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EISHOCKEY: Schmerzhafte Zuger Woche

Der EV Zug steht mit dem Rücken zur Wand. Er braucht nun drei Siege in Folge, um das Viertelfinal-Aus gegen die ZSC Lions zu verhindern. Kann er sich nochmals aufbäumen?
Sven Aregger
Ein enttäuschter EVZ-Headcoach Harold Kreis (rechts) im Zürcher Hallenstadion. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 17. März 2018))

Ein enttäuschter EVZ-Headcoach Harold Kreis (rechts) im Zürcher Hallenstadion. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 17. März 2018))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

In einer Woche kann viel passieren, gerade in den Playoffs. Das musste der EV Zug auf schmerzliche Weise erfahren. Vor neun Tagen war die Welt in Zug noch in Ordnung. Der EVZ feierte zum Playoff-Start einen ungefährdeten 4:1-Sieg gegen die ZSC Lions, er spielte kompakt und abgeklärt wie schon in der zweiten Qualifikationshälfte. Und es deutete wenig darauf hin, dass die Viertel­finalserie einen dramatischen Verlauf für die Zuger nehmen würde. Doch eine Woche und drei ZSC-Siege später stehen die Zentralschweizer mit dem Rücken zur Wand. Nach der bitteren 0:5-Klatsche am Samstag im Hallenstadion liegen sie in der Serie 1:3 zurück, nur noch eine Niederlage vor dem frühen Ausscheiden entfernt.

Der Frust im EVZ wächst. Exemplarisch dafür steht ein einziger Einsatz am Samstag. Kurz nach dem 0:1 im Mitteldrittel kassieren drei Zuger gleichzeitig «drei dumme Strafen», wie es Captain Raphael Diaz hinterher formulierte. Die ZSC Lions nutzen das folgende Powerplay zum 2:0. Von diesem Gegentreffer sollte sich der EVZ nicht mehr erholen. Stattdessen setzte der ZSC im letzten Drittel zur Kür an und erhöhte auf 5:0, während die Welle durchs Hallenstadion brandete und die Zürcher Fans schadenfreudig «Zug entgleist» skandierten. Diaz sagte: «Wir sind zusammengebrochen.»

Zunehmend hilflos, ratlos, planlos

Dabei hatte Zug in den ersten beiden Dritteln durchaus gute Momente und mehrmals die Chance zur Führung. Doch nach dem Rückstand wirkte der EVZ zunehmend hilflos, ratlos, planlos. Von den Schweizer Leistungsträgern kommt nicht viel. Und auch die in der Qualifikation noch herausragenden Ausländer können ihre Wirkung kaum mehr entfalten. Der Amerikaner Garrett Roe, Spielmacher und Motor des EVZ, reibt sich in Zweikämpfen auf. Der Schwede Viktor Stalberg lässt beste Abschlussgelegenheiten ungenutzt. Sein Landsmann Carl Klingberg ist beinahe unsichtbar. Und der Kanadier David McIntyre hat nach starkem Playoff-Start abgebaut.

Die ZSC Lions hingegen, in der Qualifikation noch viel gescholten, kommen immer besser in Fahrt. Das Team macht einen erstaunlich homogenen Eindruck, jede Linie strahlt Torgefahr aus. Und Trainer Hans Kossmann kann mit seiner Aufstellung immer wieder für Überraschungsmomente sorgen. Auf die Frage eines Journalisten, was Zug besser mache als Zürich, reagierte EVZ-Headcoach Harold Kreis leicht irritiert: «Ist das eine Fangfrage?» Erst nach langem Überlegen meinte er, das EVZ-Forechecking sei wohl besser als dasjenige der Zürcher.

Der EV Zug braucht nun drei Siege hintereinander, um den Einzug in die Halbfinals doch noch zu schaffen. Die Zuger machten sich deshalb am Samstag nach dem Spiel daran, das Positive zu sehen. Abwehrchef Raphael Diaz verwies darauf, dass er selber und andere im Team in ihrer Karriere schon ähnliche Situationen erlebt hätten und Serien auch nach einem 0:3 noch drehen konnten. «Es ist erst fertig, wenn es fertig ist.» Und Flügelstürmer Fabian Schnyder sagte: «Der Wille ist das Wichtigste.»

Es klang ein wenig nach Durchhalteparolen. Gegenwärtig ist es höchst fraglich, ob der EV Zug diese Viertelfinal-Serie noch zu seinen Gunsten entscheiden kann. Es müsste nun sehr viel für ihn laufen und sehr wenig für die Zürcher. Allerdings wissen wir auch: In einer Playoff-Woche kann viel geschehen.

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