EISHOCKEY: Raphael Diaz: «Ich bin einfach mich selbst»

Für den EV Zug beginnt heute (19.45 Uhr) in Davos die Meisterschaft. Verteidiger Raphael Diaz führt das Team als neuer Captain aufs Eis. Als alleiniger Leitwolf sieht sich der 31-jährige Musterprofi aber nicht.

Sven Aregger
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Denker und Lenker im Zuger Team: Raphael Diaz. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 31. August 2017))

Denker und Lenker im Zuger Team: Raphael Diaz. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 31. August 2017))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Auf dem Trainingsplan der Zuger standen gestern Powerplay-Si­tua­tionen. Raphael Diaz gehörte zu den treffsichersten Schützen. Und nach Trainingsende war er einer der Letzten, die das Eis verliessen. Der 31-jährige Verteidiger, der nur unweit der Bossard-Arena aufwuchs, ist ein Musterprofi. Seit er vor einem Jahr aus Nordamerika zum EV Zug zurückkehrte, tritt er als Denker und Lenker des Schweizer Vizemeisters auf – als ein unumstrittener Anführer. Trainer Harold Kreis sagt vor dem heutigen Meisterschaftsstart in Davos: «Sein Fokus, sein Einsatz und seine Erfahrung zeichnen Raphael als Leader aus.»

Ein logischer Entscheid

Nach der Versetzung des alten Leitwolfs Josh Holden ins Swiss-League-Farmteam EVZ Academy war es deshalb ein logischer Entscheid, Diaz in diesem Sommer zum Captain zu ernennen. Gerade den jungen Spielern steht er mit Rat und Tat zur Seite. «Das hat aber nichts mit dem Captain­amt zu tun», betont er. «Ich bin einfach mich selbst. Als junger Profi konnte ich viel von den älteren Spielern lernen. Das will ich zurückgeben.» Diaz, der mit dem erst 18-jährigen Tobias Geisser ein Verteidigerpaar bildet, ist voll des Lobes über die Zuger Talente, die in der National League inte­griert werden. «Sie haben in kurzer Zeit sehr viel gelernt und sind weiter, als ich es in diesem Alter war. Man merkt, dass sie in der letzten Saison im Farmteam schon wertvolle Erfahrungen sammeln konnten.»

Diaz sieht es aber nicht als seine alleinige Aufgabe an, die verjüngte Mannschaft zu führen: «Wir sind eine Gruppe von Leadern, die das ganze Team mitreisst. Das hat uns schon letzte Saison erfolgreich gemacht.»

Spitzenreiter in der Vorbereitung

Auch in der Vorbereitung auf die neue Meisterschaft präsentierte sich der EVZ in beachtlicher Frühform. Inklusive Champions Hockey League ging nur eines von neun Spielen verloren (2:3 in Jyväskylä). Besser lief es keinem Klub in der National League. Der EVZ kann daher mit Selbstvertrauen in die Meisterschaft starten. «Wir wollen den Schwung mitnehmen», sagt Diaz. «Wir haben viel Energie und betreiben ein gutes Forechecking. Jeder läuft und kämpft für den anderen.» Der Verteidiger sieht aber auch Verbesserungspotenzial, zumal Zug in einigen Tests erst im Verlauf des Spiels richtig Fahrt aufnahm.

«Wir wissen, dass nicht alles super war. Wir müssen von Anfang an unsere Topleistung abrufen», sagt Diaz im Hinblick auf das happige Startprogramm mit den Spitzenteams Davos und Lugano. Erst nach diesen Partien werden die Zuger wissen, wo sie stehen. Diaz zeigt sich zuversichtlich: «Im Team ist eine positive Aufregung spürbar. Wir freuen uns, dass es nach der langen Vorbereitung jetzt richtig losgeht.»

National League

Die ersten zwei Runden: Genève-Servette – Lausanne 3:1. – Heute, 19.45: Davos – Zug, Fribourg-Gottéron – Genève-Servette, Kloten – Biel, Lugano – Ambri, SCL Tigers – ZSC Lions. – Samstag, 19.45: Zug – Lugano. Ambri – Davos, Bern – Fribourg-Gottéron, Biel – SCL Tigers, ZSC Lions – Kloten.

Servette – Lausanne 3:1 (1:0, 2:1, 0:0)

6678 Zuschauer. – SR Vinnerborg/Wiegand, Fluri/Kaderli. – Tore: 8. Romy (Mercier) 1:0. 23. Rubin (Simek) 2:0. 29. Junland (Danielsson, Ryser) 2:1. 31. Gerbe (Tömmernes/Ausschluss Gobbi) 3:1.