EISHOCKEY: Rafael Diaz: «Habe es mir anders vorgestellt»

Die Akte Rafael Diaz bleibt das dominierende Thema rund um den EV Zug. Jetzt spricht Diaz (29) über sein Abenteuer in der AHL.

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Hockeyverteidiger Rafael Diaz im April 2013 neben der Zuger Bossard-Arena. Aber von einer Rückkehr zum EVZ kann momentan nicht konkret die Rede sein. (Bild Nadia Schärli)

Hockeyverteidiger Rafael Diaz im April 2013 neben der Zuger Bossard-Arena. Aber von einer Rückkehr zum EVZ kann momentan nicht konkret die Rede sein. (Bild Nadia Schärli)

Interview Nicola Berger

Rafael Diaz, wie lange dauerte Ihre längste Busreise in diesem Herbst?

Rafael Diaz: Es waren nur dreieinhalb Stunden. Ich hatte auch Schauergeschichten darüber gehört, dass die Auswärtsreisen im Bus gegen zwölf Stunden dauern. Aber Hartford ist sehr zentral gelegen. Und zu den entfernten Destinationen fliegen wir.

Sie bestreiten Ihre fünfte Saison in Nordamerika und spielen zum ersten Mal in der AHL. Fällt es da schwer, sich zu motivieren?

Diaz: Na ja, ich habe mir die Sache schon anders vorgestellt. Mit den New York Rangers gelang mir eine starke Vorbereitung, die Rückmeldungen von den Trainern waren sehr positiv. Als ich dann kurz vor dem Saisonstart in die AHL versetzt wurde, war das für mich ein Schock. Es kam sehr unerwartet.

Es ist kein Geheimnis, dass Sie eine Rückkehr zum EV Zug der AHL vorziehen würden.

Diaz: Die Situation ist so, dass die Rangers mir keine Freigabe erteilen und sie nun mal am längeren Hebel sitzen.

Eine Option wäre, den Rücktritt aus der NHL zu erklären und den Vertrag aufzulösen.

Diaz: Stimmt, aber das kommt für mich nicht in Frage, dazu bin ich nicht der Typ. Ich strebe eine Lösung an, die für beide Seiten stimmt.

Können Sie sich denn vorstellen, die ganze Saison in der AHL zu verbringen?

Diaz: Ich warte jetzt einfach mal ab.

Aus der Ferne wirkt es so, als sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Rangers Bedarf anmelden und Sie zurückbeordern.

Diaz: Ich hoffe es. Mein Ziel ist ganz klar, so schnell wie möglich wieder in der NHL zu spielen.

Hierzulande gibt es allerhand Gerüchte darüber, welche Klubs Ihnen für die kommende Saison wie viel Geld bieten. Wie verfolgen Sie das Geschehen?

Diaz: Mein Agent Gaëtan Voisard regelt diese Angelegenheiten. Mein Fokus gehört Hartford.

Ist es denn überhaupt klar, dass Sie nach dieser Saison nach Europa zurückkehren?

Diaz: Nein, überhaupt nicht. Ich möchte so lange wie möglich in der NHL spielen. Darum denke ich nicht, dass ich meine Zukunft vor dem Ende dieser Saison regeln werde.

Wie erleben Sie die AHL bisher?

Diaz: Sie ist relativ wild, das Spiel hat weniger Struktur als in der NHL.

Am letzten Wochenende unterlag Hartford gegen Wilkes-Barre mit 6:7...

Diaz: Ja, das war speziell. Ich schied nach dem ersten Drittel mit einer Muskelzerrung aus und musste mich verarzten lassen. Zu diesem Zeitpunkt führten wir mit 5:1. Ich war schon ziemlich überrascht, dass wir dieses Spiel noch verloren.

Wie lange müssen Sie pausieren?

Diaz: Genau lässt sich das nicht sagen. Mindestens zwei Wochen, vielleicht auch länger.