EISHOCKEY: Vier Gründe, optimistisch zu bleiben

Der EV Zug kassiert die sechste Niederlage im siebten Spiel. Doch nach dem 3:6 in Langnau können wir auch sagen: Verloren – na und?

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Der Langnauer Ewgeni Schirjajew (Mitte), gestört noch von Zugs Verteidiger Dominik Schlumpf, kommt hier gegen EVZ-Goalie Jussi Markkanen zum Abschluss. Der finnische Goalie zog keinen berauschenden Abend ein. (Bild: Walter Bieri/Keystone (Langnau, 24. Februar 2017))

Der Langnauer Ewgeni Schirjajew (Mitte), gestört noch von Zugs Verteidiger Dominik Schlumpf, kommt hier gegen EVZ-Goalie Jussi Markkanen zum Abschluss. Der finnische Goalie zog keinen berauschenden Abend ein. (Bild: Walter Bieri/Keystone (Langnau, 24. Februar 2017))

Klaus Zaugg, Langnau i. E.
sport@luzernerzeitung.ch

Kein Schelm wäre ein Chronist, der jetzt die Krise ausruft. Der EV Zug hat schon wieder verloren. Zum sechsten Mal in den letzten sieben Runden. Und heute in einer Woche beginnen die Playoffs! Es gibt allerdings vier gute Gründe, die zuversichtlich stimmen.

Erstens war Jussi Markkanen kein Ersatz für Tobias Stephan. Schön für alle Nostalgiker, dass der 41-jährige Finne eine Partie spielen durfte. Aber weniger gut für die Gegenwart. Wir wollen nicht polemisieren und erwähnen der guten Ordnung halber bloss die Fangquoten. 93,75 Prozent für Langnaus Ivars Punnenovs, 80,77 Prozent für Jussi Markkanen.

Zweitens fehlten durch die Einsätze der Ersatz-Ausländer Jussi Markkanen und Matti Järvinen die Stammausländer Carl Klingberg und David McIntryre. 

Drittens fehlte mit Timo Helbling, wie schon am Vorabend in Bern, der Aggressivleader.

Viertens erzielten die in der «skorertechnischen Nahrungskette» weit unten angesiedelten Sven Senteler (2 Tore) und Fabian Schnyder (1 Tor) die drei Treffer. Im «Abnützungskampf» Playoffs können die Tore der Hinterbänkler entscheidend sein.

Drei gute Gründe, warum dieses 3:6 in Langnau für die Zuger nur statistische Bedeutung hat. «Für Langnau sind die drei Punkte wichtig, für uns spielt das Resultat für die Tabelle keine Rolle mehr», sagt Sportchef Reto Kläy. «Auch wenn jeder sagt, man sei trotzdem richtig bei der Sache, so spielt diese Ausgangslage halt doch eine Rolle.» Es fehlte sowieso gestern nicht an tröstenden Worten. Zugs Legende Paul Di Pietro kramte tief im Korb seiner Erinnerungen und kehrte ins Frühjahr 1993 zurück. «Wir verloren damals mit Montréal die sechs letzten Qualifikationspartien und die zwei ersten Spiele in den Playoffs und gewannen dann den Stanley-Cup.» Na also. Und wenn wir schon in Erinnerungen schwelgen: Thomas Nüssli (34), der beste Torschütze der Langnauer, der auch gestern zweimal traf, stürmte vor 15 Jahren für den EV Zug – damals ist er von den Zugern gewogen und für die NLA als zu leicht befunden worden. Und «Seelendoktor» Dr. Saul Miller hatte eine gute Antwort, als ihm von einem vorwitzigen Zaungast geraten wurde, seinen Rückflug, geplant am 4. März, zu verschieben und in Zug zu bleiben. Weil man ihn noch dringend brauchen werde. «Der Rückflug ist wegen eines Familienfestes auf dieses Datum gebucht. Ich komme erst für den Playoff-Final wieder nach Zug.»

Am Samstag tritt Zug gegen Biel zum letzten Spiel der Qualifikation an, und nach wie vor ist nicht klar, gegen wen die Zuger in den Viertelfinals spielen werden. «Das spielt auch keine Rolle» sagt Trainer Harold Kreis. «Wir schauen auf uns.» Er sagt, die letzte Partie werde mit der bestmöglichen Mannschaft gespielt. Nur Emanuel Peter werde noch nicht eingesetzt. Also eine echte Playoff-Hauptprobe. Auch Timo Helbling sei wieder einsatzfähig. Fraglich sei lediglich Reto Suri. 

Für Langnau bedeutet der Sieg ein grosser Schritt Richtung Ligaerhalt. Der Vorsprung auf Fribourg-Gottéron beträgt nun elf Punkte, und wenn der Kirchturm nicht noch auf den Bären fällt, bleiben Langnau die Playouts erspart.