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EISHOCKEY: Reto Kläy: «Ich habe die Leader vermisst»

Nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus in den Playoffs zieht der Zuger Sportchef Reto Kläy eine erste Bilanz. Personelle Konsequenzen sind nicht auszuschliessen – auch Trainer Harold Kreis steht auf dem Prüfstand.
Sven Aregger
Sie können jetzt alle in die Ferien: das EVZ-Team nach dem vorzeitigen Playoff-Out. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 20. März 2018))

Sie können jetzt alle in die Ferien: das EVZ-Team nach dem vorzeitigen Playoff-Out. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 20. März 2018))

Interview: Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Reto Kläy, der EV Zug hat sich viel vorgenommen für diese Saison. Jetzt ist sie bereits in den Playoff-Viertel­finals zu Ende.

Wir nehmen uns für jede Saison viel vor. Es ist einfach so, dass aufgrund des Finaleinzugs 2017 die Erwartungen enorm gestiegen sind.

Sind die Erwartungen zu hoch?

Die Messlatte muss hoch sein. Aber es ist nicht realistisch, dass wir jedes Jahr in den Final kommen oder sogar Meister werden. Wir sind nicht der SC Bern, für den der Titel fast ein Muss ist. Wir haben die Strategie, über die Hockey Academy und das Farmteam eigene Spieler für die National League zu «produzieren». Irgendwann soll daraus der Meistertitel resultieren. Wann genau das der Fall ist, kann ich nicht abschätzen.

Zug will ein Spitzenteam sein, aber gleichzeitig den eigenen Nachwuchs forcieren. Lassen sich diese beiden Ansprüche überhaupt vereinen?

Das ist eine berechtigte Frage. Wir sind überzeugt, dass es möglich ist, sonst würden wir es nicht machen. Aber es ist extrem schwierig und braucht Zeit.

Die Zuger Spieler sind allesamt anständige, brave Musterprofis. Fehlt der Mannschaft eine Spur Verwegenheit, Wildheit, Charisma?

Das ist denkbar. Am Dienstag sagte mir jemand im Stadion, dass es gut wäre, wenn Zug wieder Rock-’n’-Roller hätte wie in der Meistersaison 1998. Aber diese Zeiten sind vorbei, Querschläger kann man sich heute nicht mehr leisten. Dennoch brauchen wir Spieler, die Akzente setzen, das Ruder herumreissen, über sich hinauswachsen und Teamkollegen damit anstecken können. Diese Spieler habe ich in den Playoffs vermisst. In den entscheidenden Momenten fehlten die Leader. Wir haben individuelle Fehler gemacht und schlechte Entscheidungen getroffen. In diesen Phasen müssen wir parat sein. Wir haben eigentlich die ­Spieler dafür, das hat die letzte Saison gezeigt. Da frage ich mich schon, wieso das jetzt nicht mehr so war. Ich kann nicht in die Köpfe der Spieler blicken. Aber ich kann sagen, wann wir vermutlich die ­Serie verloren haben.

Sie sprechen Spiel 2 in Zürich an ...

... als dem ZSC nach unserer Aufholjagd kurz vor Schluss der Siegtreffer glückte. Das hat uns geknickt. Man kann darüber spekulieren, was passiert wäre, wenn wir diesen Treffer geschossen hätten.

Zug wäre in der Serie mit 2:0 davongezogen. Es ist fraglich, ob der ZSC nochmals darauf hätte reagieren können.

Durch solche Details entstand in der Serie eine Dynamik zu unseren Ungunsten. Wenn wir die Serie überstanden hätten, wären wir vielleicht wie im Vorjahr in Schwung gekommen. Aber es ist müssig, darüber zu spekulieren. Zudem muss man auch sagen: Nach diesem Spiel in Zürich war alles noch offen, es stand erst 1:1. Das Team muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass es zu keiner Reaktion fähig war. Gewisse Spieler haben nicht die erwartete Leistung gebracht.

Sind personelle Konsequenzen zu erwarten?

Das kann gut sein. Wir werden in den nächsten Tagen ernsthaft darüber diskutieren und alles auf den Tisch legen.

2019 laufen die Verträge von Leistungsträgern wie Reto Suri, Garrett Roe, Viktor Stalberg und Tobias Stephan aus. Haben die Playoffs einen Einfluss auf die anstehenden Verhandlungen?

Durchaus möglich. Wir müssen uns überlegen, ob wir eine Auffrischung brauchen. Wichtig ist, dass wir keine Entscheide aus den Emotionen heraus fällen.

Der Trainer ist bekanntlich das schwächste Glied, wenn sich Veränderungen aufdrängen. Wie beurteilen Sie die Arbeit von Harold Kreis?

Er ist mit viel Leidenschaft am Werk, die Chemie zwischen ihm und den Spielern stimmt. Aber am Ende des Tages steht auch der Trainer in der Verantwortung. Kreis hat noch einen Vertrag bis 2019. Nach heutigem Stand ist vorgesehen, dass er ihn erfüllt. Wir werden sehen.

Muss er um seinen Job bangen?

Das kann ich im Moment nicht beantworten. Warten wir die Saisonanalyse ab.

Tragen Sie als Sportchef eine Mitverantwortung für das Ausscheiden?

Meine Aufgaben sind vielfältig und beschränken sich nicht auf die erste Mannschaft. Aber ja, man kann auch meine Rolle kritisch hinterfragen, schliesslich trage ich die Hauptverantwortung für den sportlichen Bereich.

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