EISHOCKEY: Zug hält Fribourgs Druck stand

Der EV Zug ist neuer Leader – zumindest für eine Nacht. Beim 5:2-Sieg in Freiburg leistet er sich allerdings viele unnötige Strafen und zahlreiche Scheibenverluste.

Jonas von Flüe, Freiburg
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Der Zuger Center Jarkko Immonen (weisses Shirt) erzielt das vorentscheidende 4:1. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Freiburg, 10. Dezember 2016))

Der Zuger Center Jarkko Immonen (weisses Shirt) erzielt das vorentscheidende 4:1. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Freiburg, 10. Dezember 2016))

Jonas von Flüe, Freiburg

jonas.vonfluee@luzernerzeitung.ch

Für Fribourg-Gottéron hätte es ein Freudentag werden sollen. Am Morgen gab Nationalspieler Yannick Rathgeb in einer Videobotschaft bekannt, dass er seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat. Mit starken Leistungen hatte der 21-Jährige das Interesse vieler Klubs geweckt. Es sei eine schwere Entscheidung gewesen, meinte der Verteidiger. Das Ende der Spekulationen um seine Person hätte dem schwächelnden Gottéron Auftrieb geben sollen.

Doch die Euphorie der Fans wich gestern Abend schnell der Ernüchterung. 2:0 führte Zug in der altehrwürdigen und kalten Patinoire St-Léonard nach 13 Minuten, 5:2 lautete das deutliche Resultat am Ende des Spiels.

Das lag nicht an Rathgeb, der zum zwischenzeitlichen 2:4 verkürzte und mit der Paradelinie um Topskorer Julien Sprunger zu viel Einsatzzeit kam. «Offensiv war diese Linie sehr gefährlich», sagte EVZ-Trainer Harold Kreis.

Goalie Stephan hält wieder überragend

Zug gewann, weil es in Tobias Stephan wieder einen überragenden Mann zwischen den Pfosten hatte, weil Fribourg dreimal nur die Torumrandung traf und mit hervorragenden Torchancen stümperhaft umging. 43:30 lautete das Schussverhältnis zu Gunsten des Heimteams. Sprich: Die Partie hätte ebenso gut einen anderen Sieger haben können.

«Fribourg hat den Schwung und das Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Vitkovice mitgenommen», meinte Kreis. Am Dienstag gewann die Mannschaft von Larry Huras das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League 5:2. In der Meisterschaft ist Rang 8 aber bereits elf Punkte entfernt. Dementsprechend viel Druck machte das Heimteam gestern. Es attackierte das Zuger Aufbauspiel früh und gab sich erst mit Klingbergs Schuss ins leere Tor 15 Sekunden vor Schluss geschlagen.

Trainer Kreis vermisst Cleverness

Der EVZ seinerseits erwischte wie schon am Freitag gegen Lausanne (5:1) keinen sonderlich guten Tag. Die Zuger leisteten sich im Aufbauspiel viele Scheibenverluste und liefen in viele Konter. «Wir gehen mit der Scheibe momentan zu leichtsinnig um», bemängelte Harold Kreis. Und Doppeltorschütze Jarkko Immonen sagte: «Wir haben nicht clever gespielt, aber irgendwie schaffen wir es momentan, auch solche Spiele zu gewinnen.»

Zug baute Fribourg zusätzlich mit unnötigen Strafen auf. Das erste Gegentor fiel unmittelbar nach Ablauf einer Strafe, das zweite in doppelter Unterzahl. «Wir wollen hart spielen. Aber wir müssen cleverer in die Zweikämpfe gehen», meinte Kreis.

Immonen begrüsst einwöchige Pause

Dank diesem Sieg ist der EVZ neuer Leader – zumindest für eine Nacht. Die beiden Verfolger ZSC und Bern stehen heute Sonntag im Einsatz und können die Zuger wieder überholen. Für sie beginnt bereits heute die einwöchige Nationalmannschaftspause. Die nächste Partie findet am 20. Dezember auswärts in Genf statt. «Die Pause kommt sicher nicht ungelegen», meinte Immonen. Denn der EVZ siegte gestern zwar zum fünften Mal in Folge, hinterliess aber nicht den besten Eindruck. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Aus der Garderobe hallte nach dem Spiel laute Musik. Schliesslich war es ein weiterer Freudentag.

Fribourg-Gottéron - Zug 2:5 (0:2, 1:1, 1:2)

5693 Zuschauer. - SR Mandioni/Mollard, Fluri/Kovacs. - Tore: 9. Martschini (Diaz, Holden) 0:1. 14. Erni 0:2. 31. (30:01) Bykow (Mottet, Abplanalp) 1:2. 31. (30:48) Immonen (Klingberg) 1:3. 46. Immonen (McIntyre, Diaz/Ausschluss Neuenschwander) 1:4. 51. Rathgeb (Cervenka, Birner/Ausschlüsse Alatalo, Schlumpf) 2:4. 60. (59:45) Klingberg 2:5 (ins leere Tor). - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 7mal 2 Minuten gegen Zug. - PostFinance-Topskorer: Sprunger; Martschini.

Fribourg-Gottéron: Conz; Rathgeb, Picard; Stalder, Leeger; Abplanalp, Chavaillaz; Sprunger, Cervenka, Birner; Fritsche, Rivera, Neuenschwander; Mauldin, Bykow, Mottet; Chiquet, Schmutz, Neukom.

Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Schlumpf, Erni; Lüthi, Alatalo; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Marchon, Schnyder.

Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Ritola, Loichat, Kienzle, Schilt und Maret. Zug ohne Diem (alle verletzt). - Pfosten/Lattenschüsse: 28. Mottet, 38. Cervenka, 45. Neuenschwander, 47. Suri. - Timeouts: Fribourg (59.); Zug (60.). - Fribourg von 57:48 bis 59:45 ohne Goalie.