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EISHOCKEY: «Wir brauchen einen fünften Ausländer»

Von einem der spektakulärsten Teams der Liga zu einer defensiv hart arbeitenden Mannschaft – der EV Zug hat sich binnen kurzer Zeit neu erfunden. Und er hat Luft nach oben.
Andreas Ineichen
Sucht Verstärkung für die Offensive: EVZ-Sportchef Reto Kläy.Bild: Stefan Kaiser (Zug, 24. August 2016)

Sucht Verstärkung für die Offensive: EVZ-Sportchef Reto Kläy.Bild: Stefan Kaiser (Zug, 24. August 2016)

Wie die laufende Saison des EV Zug dereinst qualitativ bewertet werden wird, kommt weder nach dem 4:0-Sieg am Samstagabend in Fribourg noch in den nächsten Wochen aus. Sondern erst im nächsten Frühjahr. In den Playoffs. Diesen Massstab hat die sportliche Leitung nach den letzten beiden guten Qualifikationen und den unbefriedigenden Erfahrungen in der entscheidenden Phase der Meisterschaft festgelegt. Zu diesem Zeitpunkt will sie auch erst Verhandlungen mit Trainer Harold Kreis und den Ausländern Josh Holden, Jarkko Immonen und Carl Klingberg über eine weiterführende Zusammenarbeit aufnehmen. Aber der aktuelle Kurs auf die Playoffs scheint ein ermutigender zu sein. Der EVZ liegt hinter den Titanen ZSC Lions und Bern auf Platz 3 der Tabelle, und mit dem Qualifikationssieger der letzten drei Jahre beziehungsweise dem Titelverteidiger verbindet ihn noch eines: Sie lassen dank konsequenter Abwehrarbeit und einem guten Unterzahlspiel am wenigsten Gegentore zu.

Mit einer stabilen Abwehr vor einem überdurchschnittlichen Goalie gewinnt man Meisterschaften, besagt eine alte Weisheit im Mannschaftssport. «Dass unsere Defensive so gut funktioniert, beruhigt mich», sagt EVZ-Sportchef Reto Kläy. «Für mich ist sie das wichtigste Fundament.» Dank dieser Basis gehen sie in Zug auch etwas gelassener damit um, dass der offensive Motor bisweilen stottert.

Trotz dem jüngsten Aufschwung mit vier Toren gegen Fribourg haben nur Servette (mit 53 Toren auf Platz 6) und die drei am Ende der Tabelle klassierten SCL Tigers (49; Platz 10), Fribourg (48; Platz 11) und Ambri (49; Platz 12) weniger Tore erzielt als die Zuger (56). Mit einem Spiel mehr stehen die ZSC Lions bei 68 Toren, die Berner mit einem Spiel weniger bei 61. «Wir dürfen uns nichts vormachen: Unser Überzahlspiel und unsere Chancenauswertung sind nicht gut», weiss Kläy. Daraus folgert er: «Wir brauchen einen fünften Ausländer, aber wir wollen uns nicht zu einem Schnellschuss hinreissen lassen.»

Der Neue muss Flügel und Knipser sein

Wenn sich nichts an der überschaubaren Feuerkraft der Zuger ändert, kann das vielleicht den ganz grossen Coup in den Playoffs kosten. In diesem Jahrzehnt war der EVZ zum Ende der Qualifikation stets mit mindestens einem Spieler in den Top 10 der nationalen Skorerliste vertreten, viermal stellten sie mit Pierre-Marc Bouchard (2015/16), Linus Omark (12/13), Damien Brunner (11/12) und Glen Metropolit (10/11) gar den Topskorer. Jetzt stehen Zugs Söldner auf den Plätzen 21 (David McIntyre mit 17 Punkten in 21 Spielen), 35 (Josh Holden 14/21), 76 (Jarkko Immonen 9/21) und 98 (Carl Klingberg 7/20). Dank seiner Doublette in Fribourg ist Lino Martschini (20/21), Zugs bester Punktesammler, aktuell auf Platz 9 geklettert.

Das Profil des fünften Ausländers ist klar. Kläy umschreibt es so: «Er muss die Stärken haben, die uns gut tun, und er muss dem Trainer je nach Gegner Optionen geben.» Weil Zug mit Holden, Immonen und McIntyre bereits drei ausländische Center beschäftigt und ein Verteidiger kaum ins Anforderungsprofil passt, muss es ein Flügel sein, der weiss, wo das gegnerische Tor steht. «Ja, wahrscheinlich schon», bestätigt Kläy. Drei Optionen, die mittlerweile die NLA-Konkurrenz verstärken, hat er bereits ausgelassen: Langnaus Eero Elo hat in 13 Spielen 6 Tore und 5 Assists produziert, der NHL-erprobte Tuomo Ruutu hat zwei Tore in gleich vielen Partien gemacht, Fribourgs Michal Birner bringt es auf ein Tor und drei Assists in zwei Matches.

Dass eine gewisse Dringlichkeit besteht, einen fünften Ausländer zu präsentieren, scheint Kläy bewusst zu sein. Er weiss: «Unsere Spielweise ist kräfteraubend. Deshalb wäre es gut, wenn der Trainer einem Spieler mal eine Pause geben und Optionen testen könnte.» Die hart und solidarisch arbeitende Mannschaft hätte durchaus etwas Unterstützung von der sportlichen Leitung verdient.

Andreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.chAndreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.ch

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