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EISHOCKEY: Zuger scheitern in Davos an sich selbst

Ein ausgeruhter EV Zug kommt auch den viel gereisten Davosern nicht bei und verliert 3:4 – es ist die fünfte Niederlage in Serie. Nun begeben sich auch die Zentralschweizer auf eine Reise.
René Barmettler, Davos
Es harzt weiterhin: Zugs Lino Martschini kann den Puck nicht im Davoser Tor unterbringen. (Bild: Jürgen Staiger/Keystone (Davos, 28. Oktober 2017))

Es harzt weiterhin: Zugs Lino Martschini kann den Puck nicht im Davoser Tor unterbringen. (Bild: Jürgen Staiger/Keystone (Davos, 28. Oktober 2017))

René Barmettler, Davos

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

Die Frage vor der gestrigen Begegnung war: Wie viel hatte der HC Davos daran zu kauen, weil das Freitagsspiel in Ambri nach einer 3:0-Führung noch mit 5:7 verloren ging? Mit dieser Partie beschlossen die Bündner ein Auswärtsprogramm, das es in sich hatte. Innert zehn Tagen reiste die Mannschaft nach Genf, Visp, Lausanne und Ambri-Piotta. Das sind rund 40 Stunden und 2500 Kilometer, die das Team im Bus verbrachte. Das ist fast so weit wie die Strecke zwischen Davos und Moskau, wie es das Online-Portal der «Südostschweiz» ausrechnete. Und doch spielte die Müdigkeit eine untergeordnete Rolle, wie sich schnell einmal zeigte. Gleich im ersten Überzahlspiel traf Dario Simion zum 1:0 (9.). Das viel gelobte Zuger Unterzahlspiel hatte in den letzten Partien Risse erhalten. Aber auch im Spiel fünf gegen fünf ­sehen sie sich im Moment ausser Stande, den Unterschied auszumachen. Kurz nachdem Verteidiger Johan Morant die beste Ausgleichschance vertan hatte, lancierte der Bündner Marc Wieser den davongeeilten Broc Little. Dieser raste auf EVZ-Goalie Tobias Stephan zu und traf zum 2:0.

Zug rappelte sich im Mitteldrittel auf. Doch dem Paradeblock mit Roe/Stalberg gelang wenig bis nichts: In der 22. Minute lief der Schwede Viktor Stalberg alleine auf HCD-Hüter Van Pottelberghe zu, schoss aber über das Tor. 15 Sekunden später verkürzten die Zentralschweizer dennoch auf 1:2: Der Youngster Tobias Geisser (18) erzielte seinen zweiten NLA-Treffer. Nachdem sich die Zuger in der Rückwärtsbewegung beim 1:3 zu einfach ausmanövrieren liessen (33.), dauerte es knapp zwei Minuten, ehe Verteidiger Timo Helbling bei seinem Handgelenkschuss zum 2:3 den Schaden wieder etwas kleiner halten konnte.

Es fehlt an allen Ecken und Enden

Hoffnungen auf die Wende keimten auf, als die Gäste 2:37 Minuten im Powerplay agieren durften, davon 1:32 in doppelter Überzahl. Auch hier zeigte sich, dass in dieser Disziplin im Moment wenig zu holen ist. Es harzt derzeit im Zuger Spiel an allen Ecken und Enden. Auch als die Davoser im Schlussabschnitt offensichtlich müde gespielt waren, gelang es dem EVZ trotz Hochkaräter nicht, die Scheibe zum Ausgleich unterzubringen. Auch David McIntyre nicht, der in Unterzahl solo vor Van Pottelberghe gleich in zwei Anläufen scheiterte. Sekunden später erzielte Nygren das vorentscheidende 4:2. Lammers 3:4 (55.) und die Belagerung des Davoser Tores nützten schliesslich nichts mehr. «Der Aufwand und der Kampf sind okay», sagte Timo Helbling hinterher. «Aber unsere Spezialteams funktionieren eben nicht wie Anfang Saison. Wir haben den kompletten EVZ bisher noch nicht gesehen und müssen uns auf die Zeiten besinnen, die uns stark gemacht haben.»

Eine grosse Reise treten am Montag auch die Zuger an: Im Rahmen der Champions Hockey League treffen die Zentralschweizer auf Brünn. Die Strecke hin und zurück: 1940 Kilometer. Die Strecke wird bis Prag mit dem Flugzeug bewältigt. Und wer weiss, womöglich können die Spieler auf diesem Trip und in einer anderen Umgebung etwas den Kopf durchlüften.

Davos - Zug 4:3 (2:0, 1:2, 1:1)

4900 Zuschauer. - SR Andersson (SWE)/Vinnerborg, Gnemmi/Obwegeser. - Tore: 9. Simion (Marc Wieser/Ausschluss Schnyder) 1:0. 18. Little (Marc Wieser, Kousal) 2:0. 22. Geisser 2:1. 33. Egli (Dino Wieser, Marc Wieser) 3:1. 35. Helbling (McIntyre/Ausschlüsse Nygren; Fohrler) 3:2. 53. Nygren (Kousal, Corvi/Ausschluss Schnyder) 4:2. 55. Lammer (Roe) 4:3. - Strafen: je 6mal Minuten. - PostFinance-Topskorer: Ambühl; Roe.

Davos:van Pottelberghe; Du Bois, Jung; Nygren, Aeschlimann; Schneeberger, Paschoud; Grossniklaus; Sciaroni, Corvi, Ambühl; Marc Wieser, Kousal, Little; Kessler, Egli, Dino Wieser; Simion, Walser, Eggenberger; Jörg.

Zug:Stephan; Schlumpf, Helbling; Diaz, Geisser; Morant, Thiry; Fohrler, Stadler; Lammer, Roe, Stalberg; Haberstich, McIntyre, Suri; Martschini, Holden, Senteler; Diem, Kast, Schnyder.

Bemerkungen:Davos ohne Lindgren und Heldner. Zug ohne Grossmann, Klingberg und Alatalo (alle verletzt). - Pfostenschüsse: 6. Stalberg, 44. Schnyder, 54. Kousal. - 14. Diem verletzt ausgeschieden. - Timeout Zug (59.), ab 58:59 ohne Goalie.

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