EISHOCKEY: Suri: «Holden ist sensationell»

Reto Suri war der grosse Matchwinner beim EVZ-Sieg vom Samstag. Im Interview spricht er über die Serie mit Lugano und seine Playoff-Erfahrungen.

Nicola Berger
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Reto Suri (links) und Josh Holden (Mitte) verstehen sich auf dem Eis prächtig. Ihre Linie mit Corsin Casutt ist in den Playoffs die produktivste des EVZ. (Bild: EQ/Maria Schmid)

Reto Suri (links) und Josh Holden (Mitte) verstehen sich auf dem Eis prächtig. Ihre Linie mit Corsin Casutt ist in den Playoffs die produktivste des EVZ. (Bild: EQ/Maria Schmid)

Im Herbst 2011 ist Reto Suri (23) eine der gefragtesten Arbeitskräfte der Schweiz gewesen. Sein Vertrag bei den Rapperswil-Jona Lakers lief aus, er war Topskorer des Vereins, die halbe Liga riss sich um ihn. Am Ende machte der EV Zug das Rennen, und seit ein paar Wochen zeigt sich, warum das für die Zentralschweizer ein wichtiger Transfercoup war.

Zu Saisonbeginn kam Suri nicht wirklich in Fahrt, er schlug sich mit diversen Blessuren herum, und dann wurde er von den Lockout-Verstärkungen Brunner und Zetterberg ins dritte Glied zurückgestuft. Die Starstürmer der Detroit Red Wings sind längst von dannen gezogen, und seit da blüht Suri so richtig auf. In den 15 Spielen seit dem Lockout-Ende erzielte Suri neun Tore und buchte drei Assists. Im Playoff kommt er in vier Partien auf vier Skorerpunkte – drei davon gelangen ihm am Samstag beim dramatischen 4:3-Auswärtserfolg in der Verlängerung.

Reto Suri, wie gross war die Erleichterung, als Corsin Casutt am Samstag der Siegtreffer gelang?

Reto Suri: Sicher gross. Es ist schon ein Unterschied, ob die Serie 2:2 oder 1:3 steht.

Bisher wurde jede Partie mit einem einzigen Tor Unterschied entschieden ...

Suri: Stimmt. Aber das überrascht uns nicht. Wir haben eine lange und ausgeglichene Serie erwartet.

Sie hatten grossen Anteil daran, dass der EVZ das Spiel drehen konnte. Wie kommt das?

Suri: Ich fühle mich gut und versuche, Verantwortung zu übernehmen und dem Team zu helfen. Der Trainer hat mich dazu aufgefordert, wann immer möglich, den Abschluss zu fordern. Dass am Samstag zwei Pucks ins Tor gefallen sind, war sicher auch ein bisschen Glück.

Sie spielen derzeit ihr bestes Hockey, seit sie im Sommer zum EVZ gewechselt haben.

Suri: Es läuft mir nicht schlecht, das stimmt. Während des Lockouts hatte ich halt eine andere Rolle, weniger Eiszeit und dadurch automatisch weniger Punkte. Aber das hat mich nicht gestört. Ich habe in meinen zwei Jahren in Rapperswil so viele Spiele verloren, dass ich ganz einfach glücklich war, endlich wieder einmal zu gewinnen.

Wie haben Sie sich auf die Serie vorbereitet? So viel Playoff-Erfahrung haben Sie in Ihrer Karriere ja noch nicht sammeln können.

Suri: Ich hatte das eine Jahr mit Servette, in dem wir es bis in den Final geschafft haben. Aber zuletzt musste ich immer gegen den Abstieg spielen, was mental eine grosse Belastung war. Darum habe ich mich jetzt ganz einfach sehr gefreut, Playoff-Hockey spielen zu können.

Spielt man im Playoff anders, als in der Qualifikation?

Suri: Vielleicht ein bisschen fokussierter, ja. Und als Stürmer auch egoistischer. Wenn ich die Scheibe habe, schaue ich nicht links und rechts, sondern suche den Abschluss.

Die Linie mit Ihnen, Josh Holden und Corsin Casutt ist in den Playoffs bisher die produktivste.

Suri: Wir verstehen uns gut. Und was Josh leistet, ist schlicht sensationell. Für mich ist er der Spieler, der aus unserem Kollektiv herausragt. Er hat zuletzt ein paar Mal in der Garderobe den Ton angegeben und gesagt, wo es langgeht. Das imponiert mir, und von so einer Leaderfigur kann ich natürlich extrem profitieren.

Die Fans haben dem Team einen offenen Brief mit aufbauenden Worten zukommen lassen. Was hat das bewirkt?

Suri: Der Brief wurde uns in der Kabine verteilt. Es ist natürlich schön, wenn man sich der Unterstützung seiner Anhänger sicher sein kann. Es hat mich auch gefreut, zu sehen, wie viele EVZ-Fans in Lugano waren. Mit den Fans im Rücken spielt es sich immer einfacher.

Apropos Fans: Welche Rolle messen Sie dem Heimvorteil bei, jetzt, nach zwei Auswärtssiegen in Serie?

Suri: Ich glaube, der kann noch immer entscheidend sein. Die Resega war am Samstag ein absoluter Hexenkessel, und ich hatte das Gefühl, dass einige Entscheide durchaus auch von den Zuschauern beeinflusst werden. Darum freue ich mich, dass wir am Dienstag wieder in der Bossard-Arena antreten können.

Ihnen gelang am Samstag das erste Powerplay-Tor des EVZ in den Playoffs. Ist die Durststrecke beendet?

Suri: Das ist schwierig zu sagen. Mental ist es sicher wichtig, dass uns jetzt endlich ein Überzahltor gelungen ist. Es ist ja nicht so, dass wir kein Powerplay spielen könnten. Aber Lugano war hervorragend auf uns eingestellt, und uns gelang es lange nicht, die richtigen Änderungen vorzunehmen. Ich hoffe, dass sich das mit dem wichtigen Tor vom Samstag geändert hat.

Wo sehen Sie nun die Vorteile des EVZ?

Suri: Wir sind jünger. Das heisst, dass wir unerfahrener sind. Aber auch, dass wir gute Beine haben. Das sollte es uns erlauben, das Tempo hoch zu halten und Lugano bei jeder Gelegenheit unter Druck zu setzen.