EISHOCKEY: Shedden über Omark: «Er denkt falsch»

Am Donnerstag steigt das Saisonabschlussfest des EV Zug. Ob sich Trainer Doug Shedden und Linus Omark dort versöhnen?

Nicola Berger
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Zwischen Linus Omark (rechts) und EVZ-Trainer Doug Shedden herrscht Eiszeit. (Bild: Keystone)

Zwischen Linus Omark (rechts) und EVZ-Trainer Doug Shedden herrscht Eiszeit. (Bild: Keystone)

Es gab Zeiten, da waren EVZ-Trainer Doug Shedden (51) und der Zuger Liga-Topskorer Linus Omark (26) ein Herz und eine Seele. Doch seit Shedden den Schweden in der Halbfinalserie gegen Bern (3:4) zwei Mal auf die Tribüne setzte, hat Omark seinem Trainer die Liebe gekündet. Der schwedischen Zeitung «Kurieren» sagte er: «Ich hielt Shedden für den besten Coach, den ich je hatte. Aber inzwischen habe ich meine Meinung geändert.»

Die erste Mannschaft verabschiedet sich offiziell von den Fans: Andreas Furrer (links) und Linus Omark. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
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Lino Martschini ist bei den weiblichen Fans beliebt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
EVZ-Center Fabian Sutter gibt einem seiner kleinsten Fans ein Autogramm. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Timo Helbling und Alessandro Chiesa verabschieden sich von den Fans. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
EVZ-Stürmer Josh Holden im Blitzlicht mit Michèle Bucher und Tochter Addison. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Josh Holden erfüllt im Legends Club in der Bossard-Arena Autogramm-Wünsche. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die beiden EVZ-Torhüter Sandro Zurkirchen und Jussi Markkanen (rechts) mit Fan Manuel Bahner. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Fan Werner Stadelmann mit Josh Holden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Sven Lindemann, Fan Désirée Wiesendanger und Corsin Casutt. Am Fotoapparat: Björn Christen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Timo Helbling wird den EV Zug Richtung Fribourg-Gottéron verlassen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Timo Helbling, Fan Désirée Wiesendanger, Fabian Sutter, Andy Wozniewski und Philipp Schefer (von links). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Lino Martschini ist bei den weiblichen Fans beliebt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Statistiker des EVZ: Roland und Hans Sennrich. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die erste Mannschaft verabschiedet sich offiziell von den Fans: Andreas Furrer (links) und Linus Omark. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Ausbootung hatte er am Montag kommentarlos entgegengenommen, seinen Missmut danach aber ziemlich unverhohlen zur Schau gestellt – und auch später kein Wort mehr mit Shedden gewechselt. Dieser sagt: «Ich habe kein Problem mit Omark. Er hat im Playoff seine Leistung nicht gebracht, das ist alles. Ich kann keine Rücksicht auf Namen nehmen.» Und er sagte auch: «Er ist unglaublich talentiert, aber er denkt falsch. Seine Spielweise ist der Grund, warum er es bisher nicht in die NHL geschafft hat. Wenn er das begreift, kann er es immer noch schaffen.»

Team geht auf Abschlussreise

Omark hatte unmittelbar nach der Niederlage in Bern ja verlauten lassen, er wolle weg aus Zug – und zwar möglichst schnell (siehe Ausgabe von gestern). Dennoch soll er morgen, beim offiziellen Saisonabschlussfest (ab 18 Uhr, Bossard-Arena) mit den Fans, präsent sein – und danach auch die Abschlussreise mit der Mannschaft bestreiten. Das Team hatte den Montag im Zuger Lokal «Eleven» ausklingen lassen.

Was rund um den EVZ neben dem Shedden-Omark-Zwist sonst noch beschäftigt:

  • Das Fazit des Präsidenten. Roland Staerkle zog gestern Bilanz – sportlich wie organisatorisch. Er sagte: «Ich ziehe ein durchwegs positives Fazit. Wir haben in Zug so gutes Eishockey gesehen wie noch nie. Nach dem Ende des Lockouts zeigte die Mannschaft einen Teamgeist, wie ich ihn in meinen acht Jahren als Präsident noch nie erlebt habe.» Auch finanziell wirkte sich die Saison (und insbesondere die sieben Playoff-Heimspiele) positiv aus. Staerkle sagt: «Das war für uns sicher schön. Wir werden zu 100 Prozent schwarze Zahlenpräsentieren können.» Dies, obwohl die Lockout-Stars Zetterberg, Brunner und Diaz das Budget belasteten. Finanzielle Entlastung gab es hingegen bei den Sicherheitskosten. Staerkle sagt: «Wir hatten nie Probleme und auch nie ein Grossaufgebot der Polizei. Wir mussten unsere Rückstellungen nicht ausreizen.»
  • Die Zukunft von Fabrice Herzog. Der talentierte Flügelstürmer Fabrice Herzog (18, 18 Spiele/4 Punkte) steht für die kommende Saison eigentlich beim EV Zug im Wort, es steht jedoch ein Wechsel in eine der nordamerikanischen Juniorenligen im Raum. Herzog-AgentDaniel Giger sagt: «Es ist alles offen. Vor dem NHL-Draft werden wir sowieso keinen Entscheid fällen.» Es ist denkbar, dass Herzog am 30. Juni in Newark von einem der 30 NHL-Teams selektioniert wird.
  • Die Zuger Nationalspieler. Welche EVZ-Cracks schaffen es in dasKader von Nationaltrainer Sean Simpson für die WM in Stockholm (ab 3. Mai)? Angreifer Reto Suri (24) dürfte gesetzt sein. Neben diesem besitzt Verteidiger Alessandro Chiesa (26) die besten Aussichten. Ein weiterer Kandidat ist Timo Helbling (31), der sich allerdings mit Hüftproblemen herumschlägt. Aus Verletzungsgründen kein Thema ist Captain Fabian Schnyder (27, Beschwerden am Knie, mit den Hernien, Oberschenkelzerrung).
  • Das Abwehrpersonal. Yannick Blaser (24) fällt mindestens bis November aus, weshalb die Zuger ihrem Kader mehr Breite geben möchten. Verlängern Andreas Furrrer (30) und Philipp Schefer (27)? Shedden sagt: «Es gibt noch keinen Entscheid, aber wir möchten beide halten.» Der Flirt mit dem deutschen Nationalverteidiger Justin Krueger (26, Charlotte/AHL) scheint derweil erkaltet; Kruegers Interesse an einem Wechsel nach Zug zumindest derzeit ist nicht vorhanden. Auch bei den Personalplanungen in der Defensive hängt alles davon ab, ob Tobias Stephan (29) schon im Sommer von Servette losgeeist werden kann. Sobald sich in dieser Frage eine Lösung abzeichnet, werden die Dominosteine fallen.

Hinweis

Morgen Donnerstag: Saisonabschlussfeier ab 18.00 Uhr (Türöffnung) bis 20.00 Uhr im Legends Club in der Bossard-Arena.