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EV ZUG: Die Aussichten des EV Zug für die Saison 2015/16

Für den EV Zug fällt am Freitag in Lugano der Startschuss zur neuen Saison. Hier eine Umschau, was dem Klub im kommenden Winter bevorstehen könnte.
Trainer Harold Kreis an der Bande. (Bild Keystone)

Trainer Harold Kreis an der Bande. (Bild Keystone)

nbe. Es ist September, und im Schweizer Eishockey geht es um grundsätzliche Fragen: Was zeichnet die NLA aus? Ihr Tempo? Der Zuschauerzuspruch, der nirgendwo in Europa höher ist?

Das sind fraglos schöne Qualitätsmerkmale, aber die Mehrzahl der Klubmanager von Genf bis Lugano, von Lausanne bis Davos hat als wichtigstes Alleinstellungsmerkmal etwas anderes herausdestilliert: die Ausgeglichenheit der Liga. Der EVZ-CEO Patrick Lengwiler beispielsweise sagt: «Die NLA ist darum so attraktiv, weil an jedem Abend alles passieren kann. Und weil es sogar für die Playoff-Qualifikation keine Garantien gibt.»

Die Ergebnisse der letzten Jahre unterstreichen die These: 2015 verpassten mit Kloten und Fribourg-Gottéron zwei prominente, finanzstarke Teams den Tanz der besten acht Teams. 2014 hiessen die Opfer Zug und Bern. Ein Jahr zuvor traf es Kloten, 2012 Servette und 2011 Lugano.

Die Parität sorgt für Spannung – und macht Prognosen ungemein schwierig. Was den EVZ betrifft, haben wir uns dennoch aufs Glatteis gewagt und nennen je zehn Gründe, weshalb der Klub in dieser Saison Erfolg haben kann und warum er in Schwierigkeiten geraten könnte:

10 Gründe, warum der EVZ Erfolg haben kann

Zuzug Jarkko Immonen ist der komplettere Spieler als sein Vorgänger Robbie Earl. Seine Verpflichtung macht Angriff und Abwehr besser.

Der EVZ stellte 2014/15 mit 166 Treffern den produktivsten Angriff der Liga. Weil Immonen und Peter besser als Earl und Sutter sind, erzielt Zug noch mehr Tore.

Lino Martschini wird nach Guido Lindemann (1982) und Damien Brunner (2012) der dritte Schweizer Ligatopskorer der letzten 34 Jahre.

Coach Harold Kreis und Assistent Waltteri Immonen gehörten in Deutschland respektive Finnland zu den besten Verteidigern ihrer Zeit. Dank ihres Fachwissens kassiert der EVZ die wenigsten Gegentreffer der Liga.
Der Klub beschäftigt inzwischen Technik-, Schuss- und Skatingtrainer. So viel spezifisches Training verbessert vor allem junge Akteure wie Nolan Diem, Livio Stadler oder Dominik Volejnicek.

Im Profisport diktieren schnell einmal die Emotionen das Handeln. Die Chefetage um CEO Patrick Lengwiler und den designierten Präsidenten Hans-Peter Strebel (ab dem 5. Oktober im Amt) hat jedoch nicht die Tendenz,
bei jeder Negativserie die Nerven zu verlieren.

Josh Holden erlebt seinen zweiten Frühling und drängt sich noch einmal für einen neuen Vertrag auf.

Pierre-Marc Bouchard ist abermals einer der besten Ausländer der Liga und produziert 50 Skorerpunkte.

Tobias Stephan gehört unverändert zu den besten vier Torhütern der Liga.

Der junge Verteidiger Livio Stadler entpuppt sich als Entdeckung des Winters.

10 Gründe, warum der EVZ Probleme haben kann

Jarkko Immonen benötigt zu viel Anlaufzeit und ist zu langsam für die NLA.

Es war ein Fehler, dass der EVZ auf ein Engagement eines erfahrenen Ersatztorhüters verzichtet hat. Eine Verletzung von Tobias Stephan ruiniert die ganze Saison.

Lino Martschini ist vom Klub zum «Franchise Player» erkoren worden, um den das Team aufgebaut wird. Eine Ehre, doch die Bezeichnung wird zur Bürde, weil er sich zu viel Druck auferlegt.

Wenn es nicht läuft, pflegt der Trainer Harold Kreis seine besten Kräfte zu forcieren. Das rächt sich, weil bei Bouchard, Suri, Sondell und Co. die Batterien schon vor dem Playoff leer sind.
Josh Holden erhält im EV Zug keinen Vertrag mehr und schliesst sich einem Konkurrenten an. Das sorgt bei den Fans und in der Kabine für Unmut.

Daniel Sondell findet nie mehr zu jener Form zurück, die ihm im letzten Herbst einen neuen Zweijahresvertrag eingebracht hatte.

Zu wenig Kaderbreite im Angriff: Verletzt sich einer der Top-6-Stürmer, fehlen Kandidaten, die nachrücken können.

Harold Kreis scheitert an der kniffligen Vorgabe, attraktives und erfolgreiches Eishockey spielen zu lassen – und gleichzeitig den Nachwuchs zu fördern.

Die schwammige Definition des Saisonziels («Eine Top-Organisation sein») eignet sich für Trainer und Mannschaft als Ausrede, sollte es resultattechnisch nicht nach Wunsch laufen.

Der EVZ ist in seiner Quersumme jung, schnell, technisch begabt – aber physisch zu schwach, um ein Meisterkandidat zu sein.

Die Noten der EVZ-Spieler (Ohne Noten: Der Ersatztorhüter Noël Bader (1 Teileinsatz im Cup), der Angreifer Dominik Volejnicek (1 Einsatz) sowie der Verteidiger Simon Lüthi (Comeback nach Kreuzbandriss erst im Jahr 2016) konnten nicht benotet werden (Bild: PD)

# 51 Tobias Stephan, Note 6

Der ruhige Blocker führt die Liga in jeder relevanten Statistik an – und ist im EVZ längst zum wichtigsten Einzelspieler aufgestiegen.

Statistik: 24 Spiele, 16 Siege, Abwehrquote: 93,74 Prozent, 5 Shut-outs, 1 Assist.

(Bild: PD)

# 22 Santeri Alatalo, Note 4,5

2013/14 war er der beste EVZ-Verteidiger gewesen. Seither mehr Mitläufer denn Führungskraft. Aber: Defensiv hat er sich stetig verbessert.

24 Spiele, kein Tor/6 Assists, Plus-7-Bilanz, 6 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 70 Yannick Blaser, Note 3,5

Der Einsatz stimmt, aber auch im siebten EVZ-Jahr sind seine Schwächen punkto Tempo und Spielintelligenz augenfällig. Wird keinen Vertrag mehr erhalten.

14 Spiele, kein Tor/1 Assist, Minus-2-Bilanz, 8 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 72 Samuel Erni, Note 4

Mit 24 Jahren noch immer sehr jung, aber seit 2012 stagniert seine Entwicklung. Manchmal wünschte man sich bei ihm mehr Feuer.

19 Spiele, 1 Tor/3 Assists, Minus-1-Bilanz, 4 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 77 Robin Grossmann, Note 5

Ja, er ist weniger produktiv als im Vorjahr. Aber würde er an der Stelle Sondells im ersten Powerplay spielen, hätte auch er schon 20 Punkte. Defensiv stark.

23 Spiele, 2 Tore/5 Assists, Plus-9-Bilanz, 16 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 74 Johann Morant, Note 5

Besser als sein Ruf. Spielt in dieser Saison das bisher beste Hockey seiner Karriere: Erstaunlich abgeklärt, fast nie fehlerhaft. Ambri soll Interesse zeigen.

23 Spiele, 1 Tor/2 Assists, Plus-2-Bilanz, 59 Strafminuten.

(Bild: PD)

#6 Tim Ramholt, Note 5,5

Nur Beat Forster (HCD) weist eine bessere Plus/Minus-Bilanz aus als der Zürcher. Sehr zweikampfstark und fokussiert, kann jeden Gegner neutralisieren.

24 Spiele, 3 Tore/4 Assists, Plus-16-Bilanz, 16 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 18 Dominik Schlumpf, Note 5

Firmiert als Sicherheitsnetz für den sehr offensiv ausgerichteten Nebenmann Sondell. Physisch stark und mit einer sehr tiefen Fehlerquote.

23 Spiele, kein Tor/4 Assists, Plus-7-Bilanz, 4 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 50 Daniel Sondell, Note 5

Hinter dem Servettien Romain Loeffel der zweitproduktivste Verteidiger der Liga. Im Powerplay eine Wucht. Ansonsten zuletzt aber etwas nonchalant.

23 Spiele, 2 Tore/18 Assists, Plus-5-Bilanz, 6 Strafminuten. (Bild: PD)

# 98 Livio Stadler, Note 4,5

Der Trainer Kreis will das Juwel langsam heranführen – aber ein bisschen mehr Verantwortung dürfte es schon sein. In den wenigen Einsätze solide.

10 Spiele, kein Tor/kein Assist, Minus-1-Bilanz, keine Strafminute.

(Bild: PD)

# 96 Pierre-Marc Bouchard, Note 6

Was für eine Vista, was für eine Technik. Trotz kleinen Blessuren Abend für Abend mit dominanten Auftritten und für den EVZ in jeder Hinsicht unverzichtbar.

24 Spiele, 8 Tore/25 Assists, Plus-7-Bilanz, 8 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 87 Dario Bürgler, Note 3

Die Tendenz ist steigend, aber sein Salär ist höher, als es das von Damien Brunner in Zug je war. Und dafür sind seine Werte schlicht ungenügend.

21 Spiele, 4 Tore/2 Assist, Plus-1-Bilanz, 8 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 62 Jarkko Immonen, Note 4,5

Stark im Zwei-Weg-Spiel und herausragend am Bully (Erfolgsquote bei 62 Prozent). Aber kann er bestehen, wenn das Tempo im Playoff weiter anzieht?

23 Spiele, 10 Tore/10 Assists, Plus-4-Bilanz, 10 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 3 Nolan Diem, Note 5

Wird weiterhin unterschätzt, dabei ist er der perfekte Profi: Arbeitsam, bescheiden – und polyvalent. Nur fällt das wegen seiner Rolle (4. Block) keinem auf.

20 Spiele, 2 Tore/4 Assists, Plus-5-Bilanz, 4 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 81 Marc Marchon, Note 4

Hat körperlich zugelegt und zeigt gute Ansätze, aber die fehlende Eiszeit ist Gift für seine Entwicklung. Ein Jahr in der NLB würde ihm gut anstehen.

14 Spiele, kein Tor/2 Assists, ausgeglichene Bilanz, 4 Strafminuten.

(Bild: PD)

#17 Emanuel Peter, Note 4

Der Routinier fehlte sechs Wochen verletzt – und nun dauert es, bis er seine Drehzahl erreicht. Muss sich vorab am Bully deutlich steigern (41 Prozent).

11 Spiele, 2 Tore/1 Assist, Minus-5-Bilanz, 4 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 88, Sven Senteler, Note 4

Je nach Lesart defensiv solid – oder einfach farblos. Spielt mannschaftsdienlich, aber ob man ihm wirklich vorzeitig einen Vertrag für 16/17 geben musste?

24 Spiele, 1 Tor/3 Assists, ausgeglichene Bilanz, 8 Strafminuten.

# 27 Josh Holden, Note 5

Spielt ausgesprochen diszipliniert und skort wie in seinen besten Tagen. Es gibt schlechtere Argumente für die Vertragsverlängerung, die er sich erhofft.

22 Spiele, 9 Tore/17 Assists, Plus-7-Bilanz, 4 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 10 Dominic Lammer, Note 5,5

Nach Jahren der Stagnation ist ihm eine bemerkenswerte Renaissance gelungen. Kaltblütig und mit regelmässigen Einsätzen in beiden Special Teams.

23 Spiele, 8 Tore/4 Assists, Plus-16-Bilanz, 8 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 46 Lino Martschini, Note 5,5

Ein Albtraum für jeden NLA-Verteidiger: Wendig, kreativ, torgefährlich. Noch einmal wird ihn das Nationalteam für die WM nicht übergehen können.

24 Spiele, 12 Tore/15 Assists, Plus-5-Bilanz, 2 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 57 Fabian Schnyder, Note 4,5

Der Captain wirkt beschwingter als in der Vorsaison – und skort auch fleissiger. Seine umfassenden defensiven Pflichten erfüllt er gewohnt verlässlich.

24 Spiele, 3 Tore/5 Assists, Minus-4-Bilanz, 6 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 26 Reto Suri, Note 5

Auf dem Eis und in der Kabine ein wichtiger Führungsspieler. Aber seine bizarre, seit Jahren anhaltende Schwäche im Powerplay geht weiter: noch null Tore.

24 Spiele, 11 Tore/7 Assists, Plus-11-Bilanz, 10 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 14 Nicolas Thibaudeau, Note 3

Verfügt über keine Qualität, die nicht auch eine Nachwuchskraft einbringen könnte. Es würde nicht überraschen, läge seine Zukunft in der NLB.

17 Spiele, kein Tor/1 Assist, ausgeglichene Bilanz, 20 Strafminuten.

(Bild: PD)

# 94 Sandro Zangger, Note 3,5

Zugs bester Penaltyschütze, sehr schnell und schusskräftig. Aber wegen Defiziten punkto Durchsetzungskraft und Spielübersicht hapert es an der Produktivität.

22 Spiele, 2 Tore/2 Assists, Minus-5-Bilanz, 6 Strafminuten.

(Bild: PD)
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Halbzeit-Bilanz beim EV Zug

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