Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EISHOCKEY: Raphael Diaz ist bereit für die entscheidenden Wochen

Identifikationsfigur, Schlüsselspieler, Teamleader: Raphael Diaz (32) führt den EV Zug und die Schweizer Nationalmannschaft als Captain in die wichtigste Saisonphase. Die Erwartungen sind hoch.
Sven Aregger
Raphael Diaz. (Bild: Michela Locatelli/freshfocus (Michela Locatelli/freshfocus (Lugano, 20.1.2018))

Raphael Diaz. (Bild: Michela Locatelli/freshfocus (Michela Locatelli/freshfocus (Lugano, 20.1.2018))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Überspitzt könnte man sagen: Will der EV Zug Meister werden, braucht er einen starken Raphael Diaz. Mit dieser These ist der Zuger Captain nicht einverstanden. «Der Erfolg hängt nicht von Einzelnen ab. Es braucht eine Topleistung des ganzen Teams», sagt Diaz. Er mag damit Recht haben. Eishockey ist vielleicht die letzte wahre Mannschaftssportart, auch wenn gerade in der nordamerikanischen NHL der Starkult immer grösser wird. Trotzdem: Diaz ist der Schlüsselspieler im EV Zug. Der 32-jährige Routinier ist der unumstrittene Abwehrchef, er orchestriert das Spiel aus der Defensive heraus und schaltet sich immer wieder in den Angriff ein.

Seine spielerischen Fähigkeiten werden insbesondere im Powerplay ersichtlich: Von der blauen Linie aus verteilt Diaz – vergleichbar mit einem Quarterback im American Football – die Scheibe an seine Mitspieler. Und wenn immer möglich sucht er selber den Abschluss. Das unterstreichen die Zahlen: 122 Mal hat er in dieser Saison bereits aufs Tor geschossen. Er ist der produktivste Verteidiger im Team (5 Tore, 25 Assists), er hat die meiste Eiszeit (22:25 im Schnitt) und blockt die meisten gegnerischen Schüsse (76).

Das lange Warten auf das erste Tor

Die EVZ-Verantwortlichen leisten sich auch darum keinen ausländischen Verteidiger, weil sie Diaz haben. Als der verlorene Sohn nach fünf Jahren in Nordamerika auf die letzte Saison hin zu seinem Stammverein zurückkehrte, stiegen die Erwartungen im Umfeld des Klubs fast ins Unermessliche. Raphael Diaz, der gemeinsam mit seiner Schwester und Schweizer Frauen-Nationaltrainerin Daniela unweit der Bossard-Arena im Herti-Quartier aufwuchs, ist die Identifikationsfigur im EV Zug. Ein Profi mit vorbildlichem Arbeitsethos, der die Zentralschweizer möglichst zum lang ersehnten zweiten Meistertitel führen soll.

Dementsprechend nervös wurden die Fans, als Diaz für seine Verhältnisse verhalten in die Saison startete. Er war bemüht, kämpfte aber oft unglücklich. Bezeichnend dafür war seine Torausbeute: Die Anhänger mussten sich bis zum 8. Dezember gedulden, ehe Diaz gegen Ambri sein erster Saisontreffer gelang. «Ich habe mich immer gut gefühlt. Doch die Öffentlichkeit misst die Leistungen in erster Linie an den Toren», sagt er. «Zuletzt sind bei mir die Scheiben wieder reingegangen. Das ist schön, aber es ändert nichts für mich. Ich konzentrierte mich auf meinen Job und versuche immer, mein Bestmögliches zu geben.» Allerdings musste Diaz zeitweise noch mehr Verantwortung übernehmen als gewöhnlich. Als im Herbst die halbe Abwehr verletzt fehlte, leistete er viele Zusatzschichten auf dem Eis. Das ging auch an Diaz nicht spurlos vorüber. «Es war intensiv», räumt er ein. «Spielen, trainieren, gut regenerieren und möglichst viel schlafen – da gab es kaum Platz für anderes.»

Seit die meisten Verletzten zurück sind und Trainer Harold Kreis wieder nach Wunsch rotieren kann, ist bei Diaz «der Energielevel höher». Das gilt auch für seine Mitspieler. Der EVZ im Jahr 2018 tritt im Stil einer Spitzenmannschaft auf – stabil, abgeklärt, gut durchmischt. Diaz sieht Parallelen zur letzten Saison, die den EVZ bekanntlich in den Playoff-Final führte. Damals überzeugte Zug durch vier ausgeglichene Linien. Ähnlich sei es auch jetzt, obschon Diaz betont, dass in den Playoffs alles wieder bei null beginne.

Olympia-Medaille ist das Ziel

Vor der wichtigsten Phase in der Meisterschaft wartet aber ein anderes Highlight auf Diaz: Als Captain führt er die Schweizer Nationalmannschaft in Südkorea an – es sind bereits seine dritten Olympischen Spiele. Die Schweiz hat sich nichts weniger als eine Medaille zum Ziel gesetzt. Aber ist das auch realistisch? «Ich bin gespannt», sagt Diaz. Hoffnung machen ihm die letztjährigen Weltmeisterschaften in Paris, wo die Schweizer WM-Sechste wurden. «Wir haben von den Medien im Vorfeld nicht viel Kredit erhalten, aber dann eine sehr gute WM gespielt.» Die Schweiz besiegte das hochdekorierte Kanada und war in den Viertelfinals gegen den späteren Weltmeister Schweden nahe an einem weiteren Coup. In diesem Spiel verlor Raphael Diaz übrigens vier Zähne. Doch das hat er längst abgehakt. Er ist bereit für die entscheidenden Wochen der Saison – mit der Schweiz und mit dem EV Zug. «Ich freue mich darauf», sagt er.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.