EISHOCKEY: Tampere erteilt dem EVZ eine Lektion

Dem EV Zug missglückt der Start in die Champions League gründlich: 0:7-Schlappe gegen Tappara Tampere. Zug hat vor beiden Toren grosse Probleme.

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Kein Durchkommen: Der Zuger Dominic Lammer (links) wird vom Finnen Elmeri Kaksonen gebremst. (Bild: Marc Schumacher)

Kein Durchkommen: Der Zuger Dominic Lammer (links) wird vom Finnen Elmeri Kaksonen gebremst. (Bild: Marc Schumacher)

Marco Morosoli

«Das gibt ein zweistelliges Resultat», sagte ein langjähriger EVZ-Fan gestern in der ersten Pause der Champions-League-Partie zwischen dem EV Zug und dem finnischen Vizemeister Tappara Tampere. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Zuger bereits mit 0:3 im Hintertreffen. So schlimm, wie vom EVZ-Supporter befürchtet, endet die Partie dann doch nicht. Das 0:7 gegen die Nordländer sagt dennoch alles über den Auftritt der Zentralschweizer aus. Die Probleme der Zuger fingen schon bei ihrem ansonsten sicheren Schlussmann Tobias Stephan an. Die EVZ-­Lebensversicherung lässt sich beim 0:1 durch Markus Kankaanpera (2. Minute) wie auch beim 0:2 (7.) auf der Fanghandseite erwischen. Als dann in der 11. Minute die Nordländer dem EV Zug auch noch Unterricht geben, wie ein effizientes Powerplay aufgezogen wird, ist es um die Einheimischen praktisch schon geschehen.

Zugs schlechte Schüsse

Dies, weil Tappara Tampere alle Zonen beherrschte und vor allem zur Scheibe mehr Sorge trug als das Team von EVZ-Headcoach Harold Kreis. Dieser stellte sich aber vor seine Mannschaft: «Unser Spiel war nicht so schlecht, wie es das Resultat ausdrückt.» Er erwähnt dabei vor allem das Mitteldrittel, als die Statistiker 15:5 Schüsse für die Zuger notierten. «Da hätten wir ein oder zwei Tore machen können», sagt Kreis. Doch der Konjunktiv bringt keine Tore.

Zudem ist zu bemerken, dass die Zahl der Schüsse – 29:23 zu Gunsten der Zuger – nichts über deren Qualität aussagt. Tampere-Hüter Tomi Karhunen musste sich jedenfalls nicht extrem anstrengen, um sich den Shut-out zu sichern. Er strahlte die Sicherheit aus, die seinem Gegenüber Tobias Stephan für einmal fehlte. EVZ-Captain Fabian Schnyder suchte aufgrund der klaren Verhältnisse auf der Anzeigetafel nach der Schlusssirene nicht nach Ausreden: «Sie haben clever gespielt, wir nicht.» Und er verneigt sich vor der Leistung der Finnen: «Alles, was sie gemacht haben, hat Sinn gemacht. Und sie waren auch noch effizient.» Doch nun müsse man, so fügt Schnyder noch an, «die richtigen Lehren aus der Partie ziehen».

Der Ausfall der Leistungsträger

Klar ist, dass der EV Zug nur zum Erfolg kommen kann, wenn er mit Emotionen spielt. Und diese waren gestern überhaupt nicht zu sehen. Keiner der vier Ausländer konnte Akzente setzen. Daniel Sondell vertändelte in der 37. Minute sogar im gegnerischen Drittel bei einem Powerplay die Scheibe – auch weil er keinen freien Mann fand. Die Finnen sagten Danke und erzielten in Unterzahl ihren fünften Treffer. Nach dem gestrigen Debakel stehen die Zuger in der 2. Runde gegen Djugarden Stockholm am nächsten Samstag (19.45 Uhr, Bossard-Arena) bereits unter Druck.

Immerhin zeigten sich die EVZ-Fans gestern noch nachsichtig. Beim Saisoneröffnungsfest nach der 0:7-Klatsche waren die Tische sehr gut gefüllt. Vielleicht hat das Bad in der Fanmenge die Zuger Spieler wieder auf andere Gedanken gebracht. Es kann ja nur noch aufwärtsgehen.

Zug - Tappara Tampere 0:7 (0:3, 0:2, 0:2)

Bossard-Arena. – 3327 Zuschauer. – SR Bruggemann (De)/Wehrli (Sz).

Tore: 2. Kankaanpera (Savinainen) 0:1. 7. Lajunen (Haapala) 0:2. 11. Jarvinen (Haapala, Lajunen, Ausschluss Stadler) 0:3. 33. Honkanen (Aalto, Heikkila) 0:4. 37. Makinen (Kuusela, Ausschluss Laine) 0:5. 42. Dixon (Kuusela) 0:6. 44. Haapala (Ausschluss Marchon) 0:7.

Strafen: Je 2-mal zwei Minuten.

Zug: Stephan; Ramholt, Grossmann; Alatalo, Sondell; Erni, Morant; Blaser, Stadler; Bürgler, Immonen, Bouchard; Lammer, Holden, Suri; Zangger, Peter, Schnyder; Thibaudeau, Diem, Marchon.

Bemerkungen: Zug ohne Lüthi, Martschini, Schlumpf (alle verletzt).

Champions League

Gruppe B: Zug - Tappara Tampere 0:7. – Rangliste: 1. Tappara Tampere 2/6. 2. Djurgarden Stockholm 1/0. 3. Zug 1/0.

Gruppe E: Dynamo Pardubice - Davos 2:3 (1:0, 1:2, 0:1). – Rangliste: 1. Davos 2/6. 2. Dynamo Pardubice 1/0. 3. Färjestad Karlstad 1/0.

Gruppe M: Geneve-Servette - Sparta Prag 4:3 (0:1, 2:1, 1:1, 1:0) n.V. – Rangliste: 1. Sparta Prag 2/4). 2. Geneve-Servette 1/2. 3. Storhamar Hamar 1/0.

Gruppe P: Eisbären Berlin - ZSC Lions 3:6 (0:3, 2:0, 1:3). – Rangliste: 1. ZSC Lions 2/6. 2. Gap Rapaces 1/0. 3. Eisbären Berlin 1/0.

Modus: Zwei Teams pro Dreiergruppe erreichen die Sechzehntelfinals.