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EISHOCKEY: Rafael Diaz ist für EVZ in weiter Ferne

Der Zuger Rafael Diaz wartet in Hartford auf bessere Zeiten: auf die Genesung einer Blessur und die Rückkehr in die NHL. Vorerst zeichnet sich nur Ersteres ab.
Sitzt in der zweitklassigen AHL fest: Rafael Diaz. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Sitzt in der zweitklassigen AHL fest: Rafael Diaz. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Nicola Berger

Das Zeitfenster war abgesteckt: Als die New York Rangers ihren Verteidiger Rafael Diaz (29) wenige Tage vor dem NHL-Saisonstart in ihr Farmteam nach Hartford abschoben, wollte das Umfeld des Spielers bis Ende Oktober eine Lösung präsentieren. Die Möglichkeiten waren vielfältig – eine Rückkehr zu den Rangers, ein Tauschgeschäft, ein Transfer zum EV Zug. Inzwischen zeigt der Kalender den Monat November an, und noch immer ist Diaz in Hartford im US-Bundesstaat Connecticut stationiert. Er sagt: «Die Arbeitsbedingungen hier sind erstklassig, es fehlt an nichts.» Es sind warme Worte, doch sie ändern nichts daran, dass Diaz schnellstmöglich weiterziehen will – die zweitklassige AHL ist nicht sein Anspruch.

Vordergründig hat sich sein Zeitplan nur darum verzögert, weil er seit dem 23. Oktober verletzt ausfällt, nachdem ihn ein Puck am Hals getroffen hatte. Inzwischen trainiert Diaz wieder, sein Comeback zeichnet sich für die kommende Woche ab. Der Nationalspieler hofft, dass dann Bewegung in seinen Fall gerät. Sein für den nordamerikanischen Markt zuständiger Agent Daniel Giger sagt: «Unser Ziel ist, dass ihn die Rangers zurückholen. Wir hoffen, dass er in Hartford keine fünf Spiele mehr absolviert.» Doch was, sollte sich das Vorhaben zerschlagen? Dann wird eine Vertragsauflösung angestrebt, Diaz würde zum EV Zug zurückkehren, wo er noch bis 2016 unter Vertrag steht.

Rangers verweigern die Freigabe

Auf dem Papier ist das ein schöner Plan, aber ist er auch realistisch? Die Rangers feierten zuletzt drei Siege in Serie, mit 23 Gegentreffern stellen sie zudem die zweitbeste Abwehr der Liga. Es gibt wenig Gründe, an der Kaderzusammenstellung etwas zu ändern. Zudem hat das Management der Rangers mehrfach betont, die Freigabe für einen Wechsel nach Europa nicht zu erteilen. Das ist nur logisch: Denn für den General Manager Jeff Gorton ist Diaz die perfekte Versicherung – er gilt als kostengünstig und zuverlässig. Sollte sich ein Rangers-Verteidiger verletzen, wäre Diaz der ideale Lückenfüller.

Doch wann und ob überhaupt das je der Fall sein wird, kann niemand sagen – weshalb Giger dennoch die Freigabe anstrebt. Die entsprechenden Gespräche mit dem New Yorker Management werden Giger und sein nordamerikanischer Geschäftspartner Claude Lemieux (in der Saison 2003/04 während zwölf Spielen Profi beim EV Zug) selbst führen müssen: Der kanadische Agent Ritch Winter – jener Mann, der im Juli den Diaz-Vertrag mit den Rangers abgeschlossen hatte – wurde vom Nord­amerika-Ableger der Zuger Agentur «4 Sports» vor wenigen Wochen entlassen und zerrt das Unternehmen deshalb in Los Angeles vor Gericht.

Diaz sagt auf Anfrage, für ihn habe sich durch den Abgang von Winter wenig verändert, er selbst sei in die Kommunikation mit den Rangers ohnehin nicht involviert. Dem Zuger sind in diesen Tagen die Hände gebunden, ihm bleibt wenig anderes übrig, als weiterhin auf die Erlösung zu warten. Die Perspektive, weitere Wochen oder Monate in Hartford zu absolvieren, begeistert ihn mässig. Zu seinem neuen Arbeitsumfeld AHL sagt er: «Das Eishockey ist schon anders als in der NHL. Aber es gibt viele junge, talentierte Spieler.»

Diaz’ Entscheid ungünstig für EVZ

Während die unmittelbare Zukunft von Rafael Diaz weiterhin in der Schwebe liegt, ist ein anderer Entscheid gefallen: Für den Schweizer Markt wird sich Diaz auch künftig von der Agentur «Third Eye Services» mit dem Berater Gaëtan Voisard beraten lassen. Zumindest nach heutigem Stand erhöht das die Chancen erheblich, dass sich Diaz im Hinblick auf die Saison 2016/17 einem anderen Schweizer Verein als dem EVZ anschliesst. Im Sommer hatte Voisard per E-Mail die Forderungen für eine Diaz-Verpflichtung ab diesem Zeitpunkt diktiert – das zu stemmende Gesamtpaket überstieg dem Vernehmen nach den Betrag von einer Million Franken. Der EVZ winkte schon damals ab – in dieser Grössenordnung sei ein Vertragsabschluss nicht vorstellbar.

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