EISHOCKEY: Wieder einmal eine magische Nacht

Der EV Zug gewinnt das Auftaktspiel in den Playoff-Viertelfinals gegen Genève-Servette mit 3:2. Der Heimfluch in der Bossard-Arena ist besiegt.

René Barmettler
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Durchgesetzt: Robin Grossmann (Zweiter von links) im Duell mit Genfs Noah Rod. (Bild: Patrick Straub/Freshfocus (Zug, 4. März 2017))

Durchgesetzt: Robin Grossmann (Zweiter von links) im Duell mit Genfs Noah Rod. (Bild: Patrick Straub/Freshfocus (Zug, 4. März 2017))

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

Unbeschreiblich lauter Jubel in der 8. Minute der Verlängerung: In Überzahl traf Josh Holden (39) zum 3:2. Ausgerechnet der Oldie im Dress des EV Zug sorgte nach langer Zeit wieder einmal für eine magische Playoff-Nacht in der Bossard-Arena. Damit gehen die Zuger in der Best-of-7-Serie dieser Viertelfinalserie mit 1:0 in Führung.

Trautes Heim, Glück allein: Das musste in den vergangenen knapp vier Jahren wie Hohn in den Ohren der Zuger geklungen haben. Man schrieb den 26. März 2013, als der EV Zug zum letzten Mal in der Bossard-Arena ein Playoff-Spiel gewinnen konnte. 5:2 im Halbfinal gegen den SC Bern, der EVZ schied in dieser Serie aber schliesslich mit 3:4 aus. Bis gestern waren also 1439 Tage ins Land gegangen – und endlich aus Zuger Sicht hat es wieder einmal geklappt.


Das Heimteam nahm in dieser Startpartie schnell einmal Fahrt auf. Nach etwas mehr als fünf Minuten sah EVZ-Stürmer Emanuel Peter seinen Rückhandschuss im Netz zappeln – 1:0. Sicherheit gab das den Zentralschweizern wenig. Die Genfer reagierten heftig. Und als die Zuger Paradelinie um Topskorer Lino Martschini zu wenig aufmerksam verteidigte, stand es plötzlich 1:1 (13.). Ab diesem Zeitpunkt stand die Partie auf der Kippe. Zug kassierte zu viele Strafen. Aber auf das Unterzahlspiel war auch gestern Verlass, und der seit langem glücklose Stürmer Reto Suri hätte sogar die 2:1-Führung in Unterzahl auf dem Stock gehabt. Die Zuger Offensive geriet indes ins Stocken. Die robusten Genfer wussten ihre Gegner meist vom eigenen Tor fernzuhalten. Dazu kam, dass die beiden Goalies Tobias Stephan (EVZ) und Robert Mayer grosse Sicherheit ausstrahlten.

Diaz rettet die Zuger in die Verlängerung

Just, als der EVZ zur Schlussoffensive blies, fiel der Treffer auf der Gegenseite: Nick Spaling traf zwar nur den Pfosten, aber Arnaud Jacquemet war zur Stelle und erzielte dreieinhalb Minuten vor Ende das 2:1 für die Westschweizer. Doch die Rolle des Spielverderbers war ihm schliesslich nicht vergönnt. Rafael Diaz nahm 7 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit das Geschehen in die Hand, traf zum 2:2 und gab den Einheimischen so noch eine Chance zum Sieg.

In der Verlängerung vergab dann Martschini die Entscheidung (62.). Tim Traber auf der anderen Seite machte sich zum Gespött, als er statt ins leere Gehäuse den Puck ins Auffangnetz hämmerte (64.). Dies sollte sich rächen: Denn als nach 66 Minuten Jonathan Mercier auf der Strafbank Platz nehmen musste, war es dann dank Holden um Servette geschehen. Am Dienstag wird der EVZ nach Genf reisen. Nachdem Zug den langen Heimfluch nun gebannt hat, liegt der Druck diesmal beim Gegner. Aber diese Serie dürfte für die Zuger noch eine lange und harte werden.

Zug – Genève-Servette 3:2 (1:1, 0:0, 1:1, 1:0) n. V.
7015 Zuschauer (ausverkauft). – SR DiPietro/Wiegand, Borga/Küng.
Tore:6. Peter (Nolan Diem) 1:0. 13. Almond (Spaling) 1:1. 57. Jacquemet (Spaling) 1:2. 60. (59:52) Diaz (Klingberg/Ausschluss Vukovic) 2:2 (ohne Torhüter). 68. (67:42) Holden (Klingberg, Martschini/Ausschluss Mercier) 3:2. – Strafen: je 5-mal 2 Minuten.
Zug: Tobias Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Dominik Schlumpf, Erni; Fohrler, Alatalo; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Sandro Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Nolan Diem, Fabian Schnyder. Genève-
Servette:Robert Mayer; Loeffel, Mercier; Petschenig, Bezina; Jacquemet, Fransson; Vukovic; Jeremy Wick, Slater, Rod; Gerbe, Almond, Spaling; Simek, Romy, Riat; Traber, Rubin, Impose; Heinimann.
Bemerkungen:Zug ohne Järvinen und Markkanen, Genève-Servette ohne Paré (alles überzählige Ausländer), Kast, Chuard und Douay (alle verletzt). – Holden scheitert mit Penalty an Mayer (17.). – Lattenschüsse: Gerbe (23.), Traber (64.). – Timeout Zug (59:17).

Die Choreo der Zuger Fans. (Bild: Patrick Straub/Freshfocus (Zug, 4. März 2017))

Die Choreo der Zuger Fans. (Bild: Patrick Straub/Freshfocus (Zug, 4. März 2017))