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EISHOCKEY: Siegeskultur spricht noch für SCB

Die Zuger sind dem heutigen Gegner Bern ähnlicher, als sie denken. Noch haben sie Rückstand. Doch jeder Sieg gegen den SCB ist ein Teilchen im nächsten EVZ-Meistermosaik.
Klaus Zaugg
Auf Augenhöhe: Zugs Samuel Erni (links) im Zweikampf mit Berns Marco Müller. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 21. Januar 2017))

Auf Augenhöhe: Zugs Samuel Erni (links) im Zweikampf mit Berns Marco Müller. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 21. Januar 2017))

Klaus Zaugg

sport@luzernerzeitung.ch

Der SC Bern gilt als Bayern München des Eishockeys: am meisten Zuschauer ausserhalb der NHL (16 437 pro Heimspiel, Zug 6418), am meisten Umsatz ausserhalb der NHL und der KHL (56 Millionen Franken; Zug 26 Millionen) und immer wieder ein Meister­titel (zuletzt 2004, 2010, 2013 und 2016). Dimensionen, die für den EV Zug auf den ersten Blick unerreichbar sind. Aber ein zweiter Blick offenbart erstaunliche Parallelen. Der EV Zug ist inzwischen nicht mehr bloss der «kleine Bruder» des grossen SCB. Er ist ein ernsthafter Herausforderer geworden.

Für Zug und Bern beginnt die neue Zeitrechnung 1998. Die Zuger holen den ersten Meistertitel. Doch das Erbe des Ruhmes ist ein schwieriges. Der EVZ braucht Jahre für die Aufarbeitung – und wird nach und nach ein modernes Hockeyunternehmen: mit einer neuen Arena, mit Strukturen, die eine «Bewirtschaftung» der Zuschauer ermöglichen, und mit einer sehr guten Nachwuchsarbeit (Farmteam EVZ-Academy). Genau so ist auch der SCB aufgebaut – mit dem einzigen Unterschied, dass sich der SCB kein Farmteam leistet. Letztlich geht die Initialzündung zu dieser Entwicklung auf das Jahr 1998 zurück, auf den Meistertitel.

Manager Lüthi schreibt Erfolgsgeschichte

Der SCB implodiert im gleichen Jahr mit einer Schuldenlast von mehr als 10 Millionen Franken. Er muss in die Nachlassstundung. Ein in Bern wohnhafter Luzerner macht im Laufe der Nachlassverhandlungen einen Deal, der das Schweizer Hockey verändert. Marc Lüthi ist Mitinhaber einer Marketingagentur, die Forderungen im sechsstelligen Bereich gegenüber dem SCB geltend macht. Er und sein Partner sind bereit, auf das Geld zu verzichten – wenn Lüthi den Job als SCB-Manager erhält. Geschäftsführer Lüthi hat bis heute eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben. Nur im ersten Jahr gibt es noch rote Zahlen. Seither hat der SCB seine Jahresrechnung immer mit Gewinn abgeschlossen.

Der SCB hat keinen Mäzen. Die Stadt Bern ist das politische, nicht das wirtschaftliche Zentrum der Schweiz. Deshalb muss der SC Bern wachsen, Umsätze generieren, das Geld selber erwirtschaften – und das ist in der grössten Arena Europas möglich. Inzwischen macht der SCB-Hockeykonzern mehr als die Hälfte seines Umsatzes (über 25 Millionen Franken) in der Gastronomie auch ausserhalb des Stadions.

Was macht dann den Unterschied? Siegen ist eine Gewohnheit. Ein Hockeyunternehmen muss eine Siegeskultur entwickeln, die sich in einem unerschütterlichen Selbstvertrauen, in einer gewissen Arroganz zeigt. Hier hat der EV Zug noch Rückstand. Jeder Sieg gegen den SCB fördert diese Siegeskultur, jeder Erfolg gegen den SCB ist ein Teilchen im nächsten Meistermosaik.

Qualitätsunterschied ist gering

Die grösseren Umsätze in Bern erlauben nach wie vor grössere Investitionen. Der Qualitätsunterschied zwischen den Teams ist gering. Aber beim SC Bern ist das Kader breiter, die Besetzung des zweiten und des dritten Blockes besser. Im «Abnützungskampf» Playoffs ein entscheidender Faktor. Zug kann Bern vorerst nur besiegen, wenn alles stimmt. Die Berner gewinnen hingegen gegen Zug auch dann, wenn nicht alles zusammenpasst.

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