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EISHOCKEY: Rafael Diaz: «Ich bleibe definitiv in Zug»

Ein hartnäckiges Gerücht in Zug ging so: Star-Einkauf Rafael Diaz sei nur so lange ein Neuzugang im EVZ, bis der schleppende Verkauf von Saisonabos in Gang gekommen sei – danach kehre er in die NHL zurück. Doch das trifft nicht zu.
Rafael Diaz in dieser Woche bei einer Trainingsfahrt mit dem Mountainbike auf den Zugerberg: Der Nationalspieler hat die Fähigkeit, den EV Zug auf ein höheres Leistungsniveau zu führen. (Bild Stefan Kaiser)

Rafael Diaz in dieser Woche bei einer Trainingsfahrt mit dem Mountainbike auf den Zugerberg: Der Nationalspieler hat die Fähigkeit, den EV Zug auf ein höheres Leistungsniveau zu führen. (Bild Stefan Kaiser)

Andreas Ineichen

Er ist ja nicht irgendwer im Kanton Zug, er ist einer der Sportler, die es weit gebracht haben in ihrer Karriere. Ein hochbegabter Sohn des EV Zug. Den mittlerweile 30-Jährigen erkennt man auf den Strassen, auch wenn er in den letzten fünf Jahren zumeist in Nordamerika Eishockey gespielt hat. Darum ist ihm das Gerücht bekannt, das sich um ihn, den Königstransfer der Zuger, aufgebaut hat. «Einige Fans haben mich darauf angesprochen, ob ich bald wieder abspringe und zu irgendeinem Verein in der NHL wechsle», erzählt Rafael Diaz, «aber ich kann nun versichern: Ich bleibe definitiv in Zug.»

Diaz: «Mein Herz schlägt für Zug»

Das ist natürlich Musik in den Ohren der Zuger Anhängerschaft, die in den letzten drei Jahren wenig Grund zur Freude hatten. Der spielstarke Verteidiger, der in den letzten fünf Saisons für die NHL-Klubs Montreal, Vancouver, Calgary und die New York Rangers in 214 Spielen 8 Tore und 42 Assists gemacht hat, verpflichtete sich für die nächsten fünf Jahre beim EV Zug. Der Klub hat für die Rückkehr von Diaz, der seit Sommer 2014 als Botschafter des Ausbildungsprojekts «EVZ-Academy» firmiert, tief in die Tasche gegriffen und zur Entlastung des Lohnbudgets sogar den Internationalen Tim Ramholt nach Kloten ziehen lassen. Und doch wäre der Deal geplatzt, hätte Diaz nur auf das Finanzielle geschaut. «Es stimmt, dass mir eine höher dotierte Offerte vorgelegen hätte. Aber mein Herz schlägt für Zug.»

Sein neuer Kontrakt beinhaltete in der Tat eine Ausstiegsklausel für die NHL – aber die ist in dieser Woche abgelaufen. «Es hat sich kein Verein gemeldet, der mir zumindest einen Zweijahresvertrag angeboten hätte», sagt Diaz – und damit scheint das Kapitel Nordamerika ein Ende gefunden zu haben. Denn er ergänzt: «Die Ausstiegsklausel war nur für dieses Jahr gültig, für alle weiteren gibt es keine mehr.»

Diaz hat seine Myriam geheiratet

Was den nach einer enttäuschenden Saison (0:4 nach Siegen im Playoff-Viertelfinal gegen Lugano) angeblich schleppenden Verkauf von Saisonabos betrifft, hält der im EV Zug zuständige Benno Ehrler fest: «Nach heutigem Stand kann ich sagen, dass wir auf gutem Weg sind, die gewohnte Zahl von 5000 verkauften Saisonabos zu erreichen.»

Alles im Lot also. Bezogen auf das Gemüt von Rafael Diaz ist das wahrscheinlich eine glatte Untertreibung. Vor wenigen Tagen hat er in Zug seine Myriam geheiratet, eine TV-Moderatorin, die er vor drei Jahren in Kanada kennen lernte. Nun suchen sie sich eine gemeinsame Wohnung in Zug – bis dahin haben sie ihre Bleibe bei Rafaels Mami.

Dieser Tage verreist das glückliche Paar in die Flitterwochen, Ende Juli ist es zurück, damit Rafael Diaz den offiziellen Trainingsstart beim EV Zug am 2. August nicht verpasst (siehe Kasten). Darauf freut er sich: «Das wird ein wunderschönes Gefühl.» Für Diaz ist es eine Heimkehr zu jenem Verein, bei dem er mit 5 angefangen hat, das Eishockey spielen zu lernen. Mit 17 hat er sein Debüt im NLA-Team der Zuger gegeben und reifte in der Folge zu einem Nationalspieler.

Aber nun, mit 30, hat er sich gesagt, dass es so nicht mehr weitergehe. Er wollte unter den Verteidigern eines NHL-Klubs nicht mehr die Nummer 7 oder 8 sein, nicht mehr eine wohl gelittene Ergänzung, die nur zwischenzeitlich zum Einsatz gelangt oder ins Farmteam abgeschoben wird, wenn ein Arrivierter aus einer Verletzungsphase zurückkommt. Obwohl die letzte Saison für ihn eine enttäuschende war (37 Spiele bei Hartford, dem Farmteam der New York Rangers), bilanziert Diaz: «Es war eine coole Zeit in der NHL. Ich habe als Eishockeyspieler und Mensch viel dazugelernt.»

Hohe Erwartungen in Diaz

Allerdings habe er zu spät realisiert, dass er in der NHL zu einem Rollenspieler hätte werden sollen. «In der Schweiz war ich ein Allrounder, spielte in Über- und Unterzahl und möglichst viel. In der NHL muss man aber eine Stärke einbringen, die das Team weiterbringt. In meinem Fall hätte ich im Powerplay mehr schiessen und punkten sollen. Auf diese Fähigkeit ist die Karriere von Mark Streit aufgebaut.»

Beim EVZ hingegen wird von Diaz erwartet, dass er die Rolle des Allrounders übernimmt, dass er mit seiner hohen Spielintelligenz das Angriffsspiel auslöst, dass er das Powerplay gefährlicher und erfolgreicher macht. Und das stets möglichst lange. Als wichtigster Verteidiger im EVZ wird er mit Eiszeiten von mindestens 25 Minuten rechnen können.

Mit dem Debakel in den letzten Playoffs sind die Erwartungen an Diaz bestimmt nicht kleiner geworden. Dessen ist er sich selbstverständlich bewusst: «Ich werde alles geben für den EVZ und will jedes Spiel gewinnen. Aber wir können nur als Team erfolgreich sein.» Er glaubt, dass der EVZ ein «sehr gutes Team» beisammen habe. Und eines, das die Enttäuschung der letzten Saison aus der Welt schaffen will. «Die Sommertrainings unter Mike Slongo sind nun wirklich kein Leckerbissen. Aber jeder ist immer da und quält sich.»

Diaz erwartet von der nächsten Saison, dass «wir als Team zusammenwachsen und den Zuschauern Freude bereiten». Das primäre Ziel sei deshalb die Qualifikation für die Playoffs, was danach möglich ist, habe der SC Bern als Achter der Qualifikation letzte Saison eindrücklich demonstriert, sagt er.

«In 20 Jahren fragt einen niemand mehr danach, wie viele Punkte man gemacht hat – sondern nur noch nach Titeln.» Auf einen solchen würden die Leute Diaz dereinst auf den Strassen in Zug noch so gerne ansprechen.

Die Anfahrt des EVZ auf 2016/17

Das erste offizielle Eistraining des NLA-Teams vom EV Zug wird am 2. August stattfinden. An diesem Dienstag wird die Mannschaft, die mit den Neuverpflichtungen Rafael Diaz, Timo Helbling und den Ausländern David McIntyre (CAN) und Carl Klingberg (SWE) ihr Gesicht verändert hat, vollzählig sein. Nach vier Testspielen und der Gruppenphase zur Champions League wird der EVZ am Freitag, 9. September, gegen Lugano in die Saison starten. Gegen das Team des früheren EVZ-Trainers Doug Shedden scheiterten die Zuger im Frühjahr mit vier Niederlagen in Serie in den Playoff-Viertelfinals.

Testspiele
Sa, 6. 8. (18.00, Litternahalle)Visp - EVZ
Fr, 12. 8. (19.45, Sursee)EVZ -Düsseldorfer EG
Sa, 13. 8. (20.15, Sursee)EVZ - Kölner Haie
Di, 23. 8. (19.45, Postfin.-Arena)SC Bern - EVZ

Champions League, Gruppe G
Fr, 19. 8. (19.00, Esbjerg/Dä)Esbjerg - EVZ
Fr, 26. 8. (19.45, Bo.-Arena)EVZ - IFK Helsinki
Fr, 2. 9. (18.00, Helsinki/Fi)IFK Helsinki - EVZ
Di, 6. 9. (19.45, Bo.-Arena)EVZ - Esbjerg

NLA-Saisonstart
Mi, 7. 9. 19.45 ZSC Lions - Ambri-Piotta
Fr, 9. 9. 19.45 Zug - Lugano
Fr, 9. 9. 19.45 Ambri-Piotta - Davos

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