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EISHOCKEY: Robin Grossmann: «Ich geniesse es, Verantwortung zu übernehmen»

Robin Grossmann (27) trifft in seinem ersten Playoff mit dem EV Zug gleich auf seinen Ex-Klub (Sa, 20.15, Bossard-Arena/SRF 2). Der Verteidiger verliess Davos 2014 im Zwist.
Wurde von EVZ-Trainer Harold Kreis einige Male ins Büro zitiert: Verteidiger Robin Grossmann. (Bild: Freshfocus/Valeriano Di Domenico)

Wurde von EVZ-Trainer Harold Kreis einige Male ins Büro zitiert: Verteidiger Robin Grossmann. (Bild: Freshfocus/Valeriano Di Domenico)

Interview NiCOLA BERGER

Robin Grossmann, was macht den HC Davos aus?

Robin Grossmann: Sicher das Tempospiel. Die langen Pässe, die schnellen Konter.

Und was einzelne Personen angeht?

Grossmann: Natürlich Arno Del Curto und Reto von Arx. Von Arx war 15 Jahre lang der beste Schweizer Feldspieler, er ist eine Institution.

Im Playoff gegen den EV Zug fehlt er verletzt. Ist der HC Davos ohne von Arx weniger wert?

Grossmann: Als ich noch in Davos gespielt habe, ging es in diese Richtung. Einfach weil von Arx der absolute Leitwolf war. Aber ich glaube, inzwischen ist es weniger extrem. Mit Ambühl, Forster oder Genoni hat sich eine neue Gruppe von Leadern gebildet.

Wie ist es inzwischen um das Verhältnis zu Arno Del Curto bestellt? Sie hatten sich zwischenzeitlich nicht mehr viel zu sagen …

Grossmann: Das stimmt, es gab ein paar Vorfälle. Aber wir haben das geklärt, es ist alles in Ordnung. Ich habe Arno Del Curto viel zu verdanken, ich möchte meine Zeit in Davos nicht missen.

In Zug sind Ihnen in dieser Saison 26 Skorerpunkte gelungen, ein Jahr zuvor waren es in Davos bloss sieben Assists. Lässt sich das wirklich allein damit erklären, dass Sie in Davos kaum noch im Powerplay zum Einsatz kamen?

Grossmann: Auch, aber sicher nicht nur. Nach allem, was zwischen Arno und mir passiert ist, war ich nicht mehr sonderlich motiviert. Ich habe mein Pensum letztes Jahr mehr oder weniger einfach abgespult.

War der Wechsel nach Zug eine Befreiung?

Grossmann: Ich brauchte eine neue Herausforderung, neue Reizpunkte. Ich kann beim EVZ viel Verantwortung übernehmen. Das geniesse ich.

Sie wurden in Davos zweimal Meister. Welche Zutaten braucht es für den ganz grossen Wurf?

Grossmann: Es muss viel zusammenkommen und passen. Man muss als Team zur richtigen Zeit in Form kommen. Man braucht einen überragenden Goalie und das Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben. Das Wichtigste ist aber die richtige Einstellung. Jeder muss sich für den anderen opfern. Im Playoff geht es nicht mehr um persönliche Befindlichkeiten, die muss man zurückstellen.

Welche Erfahrungen nahmen Sie diesbezüglich aus Davos mit?

Grossmann: Ich hatte das Privileg, mit Sandro Rizzi (heute HCD-Kommunikationschef, Anm. d. Red.) zusammen zu spielen. Er verfügte nicht über viel Talent, doch er hat alles für den Erfolg der Mannschaft getan und viele Opfer gebracht. Ich glaube, er hat jeden einzelnen Knochen im Körper mindestens einmal gebrochen, weil er sich in jeden erdenklichen Schuss warf und immer Vollgas gab. Solche Typen braucht man im Playoff, er ist ein absolutes Vorbild.

Sie selber gehören in der relativ unerfahrenen EVZ-Equipe auch zu den Vorbildern. Wie geht man mit dieser Funktion um?

Grossmann: Ich musste mir dieser Rolle zuerst bewusst werden. Trainer Harold Kreis hat mich einige Male ins Büro zitiert und gesagt: «So geht es nicht.» Das ist ein Prozess. Inzwischen bin ich auf einem guten Weg.

Man sieht Sie selten schlecht gelaunt oder angespannt. Wie bleibt man so unbeschwert?

Grossmann: Ich habe mein Hobby zum Beruf machen dürfen, meine Arbeit macht mir extrem viel Spass. Ich bin auch nicht nach jeder Niederlage zu Tode betrübt. Das bedeutet aber nicht, dass ich meinen Job weniger ernst nehme.

Sie stehen vor Ihrem achten Playoff. Welche Erlebnisse waren am intensivsten?

Grossmann: Als wir mit dem HCD 2009 im 21. Spiel Meister wurden. Da war ich am Anschlag, psychisch und körperlich. Es war mein erstes Playoff und ein richtiges Stahlbad. Bis zum Ende verlor ich 10 Kilogramm Körpergewicht. Im Final gegen Kloten waren wir alle stehend k. o., aber wir siegten trotzdem.

Welche Ratschläge können Sie den jüngeren Kollegen erteilen?

Grossmann: Vielleicht, dass es wichtig ist, immer die Ruhe zu bewahren. Aber Tipps nützen nicht viel. Man muss da selber durch.

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