EVZ-CEO Patrick Lengwiler hofft auf Tausende Zuschauer im Oktober

Patrick Lengwiler frohlockt über den Entscheid des Bundesrats, die 1000er-Grenze für Grossanlässe per Oktober aufzuheben. Nun hofft er, dass mit einem griffigen Schutz- und Hygienekonzept der Saisonstart vor Tausenden Zuschauern stattfinden kann.

Philipp Zurfluh
Drucken
Teilen

Personalisierte Sitzplätze, keine Stehplätze, keine Gästefans, Maskenpflicht für alle Fans in der Bossard-Arena: Mit einem umfassenden Schutzkonzept forderte EVZ-CEO Patrick Lengwiler eine zeitnahe Aufhebung des Verbots für Anlässe mit über 1000 Personen. «Mit dem Entscheid zum Fall der Tausendergrenze sendet die Politik ein positives Signal an die Bevölkerung», gibt sich Lengwiler erleichtert.

«Heute ist im Grundsatz ein guter Tag für den Sport und seine Fans. Aber es bleibt noch viel Arbeit vor uns.»

Mit der Lockerung trage der Bundesrat den Sportvereinen und ihrer wichtigen Rolle in der Gesellschaft Rechnung. «Es kehrt somit ein wenig Alltag in den Sport zurück», sagt der CEO. Obwohl sich die epidemiologische Lage jederzeit ändern könne, habe der EVZ nun zumindest etwas zum Planen.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler.

Boris Bürgisser

Freudensprünge wird Lengwiler dennoch nicht machen. «Zwar haben wir wieder Matcheinnahmen, doch solange wir nur Sitzplätze besetzen können und weniger Plätze als Saisonkartenbesitzer haben, kommen wir wirtschaftlich nicht auf einen grünen Zweig.» Er hätte sich gewünscht, dass Grossanlässe ab 1000 Zuschauern schon ab September zugelassen werden.

Nun bleibe aber genügend Zeit, das ausgearbeitete Schutzkonzept in enger Zusammenarbeit mit der Zuger Gesundheitsdirektion zu finalisieren. «Wenn sich die Zuschauer solidarisch und diszipliniert zeigen, kann man ein Eishockeyspiel mit einem guten Konzept ohne Bedenken durchführen», ist Lengwiler der Meinung. «Man kann den Menschen diese Verantwortung zumuten.»

Verpasste Spiele sollen Ende Saison nachgeholt werden

Geplant ist der Saisonstart am 18. September. Die Klubs der National und Swiss League werden sich an der Ligaversammlung am Freitag über die nächsten Schritte beraten und das definitive Startdatum bestimmen. Lengwiler wird sich dafür einsetzen, dass die neue Saison erst im Oktober beginnt.

«Die Stimmung an den Spielen kommt durch die Zuschauer und Fans. Wir haben uns für mehr Zuschauer eingesetzt, also beginnen wir dann, wenn sie auch wieder kommen dürfen.»

Zuletzt liess Spielplan-Chef Willi Vögtlin verlauten, eine Verschiebung des Saisonstarts sei machbar. Die zu Beginn verpassten Runden würden dann am Ende der Saison nachgeholt. Auch für die vollständigen Playoffs hätte man noch genügend Spielraum.

Beim EVZ bleiben noch viele offene Fragen. Was passiert beispielsweise mit den Inhabern von Saisonkarten für Stehplätze? «Wir werden das in der EVZ-Organisation besprechen und eine Lösung finden», so Lengwiler. Der Klub werde in den nächsten Wochen gefordert sein. «Die Hoffnung, dass ab Oktober den Spielen in der Bossard-Arena ein paar Tausend Zuschauer beiwohnen, ist gross», betont Patrick Lengwiler. Im Wissen darum, dass Gegner Corona jedes noch so gute Konzept wieder auf den Kopf stellen kann.

Mehr zum Thema
Pro & Contra

Würde der EV Zug fehlen?

Der Schweizer Profisport befürchtet den Coronakollaps. Würde das die Zuger treffen? Unsere Mitarbeiter sind unterschiedlicher Meinung.
Raphael Biermayr und Harry Ziegler