieltag gegen Davos einen fulminanten Einstand. Mit seiner Wucht, seinem Tempo und Torinstinkt strahlt er stetige Gefahr vor dem gegnerischen Tor aus. Center Roe überzeugt durch Technik, Übersicht und Beweglichkeit. Beide sind auch Schlüsselspieler im erfolgreichen Boxplay. Gemeinsam mit dem aufblühenden Dominic Lammer bilden sie eine Paradelinie, die diesen Namen verdient.
  • Special Teams: Sowohl das Unterzahl- wie auch das Überzahlspiel sindligaweit spitze. In seinen insgesamt über 48 Minuten mit einem oder zwei Mann weniger hat der EVZ erst ein Gegentor zugelassen. «Die Spieler arbeiten sehr diszipliniert, hart und intelligent», sagt Trainer Harold Kreis und lobt das Forechecking. «Sie ermöglichen dem Gegner wenig Schüsse aus der gefährlichen Zone.» Das vereinfache die Arbeit für Goalie ­Tobias Stephan. Im Powerplay hat der EVZug eine Erfolgsquote von 20 Prozent. Nach har­zigem Beginn kommt er immer besser in Fahrt.
  • Siegermentalität: Alle seine Siege realisierte Zug mit einem Tor Differenz, zweimal fiel die Entscheidung nach der regulären Spielzeit. Man kann das minimalistisch finden oder glückhaft. Aber es spricht für die Klasse und die Mentalität einer Spitzenmannschaft, enge Spiele zu ihren Gunsten zu entscheiden. Kreis sagt: «Wir finden einen Weg zum Gewinnen. Das ist immer gut.»

Minuspunkte

  • Defensivverhalten: 13 Ge­gentore sind ein durchschnittlicher Wert. Vor allem das Aufbauspiel ist fehlerhaft. Zu häufig ­verlieren die Zuger die Scheibe oder spedieren sie ungenügend aus der eigenen Zone. Auch das Positionsspiel in der verjüngten Abwehr ist ausbaufähig. «Wir müssen auf dem Eis mehr mit­einander sprechen», sagt Kreis.
  • Liniengefälle: Die Ausgeglichenheit der vier Linien war letzte Saison eine der grossen Stärken des EV Zug. In der neuen Meisterschaft besteht diesbezüglich noch ein Ungleichgewicht. Neun der fünfzehnTore gingen entweder aufs Konto der Paradelinie oder der Powerplayformationen. Das hat auch mit den vielen Ausfällen zu tun. In der ­zweiten Linie konnte der fünfte Ausländer Josh Holden nicht verbergen, dass ihm nach einer Schulteroperation Spielpraxis, Fitness und Dynamik fehlen. Der Kanadier war bisher kein adäquater Ersatz für den verletzten Landsmann David McIntyre. Nicht richtig auf Touren gekommen ist bislang auch die dritte ­Linie. Der neue Center Timothy Kast ist zwar ein cleverer Spieler, der sich auch offensiv in Szene setzen kann. Aber das Zusammenspiel mit den Flügeln Carl Klingberg und Sven Senteler funktioniert noch nicht nach Wunsch, Letztere haben die schlechteste Plus/Minus-Bilanz im Team. Laut Trainer Kreis ist die dritte Linie im «Abstimmungs- und Findungsprozess».
  • Nachsetzen bei Führung: Zug hat die Angewohnheit, bei einer Führung einen oder zwei Gänge zurückzuschalten. «Wir haben noch Schwankungen in unserem Spiel, indem wir das Momentum aus der Hand geben», sagt Kreis. Dies offenbarte zuletzt die Partie gegen Kloten. 40 Minuten lang hatte der EVZ das Spiel im Griff und führte 2:0. Weil er aber nicht konsequent genug die Entscheidung suchte, musste er nach dem Klotener Anschlusstreffer noch zittern.

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