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EVZ-Fans: «Unser Statement hat grosse Zustimmung ausgelöst»

Die Fans von Herti Nordkurve Zug protestieren gegen die Einführung von dynamischen Ticketpreisen. Diese würden zu einer Zweiklassen-Gesellschaft führen. Mit den ersten Reaktionen auf ihren Protest sind sie zufrieden.
Christopher Gilb
Der Fanklub Herti Nordkurve Zug verleiht seinen Forderungen mit einem Transparent Ausdruck. (Bild: PD)

Der Fanklub Herti Nordkurve Zug verleiht seinen Forderungen mit einem Transparent Ausdruck. (Bild: PD)

Mit einem dynamischen Preissystem, wie man es von Flügen oder Hotels kennt, will EVZ-CEO Patrick Lengwiler die Auslastung in der Bossard Arena steigern. Dieses wurde letzte Saison getestet und soll nun definitiv eingeführt werden. Bisher kostet ein Stehplatzticket bei Heimspielen 28 Franken. Neu könne die Preisspanne nach Lengwiler bis 31 Franken reichen und je nach Attraktivität des Gegners bei 19 Franken oder höher beginnen.

Keine Freude daran haben die eingeschworenen Fans von Herti Nordkurve Zug (HNK). «Mit grossem Bedauern nehmen wir Kenntnis von der Einführung dynamischer Eintrittspreise für die EVZ-Heimspiele», schreibt der Fanclub in einer Mitteilung. Bereits die heutigen Saisonkarten seien nicht für alle bezahlbar. Neu sei ein Spielbesuch für Fans, die über begrenzte finanzielle Mittel verfügen würden, nur möglich, wenn dieser Monate im Voraus geplant würde.

Angst vor beliebiger Preisanpassung

Begleitet wird die Mitteilung von Fotos. Darauf zu sehen sind inzwischen entfernte Protesttransparente, die am und in näherer Umgebung des Stadions aufgehängt wurden. «Hockey muss bezahlbar bleiben, nein zu dynamischen Preisen», steht darauf. Oder: «Topspiel-Zuschlag & Preiswillkür: ein klares Indiz für fehlendes Gespür». In einem Artikel zur Einführung auf «Zentralplus» hatte Lengwiler unlängst beteuert, dass die dynamischen Preise nicht dazu genutzt würden, um die Preise zu maximieren. «Sondern, um die Auslastung bei Spielen gegen weniger attraktive Gegner zu optimieren.» Der Dauerkarten-Preis für ein Heimspiel müsse zudem immer am günstigsten sein und der Einzelpreis dürfe nie darunter liegen. «Und Frühbucher kommen stets in den Genuss eines verbilligten Einzeltickets», so Lengwiler.

Dass es keine allgemeine Preissteigerung geben wird, daran zweifelt der Fanclub aber. Gemäss Studien hätten dynamische Ticketpreise eine Umsatzsteigerung von 10 bis 30 Prozent zur Folge, wenn sie richtig angewandt würden, heisst es auf Nachfrage schriftlich. Und: «Einmal eingeführt, öffnen diese Tür und Tor, um die Preise beliebig anzupassen.» Mit dieser Massnahme, so das Fazit, schaffe der EVZ eine Zweiklassen-Gesellschaft.

Die Forderungen des HNK gehen aber über das bisherige System hinaus. Für die Mitglieder des Fanclubs liegt ein «fairer Preis für einen Stehplatz» bei 25 Franken für einen Erwachsenen und bei 20 Franken für Lehrlinge, Studenten und Rentner. So könne auch für eine bessere Auslastung gesorgt werden. Der Fanclub hofft nun auf einen Verzicht aufs neue Preissystem. Und schreibt: «Die Veröffentlichung unseres Statements hat in den sozialen Medien grosse Zustimmung ausgelöst. Es gibt aber auch kritische Stimmen.» Als Zustimmung werden wohl Beiträge wie folgender einer Leserin auf Facebook verstanden: «Mehr und mehr werden gewisse Vergnügungen nur noch für Gutbetuchte erschwinglich gemacht. Die Kasse muss klingeln, der Franken rollen.»

An die Öffentlichkeit ging der Fanclub nun, weil der EVZ erst nach Veröffentlichung des definitiven Entscheids angeboten habe, die Beweggründe zu erklären. «Das ist nicht zielführend.» Der EVZ will sich derzeit nicht zum Protest äussern.

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