EISHOCKEY: Patrick Fischer: «Wir profitieren enorm von Damien Brunner»

Vor dem heutigen Gastspiel in der Bossard-Arena spricht Lugano-Coach Patrick Fischer (39) über die Pfiffe gegen Damien Brunner. Und über das Erfolgsgeheimnis seines Topskorers Fredrik Pettersson.

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Steht trotz gewichtiger Absenzen mit seinem Team auf Platz 5: Lugano-Trainer Patrick Fischer. (Bild: EQ)

Steht trotz gewichtiger Absenzen mit seinem Team auf Platz 5: Lugano-Trainer Patrick Fischer. (Bild: EQ)

Interview Nicola Berger

Patrick Fischer, wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Patrick Fischer: Ich kann nicht klagen. Wir haben acht der letzten elf Partien gewonnen und liegen auf Kurs. Es freut mich, dass wir zu jenen fünf Top-Teams gehören, die momentan quasi in einer eigenen Liga spielen. Und das, obwohl wir gewichtige Absenzen hatten und noch immer haben. Mit Hirschi, Vauclair und Ulmer fehlten drei unserer Top-4-­Verteidiger über längere Zeit. Solche Ausfälle spürt jedes Team.

Experten und Kaffeesatzleser im ganzen Land haben Lugano vor der Saison den defensiven Untergang prophezeit, weil Sie auf einen ausländischen Verteidiger verzichteten. Nun hat Ihr Team am viertwenigsten Gegentreffer kassiert.

Fischer: Wir wussten, dass wir hinten stabil sind. Letztes Jahr hatten wir Ilkka Heikkinen in der Abwehr. Ich möchte nicht sagen, dass er defensiv unser schlechtester Verteidiger war, aber er war bestimmt nicht der beste.

Im Dezember haben Sie Damien Brunner unter Vertrag genommen. Das war ein spektakulärer Coup, doch bisher hat er in 12 Spielen bloss 5 Skorerpunkte produziert.

Fischer: Wir profitieren enorm von diesem Transfer, auch wenn man das statistisch vielleicht noch nicht sieht. Er wertet uns extrem auf und hätte mehr Punkte, wäre Valtteri Filppula nicht ausgefallen. Pettersson/Klasen und Brunner/Filppula sind zwei hochkarätige Duos. Sie werden uns noch viel Freude bereiten.

In der Bossard-Arena ist der Empfang für Brunner Mitte Monat sehr frostig gewesen.

Fischer: Ich wünschte mir, es wäre anders, aber es gehört wohl zum Business. Ich kann mich erinnern, dass das Zuger Publikum sehr reserviert reagiert hat, als ich nach meinem Wechsel zum HC Davos das erste Mal nach Zug zurückgekehrt bin. Ich wurde zwar damals nicht ausgepfiffen, spürte aber den Argwohn und die Missgunst. Brunner wird auch in Davos oder Bern ausgepfiffen, warum weiss ich nicht vielleicht ist es einfach ein Zeichen von Furcht. Es ist jedenfalls absurd, wenn man ihm vorwirft, er habe bei uns nur des Geldes wegen unterschrieben. In Russland wäre sein Salär sehr viel höher gewesen. Die Leute in Zug sollten nicht vergessen, dass Brunner dem EVZ viele schöne Stunden beschert hat.

Brunner ist nicht der Einzige, der in jüngster Vergangenheit die Seiten ­gewechselt hat zwischen den Klubs. Wie beurteilen Sie aus heutiger Warte den November-Tausch, der Dominik Schlumpf zum EVZ gebracht hat und Calle Andersson sowie Alessio Bertaggia nach Lugano?

Fischer: Ich denke, alle Seiten haben profitiert: die Spieler und die Klubs. Ich mag Schlumpf sehr. Er ist furchtlos und hat viel Potenzial. Aber wir haben einen Powerplay-Spezialisten gesucht und diesen in Calle Andersson gefunden. Auch Bertaggia war für uns ein wichtiger Zuzug.

Lugano hat seit 2006 keine Playoff-Serie mehr gewonnen. Warum soll sich das im März ändern?

Fischer: Ich glaube an diese Mannschaft. Wir haben zwei starke Torhüter, neun Verteidiger und 16 Stürmer im Kader. Diese Breite wird uns stark machen.

Quantität ist das eine, Qualität das andere. Ihr Topskorer Fredrik Pettersson spielt eine Saison für die Ewigkeit. Was ist sein Geheimnis?

Fischer: Für mich ist diese Leistungs­explosion auch überraschend gekommen. Aber er arbeitet sehr hart und ist dafür belohnt worden. Es macht Spass, ihm zuzusehen. Man unterschätzt aber, wie wichtig sein Linienkollege Linus Klasen ist. Er zieht sehr viel Aufmerksamkeit auf sich und macht damit Räume für Pettersson frei.