Erste Belastungsprobe für EVZ-Trainer Tangnes

Nach drei Niederlagen in Serie braucht der EV Zug wieder ein Erfolgserlebnis. Der neue
Trainer Dan Tangnes hat mit seinem Team an den Schwachstellen gearbeitet – und zeigt sich gelassen.

Sven Aregger
Drucken
Teilen
Viel Arbeit für EVZ-Headcoach Dan Tangnes. (Bild: Patrick Hürlimann/Keystone (Fribourg, 26. September 2018))

Viel Arbeit für EVZ-Headcoach Dan Tangnes. (Bild: Patrick Hürlimann/Keystone (Fribourg, 26. September 2018))

Für Dan Tanges hätte der Einstand beim EV Zug kaum besser verlaufen können. Aus den ersten acht Pflichtspielen in Meisterschaft, Champions League und Cup resultierten sieben Siege. Doch die Anfangseuphorie ist verflogen, nach drei Niederlagen in Folge kehrt in Zug der Alltag ein. Und Tangnes steht vor seiner ersten Belastungsprobe. Der 39-jährige Norweger nimmt es gelassen. «Wir sind in der Meisterschaft erst bei sechs Spieltagen. Wenn ich jetzt schon gestresst wäre, müsste ich mich auf eine lange Saison gefasst machen», sagt er. «Natürlich wäre ich gerne der Erste, der mit seiner Mannschaft alle 50 Qualifikationsspiele gewinnt. Aber Niederlagen passieren, es gibt Höhen und Tiefen. Es ist ein langer Prozess bis zum Saisonende.»

Die Frage ist, wie Tangnes und seine Spieler auf die jüngsten Rückschläge reagieren. Das neue Zuger Spielsystem beruht auf einem schnellen und möglichst vertikalen Spielaufbau mit viel Scheibenbesitz. Die Verteidiger sollen sich in den Angriff einbinden. Noch aber greift das System nicht wunschgemäss, in der Defensive ist die Fehlerquote hoch, Abstimmungsprobleme machen den EVZ anfällig auf gegnerische Konter.

Auch im Angriff gibt es Steigerungspotenzial

Tangnes hat deshalb in den letzten Trainings den Fokus auf die Verteidigung gelegt. «Wir sind nicht glücklich, wie wir bei den letzten Niederlagen gegen Lausanne und die ZSC Lions aufgetreten sind», sagt er. «Wir haben dem Gegner zu viele einfache Chancen und zu viele Turnovers ermöglicht.» Tangnes appellierte an die Mannschaft, gerade im Spiel ohne Scheibenbesitz konsequent zu agieren. Flügel Lino Martschini erklärt es so: «Vorne muss der erste Spieler mit dem Forechecking den Ton angeben, dann ist es auch für die übrigen vier Spieler einfacher, ihre Aufgaben zu erfüllen.»

Aber nicht nur in der Defensivarbeit muss sich der EVZ verbessern, auch im Angriff gibt es Steigerungspotenzial. In den ersten drei Spielen erzielten die Zuger 14 Tore, in den letzten drei Partien waren es nur noch drei Treffer. Insbesondere bei den Heimniederlagen gegen Davos und gegen den ZSC liessen sie die Effizienz vermissen. Martschini sagt: «Es gibt nichts anderes, als weiterzuarbeiten und Chancen zu kreieren. Irgendwann fallen die Scheiben wieder rein.» Das muss jedoch ohne Garrett Roe und Dario Simion funktionieren, die zwei Stürmer fallen wochenlang verletzt aus (Ausgabe von gestern). Sportchef Reto Kläy spielt mit dem Gedanken, für den US-Amerikaner Roe einen Ersatz-Ausländer zu verpflichten. Der fünfte Ausländer Pontus Widerström, der in erster Linie für das Farmteam in der Swiss League geholt wurde, konnte bislang den Nachweis nicht erbringen, dass er eine echte Verstärkung für die National League ist. Hinzu kommt, dass der angeschlagene Schwede Viktor Stalberg frühestens am Samstag beim Auswärtsspiel in Rapperswil wieder in die Aufstellung zurückkehren wird. «Das gibt anderen Spielern die Möglichkeit, mehr Verantwortung zu übernehmen», sagt Tangnes, der die Linien neu kombinieren muss.

Auch Tangnes wird an Resultaten gemessen

Talente wie Sven Leuenberger, Yannick Zehnder und Fabian Haberstich werden erneut eine Chance erhalten, was ganz der Nachwuchsstrategie der Organisation entspricht. Dabei sind auch Rückschläge möglich, Tangnes fordert daher Geduld. Aber am Ende wird auch er an den Resultaten gemessen. Am besten ist also, wenn Zug schon am Freitag im Heimspiel gegen Genève-Servette (19.45 Uhr, Liveticker auf Luzernerzeitung.ch) wieder punkten kann. «Wir alle sind heiss auf den Sieg», sagt der Headcoach und verabschiedet sich mit einem Lächeln. So schnell lässt sich Dan Tangnes nicht aus der Ruhe bringen.

Dritte EVZ-Niederlage in Serie

Der EV Zug hat im Heimspiel gegen die ZSC Lions die nötige Durchschlagskraft vermissen lassen. Wie schon in den Playoffs gewinnen die Zürcher klar – das Skore lautet 3:0.
Sascha Fey