EISHOCKEY: «Zug ist für mich der perfekte Ort»

Vor Wochenfrist unterschrieb Jarkko Immonen (32) einen über zwei Jahre gültigen Vertrag mit dem EV Zug. Nun tingelt der Center mit der finnischen Nationalmannschaft durchs Land.

Drucken
Teilen
Der neue Söldner des EV Zug, Jarkko Immonen, posierte Anfang letzter Woche im Stadion in Basel. Die Finnen unterlagen der Schweiz erst 1:4, ehe sie den zweiten Vergleich am Freitag 2:0 für sich entscheiden konnten. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Der neue Söldner des EV Zug, Jarkko Immonen, posierte Anfang letzter Woche im Stadion in Basel. Die Finnen unterlagen der Schweiz erst 1:4, ehe sie den zweiten Vergleich am Freitag 2:0 für sich entscheiden konnten. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Interview Nicola Berger

Am 5. März bestritt Jarkko Immonen seine Derniere für Torpedo Nischni Nowgorod: In Spiel 5 der ersten KHL-Playoffrunde unterlagen die Seinen dem russischen Titelfavoriten SKA St. Petersburg 0:2. Seither liegen bewegte Tage hinter Immonen, es galt, die Zukunft zu regeln. Zahlreiche Offerten flatterten herein, ehe er am 26. März beim EV Zug unterschrieb. Im Interview spricht Immonen über die Vorzüge des EVZ, sein Pflichtbewusstsein gegenüber der finnischen Nationalmannschaft und seinen in Zug bestens bekannten Nachnamen.

Jarkko Immonen, wie kommt es, dass Sie sich dem EV Zug anschliessen?

Jarkko Immonen: Ich habe zuletzt sechs Jahre in der KHL gespielt. Ich fand, die Zeit sei reif für eine Veränderung, für eine neue Herausforderung.

Und da war die Schweiz die erste Adresse?

Immonen: Ja, die NLA war mein Ziel. Ich habe viel Positives über die Liga gehört. In der finnischen Nationalmannschaft haben wir mit Pesonen, Hytönen und Louhivaara (alle Lausanne HC, die Red.) drei Spieler, denen es in der Schweiz sehr gut gefällt. Sie haben mir die NLA empfohlen.

Was hat den Ausschlag für Zug gegeben? Man hört, auch Fribourg habe eine Offerte unterbreitet.

Immonen: Es stimmt, dass ich mehrere Optionen hatte. Bei Zug hat alles gepasst. Der Spielstil sagt mir zu, die Verantwortlichen haben auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht, die Halle ist schön. Ich hatte keine Mühe, mich zu entscheiden. Zug ist für mich der perfekte Ort.

Haben Sie auch Respekt vor dem Transfer? Der Druck auf einen Ausländer ist in der NLA tendenziell grösser als in der KHL, weil das Kontingent auf vier Plätze beschränkt ist.

Immonen: Mir ist klar, dass die Erwartungen hoch sind. Damit habe ich kein Problem, das spornt mich eher an.

Die NLA gilt als schnellste Liga ausserhalb der NHL. Wird das eine Umstellung für Sie?

Immonen: Es kann sein, dass ich ein paar Spiele brauche, um mich daran zu gewöhnen. Aber es bereitet mir kein Kopfzerbrechen. Auch in der KHL ist das Tempo hoch.

Mit dem EVZ-Assistenztrainer Walt­teri Immonen teilen Sie sich den Nachnamen. Kennen Sie ihn persönlich?

Immonen: Nicht persönlich, aber er ist bei uns schon eine grosse Nummer, er war ein wirklich guter Verteidiger. Wir sind auch nicht verwandt, Immonen ist in Finnland einfach ein verbreiteter Name.

Sind Ihnen schon ein paar ihrer künftigen Teamkollegen ein Begriff?

Immonen: Beim Länderspiel am Mittwoch in Kloten waren einige Spieler auf dem Eis, deren Namen ich erkannt habe. Aber ich hatte noch keine Gelegenheit, mich mit ihnen zu unterhalten.

So wie es aussieht, wird Pierre-Marc Bouchard ihr Flügelstürmer sein ...

Immonen: Ihn kenne ich, klar, das ist ein grosser Name. Es ist noch sehr früh, darüber zu sprechen, aber wenn wir tatsächlich in einer Linie zusammenspielen sollten, dann ist das eine aufregende Sache. Er ist ein sehr guter Spieler.

Sie haben für Finnland an den fünf letzten Weltmeisterschaften teilgenommen. In der Schweiz sagen regelmässig Stammkräfte ab, weil ihnen die Motivation fehlt, fürs Nationalteam zu spielen. Bei Ihnen scheint das kein Thema zu sein.

Immonen: Nein, tatsächlich nicht. So lange ich aufgeboten werde, spiele ich. Mir macht das Spass, und es ist eine Ehre, für mein Land aufzulaufen.

Das scheint sich zu lohnen, sieht man sich Ihr Palmares an: WM-Gold, WM-Silber, Olympia-Bronze.

Immonen: Ja, ich habe schon ein paar Medaillen (lacht). Hoffentlich kommen noch ein paar davon dazu, wir werden auch dieses Jahr eine gute Mannschaft stellen.

Wann steht der Umzug nach Zug auf dem Programm? Werden Sie das Sommertraining noch in Jyväskylä absolvieren?

Immonen: Ich weiss es nicht. Vorerst gilt meine Konzentration der WM. Danach sehen wir weiter. Es kann sein, dass ich direkt nach der WM nach Zug ziehe. Ich muss mir das noch überlegen.