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EISHOCKEY: Selbstmitleid ist fehl am Platz

Lino Martschini verpasst die Olympischen Spiele wegen eines fehlenden Aufgebots. Die Enttäuschung darob ist beim EVZ-Stürmer gross, er kann den Entscheid aber nachvollziehen.
René Barmettler
Lino Martschini.... (Bild: Marc Schumacher/freshfocus (freshfocus))

Lino Martschini.... (Bild: Marc Schumacher/freshfocus (freshfocus))

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

Letzten Sonntag spielte Patrick Fischer eine Art Weihnachtsmann. Der Coach der Schweizer Nationalmannschaft hatte das Vergnügen, mit Spielern zu telefonieren, die ein Olympiaticket in die Hand gedrückt bekommen. Unter den Überraschten befand sich Tristan Scherwey, Stürmer des SC Bern, der im Nachhinein gestand, darob in Freudentränen ausgebrochen zu sein. Für den 26-jährigen Freiburger geht ein Traum in Erfüllung.

Doch Fischer musste auch die Rolle des Buhmannes einnehmen, Träume platzen lassen. Er musste den Wackelkandidaten, die bis zuletzt gehofft haben, erklären, weshalb sie in rund zwei Wochen nicht mit nach Südkorea reisen dürfen. Darunter befand sich auch Lino Martschini, Stürmer des EV Zug. «Das war sehr enttäuschend für mich», sagte er nach dem gestrigen Morgentraining, also mit vier Tagen Abstand. «Olympia 2018 war ein Riesenziel von mir, das ich schon länger in meinem Kopf herumtrug.» Er gab sich in seinen Aussagen gefasst und fügte hinzu: «Das Dümmste wäre, in Selbstmitleid zu versinken.» Was Martschini verschwieg: Die Absage erreichte ihn just an seinem 25. Geburtstag.

EVZ-Stürmer im Nationalteam nicht gefragt

Die letzte Chance, sich aufzudrängen, hatte der gebürtige Luzerner am Spengler-Cup Ende Dezember. Ihm gelangen in drei Einsätzen ein Tor und eine Vorlage. «Ich erhielt gute Rückmeldungen von Fischer. Es war ein schwieriger Entscheid. Denn er hat viele gute Spieler, die einen sehr guten Job machen.» In der Tat hat Fischer eine beträchtliche Auswahl an Stürmern, obwohl ihm die Spieler der amerikanischen National Hockey League nicht zur Verfügung stehen. Für die dritte und vierte Linie sind indes andere Spielertypen gefragt. Und Martschini sagte freimütig: «Ich bin eher ein Spieler für die Blöcke eins und zwei.» Also dort, wo die offensive Musik spielt.

Der hochbegabte Stürmer macht dem EV Zug seit seiner Rückkehr aus Übersee viel Freude. Mit seinem Spielwitz, seinen technischen Fertigkeiten, seinem Laufstil – und seinen Abschlussqualitäten. 123 Treffer und insgesamt 272 Skorerpunkte konnte er bei den Zentralschweizern bisher verbuchen. Es verwundert deshalb nicht, dass in der Garderobe des EVZ über das Nichtaufgebot Martschinis heiss diskutiert wurde. Eigentlich erstaunlich: Die Zuger wurden vergangene Saison Zweite und sind derzeit wiederum das zweitstärkste Team. Aufgeboten wurden mit den Verteidigern Raphael Diaz, Dominik Schlumpf sowie Goalie Tobias Stephan nur gerade drei EVZ-Spieler. «Es wäre schön, wenn wir zwei bis drei Stürmer im Nationalteam hätten», sinnierte Martschini. Nebst ihm kämen noch Reto Suri und Dominic Lammer in Frage. Doch wie er richtig hinzufügte, gilt es nun, diese persönliche Niederlage wegzustecken: «Ich habe versucht, dies vor dem Spiel gegen die ZSC Lions in den Hintergrund zu stellen.» Das gelang ganz passabel: Die Zürcher, lange Jahre ein Angstgegner des EVZ, wurden am Dienstag mit 3:1 und in der laufenden Saison das dritte Mal in vier Partien bezwungen.

Heute führt die Reise nach Kloten. 39 Punkte beträgt der Abstand zum Tabellenletzten. Doch Achtung: «Kloten ist unberechenbar», warnt Martschini. «Es hat gute Spieler, die den Unterschied ausmachen können.» Das Team von Trainer Kevin Schläpfer wird alles daransetzen, den Heimvorteil für die Playout-Serie gegen Ambri-Piotta zu holen. Das letzte Gastspiel in der Swiss-Arena verlor Zug mit 3:4 nach einer 3:1-Führung. «Es ist Zeit, die Klotener wieder mal zu schlagen, wir haben schon länger nicht mehr gegen sie gespielt», gibt sich Martschini angriffslustig. Mitleid kennt der Vollstrecker auch mit den Gegnern nicht.

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