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EISHOCKEY: Zug wartet auf ersten Schnee

Mit 6486 Zuschauern pro Heimspiel stellte der EVZ in der letzten Qualifikation einen Rekord in der Bossard-Arena auf. Jetzt sind es durchschnittlich fast 340 Besucher weniger – obwohl der Klub erfolgreich ist.
Andreas Ineichen
Die EVZ-Fans feiern die Zuger Spieler nach einem Sieg (gegen den ZSC). Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Zug, 13. September 2016)

Die EVZ-Fans feiern die Zuger Spieler nach einem Sieg (gegen den ZSC). Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Zug, 13. September 2016)

Er habe wirklich keine Ahnung, sagt Zugs Trainer Harold Kreis auf eine Nachfrage und schiebt nach: «So unattraktives Eishockey spielen wir ja auch nicht.» Vielleicht nicht mehr ganz so spektakulär wie noch in der Vergleichsperiode 2015/16, als die Zuger mit Pierre-Marc Bouchard einen faszinierenden Ausnahmekönner in ihren Reihen präsentierten und mit 6486 Zuschauern pro Heimspiel einen Bestwert in dem im Sommer 2010 eröffneten Stadion aufstellten. Aber reicht ein Einzelspieler dafür aus, um den aktuellen Rückgang von 338 Zuschauern zu erklären? Wohl kaum.

Im Sport steht der Erfolg über allem, er macht sexy und attraktiv. Und der nach dem Playoff-Debakel in diesem Frühjahr personell neu ausgerichtete EVZ ist sportlich auf Kurs. Er rangiert an dritter Stelle der NLA, er hat vor dem heutigen Heimspiel gegen Ambri (19.45) sieben von acht Partien vor eigenem Publikum für sich entschieden. Doch die Zuschauerzahlen können mit den sportlichen Leistungen nicht Schritt halten. Sind die Zuger also ein Mysterium?

Mindestens 7500 Franken Verlust pro Heimspiel

Für Marco Baumann, Leiter Marketing und Verkauf der Zuger, ist der Zuschauerrückgang keinesfalls beunruhigend, sondern erklärbar. Er sagt es plastisch: «Es zeigt sich jedes Jahr, die Spiele vor dem ersten Schnee werden bei uns schlechter besucht als jene danach. Erst wenn die Winterpneus am Auto montiert sind, ­gerät der Fahrer in Hockeystimmung.» Zug wartet also auf den ersten Schnee. Bisher war noch keines der acht Heimspiele ausverkauft, den Schnitt in die Tiefe gerissen hat ausgerechnet die Partie gegen die ZSC Lions (3:2) am 13. September mit 5146 Zuschauern. Die Stadtzürcher sind ihres Zeichens Qualifikationssieger der letzten drei Saisons, doch sie kamen «am letzten schönen Sommertag zu uns», so Baumann.

Eine Rolle bei der Zuschauererhebung spielen auch die Tage, an denen Zug seine Heimspiele austrägt. Laut Baumann zieht der Samstag am besten, vor dem Freitag und Dienstag. «Im Vergleich zur Vorjahresperiode hatten wir nur drei statt fünf Heimspiele an einem Samstag, und wenn ich dazu den Match gegen die ZSC Lions zähle, sind wir bei den rund 3000 Zuschauern, die uns bis jetzt gefehlt haben.»

Baumann redet dabei praktisch ausnahmslos von Stehplatzzuschauern. Denn 94 Prozent der Sitzplätze seien an Abonnenten verkauft, «und die restlichen 6 Prozent setzen wir jeweils an der Tageskasse ab». Bei einem Mittelwert von 22 Franken für einen Stehplatzkäufer ergibt sich ein Minus von 7500 Franken pro Heimspiel gegenüber dem Vorjahr. Nicht eingerechnet ist die Summe, die ein Kunde für seine Verpflegung im Stadion ausgibt.

Auch andere Klubs liegen im Minus

«Wir gehen davon aus, dass wir den Zuschauerrückstand im Vergleich zur letzten Qualifikation noch ausgleichen können», sagt Baumann. Es gibt einen Beweis, den seine Sicht der Dinge unterstützt. Mit 6148 Zuschauern liegt der EVZ aktuell auf Rang 4 des NLA-Rankings. Im Rekordjahr war es Platz 5. Ergo haben auch andere Vereine vor dem ersten Schnee zu kämpfen.

Andreas Ineichen

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