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EISHOCKEY: Playoff-Nächte können lang werden

In den Playoffs gehören Penaltyschiessen der Vergangenheit an. Die Partien können nun theoretisch bis spät in die Nacht dauern. Der EV Zug befürwortet die neue Regel aus sportlichen Gründen. Unter den Fans gibt es aber kritische Stimmen.
Sven Aregger
In Norwegen 2017: Storhamars Siegfeier morgens um 2.32 Uhr. (Bild: Fredrik Olastuen/Key (Hamar, 13. März 2017))

In Norwegen 2017: Storhamars Siegfeier morgens um 2.32 Uhr. (Bild: Fredrik Olastuen/Key (Hamar, 13. März 2017))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitungch

Das neue Format hat den Belastungstest noch vor sich. In der ersten Runde der Playoff-Viertelfinals waren am Samstag alle Spiele nach 60 Minuten entschieden, die Schlusssirenen in den Stadien ertönten vor 23 Uhr. Damit ist jedoch nicht immer zu rechnen, auch darum, weil in den Playoffs die Partien neu ausgespielt werden. Das heisst: Ist ein Match nach der regulären Spielzeit nicht entschieden, folgen Abschnitte von je 20 Minuten, bis der Siegtreffer fällt. Das bisherige Penaltyschiessen nach 20 Minuten Verlängerung fällt weg.

Rein theoretisch können die Spiele neu also bis in die Morgenstunden dauern. Die Erfahrung zeigt zwar, dass allein schon eine zweite Verlängerung eher selten vorkommt. Es gibt aber auch Ausnahmefälle. In Norwegen endete 2017 die Begegnung zwischen Storhamar und Sarpsborg erst in der 8. Overtime, nach 217:17 Minuten Spielzeit. Die Partie war um 18 Uhr angepfiffen worden, der Siegtreffer fiel um 2.32 Uhr.

«Sinnvollere und fairere Lösung»

In vielen europäischen Ligen und in der NHL hat sich das Format etabliert. Dass der Schweizer Eishockeyverband nun nachzieht, entspricht dem Anliegen der Klubs in der National League. Auch der EV Zug befürwortet die neue ­Regel – aus sport­lichen Gründen. «Es sind schon Meisterschaften im Penaltyschiessen entschieden worden», sagt der Zuger CEO Patrick Lengwiler. «Aber Penaltys sind auch Glücksache und haben wenig mit unserem Sport zu tun. Eine Entscheidung bei 5 gegen 5 ist ­sicher die sinnvollere, fairere ­Lösung.» Auch die meisten ­Spieler stehen hinter der Regeländerung. EVZ-Verteidiger Robin Grossmann sagt: «Eishockey ist ein Teamsport und soll nicht im Eins-gegen-eins entschieden werden.»

Das neue Format birgt aber logistische und personelle Herausforderungen. So müssen sich etwa Catering-Betreiber, Security-Angestellte und ehrenamtliche Mitarbeiter auf Überstunden einstellen. «Wir sind bestmöglich vorbereitet. Essen und Getränke sind genug vorhanden. Und die Mitarbeiter wissen, was sie erwartet», sagt Leng­wiler. «Doch letztlich müssen wir erst die Erfahrung mit einem langen Abend machen und situativ reagieren.» Offen ist, wie lange die Zuschauer bereit sind, im Stadion zu bleiben – zumal neu alle Partien um 20.15 Uhr beginnen, eine halbe Stunde später als üblich. Bisher war dies nur bei den Spielen der Fall, die vom Schweizer Fernsehen aus­gestrahlt wurden. Christof Bättig, Präsident des Fanklubs Pilatus Luzern, sagt: «Nach zweieinhalb oder drei Stunden habe ich genug Hockey gesehen.»

Der öffentliche Verkehr als Knackpunkt

Laut Bättig gibt es unter den Fans viele kritische Stimmen. «Bei uns ist niemand wirklich begeistert vom neuen Format.» Ein Knackpunkt ist insbesondere der öffentliche Verkehr. Je länger ein Spiel dauert, desto schwieriger gestaltet sich die Heimreise. Nach den EVZ-Heimspielen verkehren Extra­busse in alle Zuger Gemeinden – unabhängig davon, wann die Partie zu Ende ist. Aber Anschlussverbindungen können nicht garantiert werden, darauf hat der Klub auch keinen Einfluss. Die letzten Züge verkehren um 0.37 (unter der Woche) und 4.26 Uhr (Wochenende).

Komplizierter wird es bei Auswärtspartien. Der Zuger Viertelfinalgegner ZSC spielt im Hallenstadion, nahe am Bahnhof ­Oerlikon. Von dort besteht an Werktagen um 0.33 Uhr die letzte Verbindung nach Zug, am Wochenende um 3.08 Uhr (zuvor stündlich). Der Fanclub Zug bietet zudem auf der EVZ-Home­page Carfahrten an. «Aber wenn man mit dem Car zurück in Zug ist, muss man von dort auch noch nach Hause kommen», sagt ­Bättig, der im Kanton Luzern lebt. Bei den Spielen am Dienstag und Donnerstag stellt sich ein zusätzliches Problem: Die meisten Fans müssen am nächsten Tag wieder arbeiten. Da kommen Partien bis spät in die Nacht ungelegen. Bättig sagt: «Zürich liegt zum Glück nahe bei Zug. Aber wir könnten auch auf Genf oder Davos treffen. An Auswärtsspielen bliebe vielen Fans wohl nur die Option, vor Ort zu übernachten.»

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