EISHOCKEY: Torhüter Sandro Aeschlimann ist mit 22 weit herumgekommen

Sandro Aeschlimann bildet mit Noël Bader das Torhütertandem der EVZ Academy. Der Emmentaler verfügt bereits über Erfahrungen im Ausland. Darunter findet sich auch eine eher ungewöhnliche Destination.

Michael Wyss
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Sandro Aeschlimann fiebert auch als Ersatzgoalie mit, hier im letzten Heimspiel gegen Red Ice. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. Dezember 2016))

Sandro Aeschlimann fiebert auch als Ersatzgoalie mit, hier im letzten Heimspiel gegen Red Ice. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. Dezember 2016))

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

«Ich weiss, dass man behauptet, dass Torhüter etwas anders ticken. Das kann ich von mir allerdings nicht behaupten. Ich bin ganz normal – glaube ich zumindest», sagt Sandro Aeschlimann lachend. Der 22-jährige Torhüter der EVZ Academy, der im bernischen Zäziwil aufgewachsen ist, spielt Eishockey, seit er vier Jahre alt ist. «Schuld ist mein Vater Niklaus. Er hat mich immer auf die Eisbahn mitgenommen, wir waren oft an den Spielen von Langnau. Er spielte früher ebenfalls Eishockey – natürlich als Goalie.»

Begonnen hat Aeschlimann, der seit dieser Saison in Zug in der NLB ist, beim damaligen EHC Wisle/Worb. «Eishockey ist mein Leben», sagt der Single, der beim EVZ mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet wurde. Aeschlimann absolviert nebenbei in Zürich noch den Bachelor in Betriebsökonomie. Über seine spätere berufliche Ausrichtung hat er sich jedoch noch keine Gedanken gemacht, sein Augenmerk gilt dem Eishockey. «Ich will in die NLA und will dort einen Profivertrag erhalten. Das ist mein Ziel, mein grosser Traum.» Bisher konnte der im Sternzeichen Steinbock geborene Aeschlimann mit der NLA-Mannschaft des EVZ einige Trainingseinheiten absolvieren.

Er bildet mit Noël Bader das Keeper-Duo der Academy-Mannschaft. Existiert ein harter Konkurrenzkampf? «Eigentlich nicht. Wir profitieren gegenseitig voneinander und tauschen die Erfahrungen auch aus. Positiv ist, dass unsere Trainer auf uns beide setzen, ich bekomme viel Eiszeit. Wir motivieren uns gegenseitig und spornen uns an.» Das ist auch der Grund, warum Aeschlimann ein anderes NLB-Angebot ausgeschlagen hat. Im EVZ traf er zudem mit Fabio Kläy auf einen ehemaligen Mitspieler. «Wir haben früher schon in Langnau im Nachwuchs zusammengespielt.» Unterstützt wird Aeschlimann stets von seinen Eltern, seinen grössten Fans. Wenn es die Zeit erlaubt, wohnen sie den Spielen bei. «Meine Eltern sind auch meine Vorbilder. Ich verdanke ihnen sehr viel.»

Er hat auch im Ausland Erfahrungen sammeln können. Nach seiner Zeit im jüngeren Nachwuchs wechselte der heute 188 Zentimeter grosse und 85 Kilogramm schwere Goalie nach Österreich zu den Elitejunioren von St. Pölten. «In Österreich konnte ich in der Hockey-Academy Schule und Eishockey kombinieren und meine Matura abschliessen», erklärt er diesen ungewöhnlichen Schritt. Später zog es ihn nach Amerika, wo er in der zweithöchsten Juniorenliga und in der College Division III spielte. «Es war eine lehrreiche Zeit für mich.» Das gelte nicht nur für den Sport, erklärt er. «Ich musste selber haushalten und war auf mich alleine gestellt. Ich lernte auch die Härte des Eishockeys in Nordamerika kennen. Es war eine Lebensschule, von der ich heute profitieren kann.»

«Jubiläumsniederlage» für die Academy

Der letzte Sieg der EVZ Academy datiert vom 22. November – seither setze es eine Serie von zehn Niederlagen ab. Zuletzt verloren die Zuger das Duell beim Schlusslicht Ticino Rockets mit 2:5. Fast unglaublich ist, dass sich die Zuger trotz dieser Misere immer noch auf dem achten Rang halten, der zur Playofft-Teilnahme berechtigt. Doch der Vorsprung der Zuger (32 Punkte) auf die Verfolger Winterthur (31), GCK Lions (31) und Thurgau (28) schmilzt. «Wir benötigen ein schnelles Erfolgserlebnis. Das könnte uns aus der Misere führen», glaubt der Academy-Goalie Sandro Aeschlimann. Morgen Abend wartet mit den GCK Lions ein Playoff-Anwärter auf die Zuger (19.45, Academy-Arena). «Ein Sieg ist Pflicht. Ich bin guten Mutes, dass wir siegen. Wir wollen die Negativserie endlich beenden und eine Reaktion auf die jüngste Niederlage zeigen», zeigt sich Aeschlimann kämpferisch.

Die Elite-A-Junioren des EVZ befinden sich auch auf Playoffkurs – doch sie waren im Gegensatz zum NLB-Team kürzlich erfolgreich: Sie gewannen gegen den Tabellenführer Bern mit 4:2 (1:1, 2:0, 1:1). Der EVZ steht gegenwärtig auf Platz 6 und hat vier Punkte Reserve auf den Trennstrich. Am Freitag folgt die Reise nach Lausanne. (mwy/mo).

Hinweis

Nächste Spiele: Morgen: EVZ Academy - GCK Lions (19.45 Uhr, Academy-Arena). Sonntag, 8. Januar: Visp - EVZ Academy (17.45 Uhr, Litterna).