EISHOCKEY: Zwischen Vaterfreuden und harter Hockey-Arbeit

EVZ-Topskorer Viktor Stalberg hat aufregende Tage hinter sich. Der 31-jährige Schwede ist Anfang Woche erstmals Vater geworden. Gegen Ambri steht er wieder auf dem Eis.

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Zugs Viktor Stalberg jubelt nach dem 4:4. (Bild: Urs Flüeler / Keystone /Zug, 12. September 2017))

Zugs Viktor Stalberg jubelt nach dem 4:4. (Bild: Urs Flüeler / Keystone /Zug, 12. September 2017))

Viktor Stalbergs Verlobte brachte einen Bub zur Welt, Vincent heisst er, und Stalberg sagt: «Kind und Frau sind wohlauf. Ich bin wirklich happy.» Nur mit dem Schlaf war es etwas problematisch, weil ja ein Baby Rundumbetreuung braucht. Die ersten beiden Nächte hat er bei seinen Liebsten im Spital verbracht. Gestern konnte er seine Familie nach Hause bringen. Und der wuchtige Flügelstürmer richtete den Fokus wieder auf das Eishockey. «Ich fühle mich in guter Verfassung.»

Aufgrund der Vaterfreuden hat der Flügelstürmer das Spiel in der Champions Hockey League in Wien verpasst. Der Zuger Topskorer (5 Tore/6 Assists) wurde schmerzlich vermisst. 3:5 verlor der EVZ gegen die Vienna Capitals und muss damit um den Einzug in die Achtelfinals bangen. Sportchef Reto Kläy sprach hinterher von einem emotionslosen Auftritt und von einem der schlechtesten Spiele des EV Zug in der laufenden Saison.

Center Kast ist fraglich

Headcoach Harold Kreis hat im gestrigen Training mit der Mannschaft die Versäumnisse in Wien besprochen. Er kam zu folgendem Schluss: «Der Gegner hat härter gearbeitet als wir. Er war aggressiver und gewann die Laufduelle um den Puck.» Für Kreis hat die Niederlage aber auch einen positiven Effekt. Seinen Spielern ist nämlich vor Augen geführt worden, dass es ohne volle Einsatzbereitschaft keine Blumentöpfe zu gewinnen gibt. Kreis drückt es so aus: «Hart arbeitende Mannschaften besiegen technisch versierte Teams, wenn diese nicht auch hart arbeiten.»

Der heutige Gegner Ambri-Piotta (siehe Haupttext) ist laut Kreis ein Paradebeispiel für Kampfgeist und Willensstärke. Die Tessiner haben zwar die letzten vier Spiele verloren und sind in der Tabelle auf den drittletzten Platz abgerutscht. Aber die Zuger wissen, dass Ambri in der Valascia mit den lautstarken Fans im Rücken ein höchst unangenehmer Gegner sein kann. Der EVZ seinerseits will nach zwei Niederlagen (Wien und Bern) wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren. Kreis macht sich keine Sorgen, dass eine Reaktion ausbleibt. Die Mannschaft wisse selber, was zuletzt falsch lief.

Die Zentralschweizer können dabei wieder auf Stalberg zählen. Auch die jungen Stürmer Yannick Zehnder und Fabian Haberstich stehen im Aufgebot. Fraglich ist hingegen Center Timothy Kast, der gemäss Kreis an einer «Verletzung im unteren Körperbereich» laboriert. Wie Stalberg hat übrigens auch Kast mit seiner Frau kürzlich Nachwuchs bekommen: ein Mädchen namens Aria.

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch