EV Zug enttäuscht beim Lehner Cup, Rapperswil-Jona Lakers holen den Titel

Die Zuger verlieren am Lehner Cup in Sursee beide Spiele gegen Ambri (2:4) und Rapperswil-Jona Lakers (3:4). Obwohl wegen Corona nur 300 Zuschauer ins Stadion durften, zieht das OK ein positives Fazit.

Philipp Zurfluh
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Bild mit Symbolcharakter: Ambri mit Elia Mazzolini (oben) ist gegen den EV Zug und Jérome Bachôfner oben auf und gewinnt das Spiel mit 4:2.

Bild mit Symbolcharakter: Ambri mit Elia Mazzolini (oben) ist gegen den EV Zug und Jérome Bachôfner oben auf und gewinnt das Spiel mit 4:2.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Sursee, 21. August 2020)

Zwei Spiele, zwei Niederlagen: Die 8. Austragung des Lehner Cups verlief nicht nach dem Geschmack des EV Zug. Als Titelverteidiger angetreten, mussten die Zuger bereits am Freitagabend im Duell mit Ambri-Piotta den Kürzeren ziehen.

Das Unheil für die Zuger nahm bereits früh seinen Lauf. Die Leventiner schockten die Zuger bereits in der 1. Minute. Nach 53 Sekunden konnte Ambri-Neuzugang Julius Nättinen alleine auf Leonardo Genoni losziehen, er verwertete eiskalt. Das 2:0 der Leventiner in der 16. Minute war praktisch eine Kopie des vorangegangenen Treffers. Soeben eine Zwei-Minuten-Strafe abgesessen, kehrte Cédric Hächler aufs Eis zurück und düpierte Genoni im Eins-gegen-Eins-Duell.

Auch im zweiten Drittel gelang den Zugern wenig Zusammenhängendes. Und wenn sie sich mal gefährlich in die gegnerische Zone kombinierten, war bei Benjamin Conz Endstation. Mit dem Anschlusstreffer von Dario Simion in der 47. Minute schien die Ambri-Festung ins Bröckeln zu geraten, doch der EV Zug bestrafte sich in Person von Sven Senteler gleich selber. Acht Sekunden nach dem 1:2 handelte er sich eine Strafe wegen Stockschlag ein. Stanislav Horansky nutzte die Überzahlsituation aus. Wiederum blieb Genoni keine Abwehrchance. Horansky wurde im Slot sträflich allein gelassen. Carl Klingberg (52.) konnte nochmals ­verkürzen. Doppel-Torschütze Nättinen sorgte jedoch mit einem Empty-Netter zum 4:2-Endstand.

Puckverluste des EVZ als grösstes Manko

Am Samstag war der EV Zug gegen die Rapperswil-Jona Lakers auf Wiedergutmachung aus. Es schaute lange Zeit gut aus, das Eis als Sieger zu verlassen. Die Zentralschweizer führten mit 3:1, doch die St. Galler drehten nochmals auf und siegten mit 4:3. Rappi holte sich mit den Siegen gegen Zug und Kloten den Turniersieg. «Es war nicht alles schlecht. Doch im Hinblick auf den Saisonstart haben wir noch viel zu tun», bilanziert EVZ-Trainer Dan Tangnes. Trotz acht Gegentreffer in zwei Spielen will er mit der Defensive nicht zu hart ins Gericht gehen. Aber: «Wir hatten zu viele unnötige Puckverluste, die der Gegner resolut bestrafte. Teilweise agierten wir zu naiv. Wir werden die richtigen Schlüsse daraus ziehen.»

Auffällig war auch das ungenügende Überzahlspiel. Zug agierte zu harmlos. Gegen Ambri und Rappi konnte die Mannschaft keines ihrer Powerplays in Zählbares ummünzen. «Da mache ich mir nicht zu viele Gedanken», so Tangnes. Auffällig war: Der Trainer schenkte den jungen Spielern viel Eiszeit. Die Rede ist von Andreas Döpfner, Yves Stoffel, Nico Gross und Dario Wüthrich. Tangnes ist zufrieden. «Sie haben ihre Chance definitiv genutzt.»

Die Zuschauer befolgten die Regeln

Der Lehner Cup fand dieses Jahr unter speziellen Bedingungen statt. Wegen Corona waren maximal 300 Personen pro Spiel zugelassen – Mundschutz war Pflicht. Philipp Meier vom OK ist dennoch rundum zufrieden: «Uns freut es, dass wir von den Teams und Zuschauern positive Rückmeldungen bekommen haben.» Die Zuschauer hätten sich an die Hygiene- und Schutzmassnahmen gehalten. Für gute Stimmung sorgten vor allem am Freitagabend die Ambri-Fans, die nach dem Spiel sogar «La Montanara» anstimmten. «Wir werden das Turnier auch nächstes Jahr wieder durchführen. Dann hoffentlich unter anderen Umständen», sagt Philipp Meier.

Resultate Lehner Cup:
EV Zug - HC Ambrì-Piotta 2:4 (0:2, 0:0, 2:2)
HC Ambrì-Piotta - EHC Kloten 4:3 (1:0, 2:1, 0:2, 1:0) n.V.
EV Zug - SC Rapperswil-Jona Lakers 3:4 (1:1, 2:1, 0:2)
SC Rapperswil-Jona Lakers – EHC Kloten 4:2 (1:0, 1:1, 2:1)