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EISHOCKEY: Wenn Schlumpf Wort hält

Dominik Schlumpf (25) ist im Moment der Verteidiger mit dem wohl besten Preis-Leistungs- Verhältnis beim NLA-Leader Zug: Eine Abmachung löste seinen Leistungsschub aus.
Andreas Ineichen
Zugs Dominik Schlumpf (links) im Duell mit Ambris Cory Emmerton. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Zugs Dominik Schlumpf (links) im Duell mit Ambris Cory Emmerton. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Auf der Liste der EVZ-Akteure mit einem auslaufenden Vertrag standen zu Saisonbeginn 14 Namen, und es hat wohl niemand im Zuger Umfeld ernsthaft in Erwägung gezogen, dass Dominik Schlumpf derjenige sein könnte, der seinen Vertrag als erster Spieler verlängern sollte. Zu fehleranfällig und inkonstant waren die Leistungen des Defensivverteidigers in der abgelaufenen Saison, die ins Playoff-Debakel gegen Lugano gemündet hatte. Schlumpf gehörte darum zu den Wackelkandidaten, was eine Weiterbeschäftigung in Zug anbelangte.

In der Aufarbeitung der missratenen Meisterschaft hat es aber eine Schlüsselszene gegeben, die dem 25-jährigen Zürcher offensichtlich einen Kick verlieh. Zum Ende des Einzelgesprächs, zu dem jeder EVZ-Spieler anzutraben hatte, traf Harold Kreis in diesem Frühjahr eine Vereinbarung mit Schlumpf. Der Trainer verriet jüngst: «Ich verlangte von ihm, dass er ab sofort in jedem Training und jedem Match der am härtesten arbeitende Spieler ist.» Darauf gaben sie sich die Hand. Und Schlumpf hielt Wort. In dieser Woche befand er: «Ich habe einen Schritt nach vorne gemacht.»

Das ist nun wirklich alles andere als eine Übertreibung. Für den 1,82 Meter grossen Wuschelkopf, der sich und seine Arbeit primär über das Verhindern von Gegentoren definiert, muss der Blick auf die aktuelle NLA-Tabelle fast schon ein Grund für einen Freudensprung sein: nicht nur, weil der EV Zug auf Platz 1 steht. Für Schlumpf fast genauso wichtig: In 19 Spielen hat sein Team bloss 44 Gegentore kassiert (2,32 pro Spiel). Es ist für jeden Gegner derzeit eine ungemein zähe Sache, bei personellem Gleichstand einen Treffer gegen die Zuger zu erzielen. Und darauf fusst der gute Lauf der solidarisch und hartnäckig arbeitenden Mannschaft von Harold Kreis. Nur die Titelverteidiger aus Bern, die heute (19.45 Uhr, Bossard-Arena) in Zug gastieren, und die ZSC Lions, Qualifikationssieger der letzten drei Jahre, können es mit dem Wert der Zuger aufnehmen. Die Berner kassierten durchschnittlich 2,28 Gegentore pro Spiel, die Zürcher 2,3.

Kreis: «Dominik ist alles, was du willst»

Auch in der persönlichen Statistik widerspiegelt sich der Leistungssprung von Schlumpf: In 19 Spielen hat der Defensivverteidiger vier Torvorlagen beigesteuert und steht bei einer Plus-3-Bilanz (Verhältnis zwischen den Toren für oder gegen Zug, während deren ein Spieler bei nummerischem Gleichstand auf dem Eis ist). Zum Vergleich: In der letzten Qualifikation kam Schlumpf auf 7 Assists und eine Minus-1-Bilanz in 49 NLA-Einsätzen. Kein Schelm, wer behauptet, dass sein Beitrag zum sportlichen Wohl des NLA-Leaders derzeit noch grösser ist als jener des wichtigsten Einzelspielers der Zuger. Rafael Diaz hält derzeit bei 10 Punkten in 16 Spielen eine 0-Bilanz.

Die positive Entwicklung hat Schlumpf nicht nur eine zweijährige Vertragsverlängerung mit dem EVZ eingebracht (bis dato einigten sich nach ihm die Stürmer Sven Senteler, Fabian Schnyder und Dominic Lammer sowie Verteidiger Santeri Alatalo auf eine weitere Zusammenarbeit), er hat sich auch wieder bei Nationaltrainer Patrick Fischer in Erinnerung gerufen. Am Deutschland-Cup trug Schlumpf das Schweizer Kreuz auf der Brust. «Uns fehlte ein Sieg, um zeigen zu können, dass wir das System von Spiel zu Spiel besser umgesetzt hatten», bedauerte er. Sein Talent ist unbestritten. «Dominik ist alles, was du willst – und das gegen jede gegnerische Linie», strich Kreis hervor und erläuterte: «Er ist mit unglaublich viel Übersicht gesegnet, ist stark an der Scheibe und immer in Position, um den Puck zu spielen oder abzudecken. Auch unter Druck spielt er immer überlegt.» Seine Begabung wird in dieser Saison bislang durch einen gesteigerten Leistungswillen zur Entfaltung gebracht. Kreis lobte: «Er ist reifer geworden, stabiler, vor allem auch physisch.»

Was die Saison des EVZ und damit auch jene von Dominik Schlumpf wert sein wird, hängt in erster Linie vom Ausgang der Playoffs ab. Zumindest aber hat sich der Start gut angelassen.

Andreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.chAndreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.chAndreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.chAndreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.ch

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