EISHOCKEY: Zug bleibt zu Hause eine Macht

Der EV Zug gewinnt gegen Lausanne 5:1 und ist neu im 2. Rang klassiert. Beim 12. Sieg im 15. Heimspiel bekunden die Zuger aber mehr Mühe, als es das Resultat vermuten lässt.

Jonas von Flüe
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Zugs Robin Grossmann (vorne) beendete das Spiel mit einer Plus-3-Bilanz. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 9. Dezember 2016))

Zugs Robin Grossmann (vorne) beendete das Spiel mit einer Plus-3-Bilanz. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zug, 9. Dezember 2016))

Jonas von Flüe

jonas.vonfluee@luzernerzeitung.ch

Zwei Minuten vor Schluss gab es eine Standing Ovation. Die Zuschauer in der Bossard Arena erhoben sich von ihren Sitzen und applaudierten den Spielern des EV Zug. 5:1 besiegten sie Lausanne. Sie gewannen schon wieder. Es war der 12. Sieg im 15. Heimspiel. Damit bleibt der EVZ die stärkste Heimmannschaft der gesamten Liga.

Doch das deutliche Resultat täuscht über den ausgeglichenen Spielverlauf hinweg. Das Schussverhältnis lautete 35:35, Lausanne hatte in der offensiven Zone mehr Scheibenbesitz – und erst im letzten Drittel kam der EVZ richtig ins Spiel. «Bis zum Ende des zweiten Drittels war Lausanne die bessere Mannschaft», sagte Verteidiger Robin Grossmann. Trainer Harold Kreis meinte: «Das erste Drittel war schlecht, das zweite okay, das dritte dann endlich gut.»

Quartett führt EVZ zum Sieg

Dass der EVZ auch mit bescheidener Leistung ein Spiel derart hoch gewinnen kann, verdankt er Einzelspielern. Gestern war es ein Quartett, das aus dem Kollektiv herausragte: Torhüter Tobias Stephan war der gewohnt starke Rückhalt, die Zuger Lebensversicherung. Topskorer Lino Mar­tschini erhöhte sein Punktekonto auf 31. Er schoss ein Tor und bereitete zwei vor. Josh Holden war für die ersten beiden Treffer verantwortlich und wurde zum besten Spieler gewählt.

Und Robin Grossmann stand nur beim letzten Treffer nicht auf dem Eis: Ihm gelangen zwei Assists. Der 29-Jährige beendete das Spiel mit einer Plus-3-Bilanz. Grossmann hat nun mit plus 16 die beste Bilanz aller EVZ-Spieler. «Wir finden immer irgendeinen Weg zum Sieg», sagte er schmunzelnd, schob aber mit ernster Miene nach: «Es kann nicht sein, dass wir während zwei Dritteln so schwach spielen.»

Grossmann fällt in dieser Saison nicht nur mit starker Defensivarbeit auf, sondern auch mit seinem Bart. «Ich habe im Sommer geheiratet und mich seither nicht rasiert», klärte er auf. «Und solange es uns so gut läuft, werde ich das auch nicht tun.» Aberglaube wird bei Hockeyspielern bekanntlich grossgeschrieben.

Alatalo gibt heute sein Comeback

Besonders sehenswert war gestern der zweite EVZ-Treffer in der 8. Minute: Grossmann bediente Martschini mit einem Pass aus der eigenen Zone, der Topskorer spielte die Lausanner Verteidigung aus, und Holden vollstreckte. «Wir hatten Scheibenglück und unsere Chancen genutzt», sagte Trainer Kreis.

Wenn der EVZ heute zum Tabellen-Vorletzten Fribourg reist, wird Santeri Alatalo im Mannschaftsbus sitzen. Der Finne mit Schweizer Lizenz wird nach fast zwei Monaten sein Comeback geben und Tobias Geisser ersetzen. Geisser wird morgen Sonntag mit der Academy in Rapperswil spielen. Kreis erklärte: «Geisser bekommt in der NLB die Einsatzzeit, die er braucht.»

Zug - Lausanne 5:1 (2:0, 0:1, 3:0)

6327 Zuschauer. - SR Vinnerborg/Wiegand, Obwegeser/Wüst. - Tore: 4. Holden (Martschini) 1:0. 8. Holden (Martschini, Grossmann) 2:0. 29. Junland (Trutmann) 2:1 (Strafe angezeigt). 44. Zangger (Grossmann/Ausschluss Trutmann) 3:1. 54. Helbling (McIntyre) 4:1. 57. Martschini (Immonen, Diaz/Ausschluss Danielsson) 5:1. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 6mal 2 Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Martschini; Jeffrey.

Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Schlumpf, Erni; Lüthi, Geisser; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Marchon, Schnyder.

Lausanne: Huet; Trutmann, Junland; Nodari, Genazzi; Gobbi, Fischer; Lardi; Danielsson, Jeffrey, Ryser; Schelling, Miéville, Déruns; Herren, Froidevaux, Ledin; In-Albon, Kneubühler, Augsburger.

Bemerkungen: Zug ohne Diem und Alatalo. Lausanne ohne Walsky, Antonietti, Conz (alle verletzt) und Pesonen (überzähliger Ausländer). - 13. Pfostenschuss Jeffrey. - 24. Huet hält Penalty von Grossmann.