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EISHOCKEY: Zuger Geschenke zur Unzeit

Im Playoff-Viertelfinal gegen die ZSC Lions konnte sich der EVZ zuhause nicht durchsetzen.
René Barmettler
EVZ-Spieler Nolan Diem (Mitte) kann sich gegen zwei Zürcher Gegenspieler und Goalie Lukas Flüeler nicht durchsetzen.Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 15. März 2018) (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 15. März 2018))

EVZ-Spieler Nolan Diem (Mitte) kann sich gegen zwei Zürcher Gegenspieler und Goalie Lukas Flüeler nicht durchsetzen.Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 15. März 2018) (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 15. März 2018))

Etwas mehr als 28 Minuten waren gespielt am Donnerstagabend. Plötzlich Stille im Stadion, vereinzelt Pfiffe – aber vor allem herrschte Fassungslosigkeit auf den wiederum vollbesetzten Rängen der Bossard-Arena. Soeben hatte Pius Suter zur 3:1-Führung für die ZSC Lions getroffen. Es war nicht irgendein Treffer, sondern einer in Unterzahl. Das kann ja mal passieren, aber das Dumme ist: Die Zürcher erzielten bereits das 1:0 in numerischer Unterzahl. Die Zuger verteilen Geschenke zur Unzeit in dieser Meisterschaft, denn die Löwen gelten nicht wirklich als Spezialisten von solchen Gegenstoss-Toren. In den vorherigen 121 Partien gelang es ihnen nur einmal, eine Powerplayformation zu knacken.

Überhaupt bekundet der EVZ in dieser Serie viel Mühe im Überzahlspiel. Drei Tore in 34 Minuten im Powerplay – und zwei erhalten: Kein Schelm, wer denkt, die Schiedsrichter würden den Zugern einen Gefallen tun, keine Strafen gegen die ZSC Lions mehr auszusprechen. Der EVZ konnte sogar während 3,55 Minuten mit fünf gegen drei agieren, ohne den Gegner auch nur annähernd in Bedrängnis zu bringen. EVZ-Stürmer Lino Martschini, der im Paradeblock mit Garrett Roe und Viktor Stalberg agiert, findet denn auch klare Worte: «Das Powerplay ist definitiv ungenügend. Wir forcieren zu viel, dabei bleibt die Qualität auf der Strecke. So kommst du auf keinen ‹grünen Zweig›. Wir müssen das unbedingt in den Griff bekommen.»

Martschini geht dorthin, wo es wehtut

Gestern Morgen stand nicht das Training im Vordergrund. Die dritte und vierte Formation übte auf dem Eis. Die anderen übten sich hinter verschlossenen Türen in Selbstkritik. Martschini: «Wir haben das analysiert und sind ­kritisch miteinander umge­gangen. Jeder hat sich eingebracht und gesagt, was er besser machen muss.» Es ist ja nicht ­alles schlecht, was die Zuger tun. Bei Gleichbestand waren sie in den Heimspielen das domi­­­nantere Team. «Wir haben uns mehr Chancen erarbeitet, aber schliess­lich uns im dritten Spiel fast selbst geschlagen», so Martschini. Der 25-jährige Nationalspieler hat im Auswärtsspiel (4:5) einen Treffer und einen Assist erzielt, zu Hause wartet er noch auf seine ersten Skorerpunkte.

Zwei Dinge fallen aber beim 65 Kilo schweren Stürmer auf: Er geht mehr dorthin, wo man sich blaue Flecken einhandeln kann. Seine aggressivere Spielweise wirkt sich in der Statistik aus: Holte er sich in 46 Qualifikationsspielen bloss drei kleine Strafen, hat er diese in den drei Playoff-Partien bereits egalisiert. «Die beiden Strafen in Zürich waren nicht gewollt, aber war halt das Ergebnis, weil ich mehr in die Zweikämpfe hineingegangen bin.» Zwei Tage darauf legte er sich mit dem um 20 Zentimeter grösseren ZSC-Stürmer Fabrice Herzog an. Der gebürtige Luzerner musste für zwei, Herzog aber für vier Minuten auf die Strafbank. Die Zürcher liessen sich also sehr wohl provozieren. Doch wenn das Überzahlspiel nicht funktioniert, fallen andere Faktoren zusätzlich ins Gewicht. Zum Beispiel die Tatsache, dass EVZ-Goalie Tobias Stephan haltbare Treffer kassiert – das 1:2 am Donnerstag durch Pettersson muss er auf seine Kappe nehmen. Lukas Flüeler, sein Gegenüber, kommt mit 91,35 Prozent abgewehrten Schüssen auf eine leicht bessere Quote als der Zuger Schlussmann.

Raphael Diaz wohl wieder im Einsatz

Das sind alles Momentaufnahmen. Allerdings muss Besserung schnell geschehen: Gewinnen die ZSC Lions heute Abend im eigenen Stadion, wird die Serie für die Zuger wohl nicht mehr zu retten sein. «Wir wissen, dass wir im Hallenstadion gewinnen können», sagt Martschini, «wir haben im letzten Drittel des zweiten Spiels viel Moral getankt. Es muss uns diesmal einfach gelingen, den Zürchern während 60 Minuten unser Spiel aufzuzwingen.»

Möglicherweise wird Raphael Diaz wieder mit von der Partie sein. Der Verteidiger und Regisseur im Überzahlspiel fehlte vorgestern wegen einer Prellung. Sein Gang gestern Vormittag in Badeschuhen machte jedenfalls nicht den Eindruck, als würde ihn noch etwas behindern. Doch wie es aussieht, wenn er in die enge Ausrüstung schlüpft, war nicht in Erfahrung zu bringen. Während der Playoffs wird über das Thema Verletzungen geschwiegen.

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

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