EISHOCKEY: Stark im Sorgenbereich

Das Powerplay war in der Qualifikation eine Zuger Schwäche. Doch jetzt sind Playoffs – und die zwei wichtigsten Tore der bisherigen Saison erzielt der EV Zug ausgerechnet in Überzahl.

Sven Aregger
Drucken
Teilen
Zuger Jubel nach dem siegbringenden 3:2 (von links): Carl Klingberg, Torschütze Josh Holden und David McIntyre. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 4. März 2017))

Zuger Jubel nach dem siegbringenden 3:2 (von links): Carl Klingberg, Torschütze Josh Holden und David McIntyre. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 4. März 2017))

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Als der EV Zug am Samstag das erste Viertelfinalspiel gegen Servette in extremis noch drehen konnte und der 3:2-Sieg feststand, fiel Sportchef Reto Kläy auf der Tribüne ein Stein vom Herzen. «Dieser Sieg ist extrem wichtig», sagte er. Zur Erinnerung: Fast vier Jahre musste sich der EVZ gedulden, um endlich wieder einmal ein Playoff-Heimspiel gewinnen zu können.

Auch gegen Genève-Servette sah es zunächst danach aus, als würde der Heimfluch fortbestehen – bis Rafael Diaz 7 Sekunden vor Schluss den Ausgleich schoss und Zug in die Verlängerung rettete. Dort markierte Captain Josh Holden den viel umjubelten Siegtreffer. Kläy resümiert: «Wir hatten das Momentum und das Scheibenglück auf unserer Seite. Das hat uns in den letzten Jahren gefehlt.»

Coach Kreis: «Wir haben diese Tore gebraucht»

Glück brauchten die Zuger tatsächlich. Mit leichtfertigen Strafen brachten sie sich immer wieder selber in Bedrängnis. Trainer Harold Kreis sagt: «Das müssen wir noch thematisieren.» Er weiss, dass Unter- und Überzahlkonstellationen gerade in engen Playoff-Serien über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Der EVZ überstand seine 10 Strafminuten am Samstag schadlos, was er auch seinem funktionierenden Boxplay verdankt.

Bemerkenswerter ist aber: Im Powerplay können die Zuger doch effizient sein, wenn es wichtig wird. Sowohl Diaz als auch Holden trafen in Überzahl. In der Qualifikation war das Powerplay ja lange ein Sorgenbereich der Zuger (Torquote von 16,74 Prozent). Nun fielen die wichtigsten zwei Tore der bisherigen Saison ausgerechnet mit einem respektive zwei Mann mehr auf dem Eis. «Wir haben nicht viel umgestellt», betont Kreis. «Es geht einfach darum, die Scheibe schnell laufen zu lassen. Das haben wir fokussiert, konzentriert und willensstark getan. Wir haben diese Tore gebraucht, und glücklicherweise sind sie gefallen.» Zumal die Auftaktpartie auch gezeigt hat: Im Spiel fünf gegen fünf lassen Genf und Zug wenig zu, hochkarätige Chancen sind Mangelware.

Beide Defensiven stehen kompakt, die Spieler an der Scheibe werden ständig unter Druck gesetzt. «Es gibt nicht viel Raum auf dem Eis», hat Kreis erkannt. «Jede kleine Unachtsamkeit kann zu einem Gegentor führen.»

In Genf dürfte es noch intensiver werden

Was den Zuger Trainer für das zweite Duell am Dienstag in Genf (20.15 Uhr, RTS 2) zuversichtlich stimmt: Die Moral in der Mannschaft ist intakt. «Wir haben nie aufgehört zu spielen, obwohl wir noch besser sein können.»

Harold Kreis erwartet in der Westschweiz bei Servette ein «noch engeres, noch intensiveres, noch physischeres Spiel». Er sagt aber auch: «Darauf sind wir vorbereitet.»